Lieferdienste in Berlin: Bestellt, geliefert, ausgebeutet
15.05.2026•44:31
Tausende junge Menschen aus Indien kommen mit großen Hoffnungen nach
Deutschland. Sie wollen hier studieren und sich ein Leben aufbauen. So
geht es auch Ravi, er heißt eigentlich anders. Ravi lebt seit zwei
Jahren in Deutschland, offiziell ist er bei einer privaten Hochschule in
Berlin eingeschrieben. Doch wie so viele junge indische Studierende
gerät auch er in einen Teufelskreis. Private Hochschulen verlangen oft hohe Studiengebühren, viele
Studierende finanzieren sie mit Krediten. In Deutschland angekommen,
müssen sie schnell Geld verdienen. Weil ihnen oft die Sprachkenntnisse
fehlen, landen viele bei Lieferdiensten — häufig bei dubiosen
Subunternehmen. Dort arbeiten manche schwarz, erhalten keinen
Mindestlohn und werden nur pro Lieferung bezahlt. Wer sich beschwert,
riskiert den Job. Auch beim Wohnen werden viele ausgebeutet. Oft teilen sich Menschen wie
Ravi winzige, heruntergekommene Zimmer, zahlen Hunderte Euro für ein
Bett und leben ohne Privatsphäre. Die Lebensumstände sind hart und doch
wollen viele nicht zurück nach Indien: Mit indischen Gehältern ließen
sich die Schulden nie tilgen. Sie sitzen in der Falle, gefangen zwischen
Scham, Verzweiflung und der Hoffnung, es doch noch zu schaffen. Wie dieses System funktioniert, wer daran verdient und was die Politik
dazu sagt, darum geht es in diesem Was Jetzt?- Spezial mit Hannah
Grünewald und Anant Agarwala. In diesem Was Jetzt Spezial sprechen Hannah Grünewald und Anant Agarwala
über das Ausbeutungssystem hinter den Berliner Kurierfahrern. Recherche: Jana Gioa Baurmann und Anant Agarwala Produktion: Markus Gläser Redaktion: Elise Landschek Skript und Moderation: Hannah Grünewald Weitere Links zur Folge: Ausbeutung bei Lieferdiensten: »Ich sage allen: Macht nicht den Fehler,
nach Deutschland zu kommen« IU Hochschule: Das soll mein Studium sein? Online-Lieferdienste: "Die Essenslieferbranche ist ein Labor für Arbeit
ohne Rechte" Kurierfahrer von Lieferdiensten: Komm nach Deutschland zum Studieren,
haben sie gesagt [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER. [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.