Michael Sturm: Lebensborn-Kind auf der Suche nach der eigenen Wahrheit | Was für ein Leben - Folge 21
Michael Sturm: Lebensborn-Kind auf der Suche nach der eigenen Wahrheit | Was für ein Leben - Folge 21

Michael Sturm: Lebensborn-Kind auf der Suche nach der eigenen Wahrheit | Was für ein Leben - Folge 21

Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien


Vor 2 Tagen • 36 Min.

Eine Biografie zwischen Verschleierung, Aufarbeitung und einem Leben im Schatten der NS-Vergangenheit Manche Lebensgeschichten wirken wie aus einem Drehbuch – nur dass sie real sind. Michael Sturm ist so eine Geschichte. 1941 in Bad Polzin (heute Polen) geboren, verbringt er seine ersten Lebensjahre in einem Lebensborn-Heim der SS. Was er selbst davon weiß? Jahrzehntelang praktisch nichts. Denn seine Herkunft wird ihm systematisch verschwiegen – von seiner Familie, von seiner Mutter, von einer Vergangenheit, über die nicht gesprochen wird. Er wächst mit einer anderen Geschichte auf: Sein Vater sei ein Widerstandskämpfer des 20. Juli gewesen, gefallen im Kampf gegen Hitler. Erst viele Jahre später beginnt diese Erzählung zu bröckeln. Als Michael Sturm selbst anfängt zu recherchieren, stößt er auf eine völlig andere Realität – und auf eine Wahrheit, die alles verändert. Er erfährt, dass er ein Kind des Lebensborn-Programms war – jenes SS-Systems, das während des Nationalsozialismus Kinder nach „rassischen“ Kriterien auswählte, Geburten in Heimen organisierte und Identitäten verschleierte. Und er entdeckt, dass auch sein Vater nicht der vermeintliche Held war, sondern Teil der NS-Militär-Elite. Aus der Suche nach der eigenen Herkunft wird eine Auseinandersetzung mit Schuld, Schweigen und Familienlügen – und mit der Frage, wie viel Wahrheit ein Leben aushält, wenn sie Jahrzehnte zu spät kommt. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Michael Sturm über ein Leben zwischen Erinnerungslücken, schmerzhaften Enthüllungen und dem Versuch, die eigene Geschichte neu zusammenzusetzen.