WAS UNS TRÄGT
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WAS UNS TRÄGT

Dr. Levin von Trott


Podcast

WAS UNS TRÄGT - Der Podcast über die Grundlagen unseres Zusammenlebens Sorgen Sie sich auch um den Zustand unseres Landes und um manche Entwicklungen in der Welt, in der wir leben, ganz besonders des freiheitlichen Westens? Ich starte am 3. September 2026 diesen Podcast, um im Gespräch mit unabhängigen Experten und originellen, selbst-denkenden Zeitgenossen den Herausforderungen auf den Grund zu gehen. Der Staatsrechtler, Historiker und Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde, bei dem ich studiert habe, hat vor sechzig Jahren gesagt: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“. --- Was hält eine freie, plurale Gesellschaft zusammen, wenn Herkunft, Religion und politische Lager immer weniger selbstverständlich verbinden und technisch-ökonomische Entwicklungen Verteilungs- und Identitätskonflikte verschärfen? Es gibt mindestens so viele Antworten auf diese Frage wie Menschen, denen man sie stellt. Jeder einzelne hat seinen eigenen Ursprung, seine Herkunft und Sozialisation, hat Wissen, Können und Erfahrungen erworben und daraus einen Standpunkt, eine Perspektive entwickelt, von der aus er/sie auf die Welt und auf die Herausforderungen schaut, die sich ihm bzw. uns stellen. Jeder steht in einer Vielzahl von Beziehungen, Aufgaben und Rollen, die sich von denjenigen anderer unterscheiden, teilt aber auch ein „uns“ mit Familie, Freunden, Kollegen, politischen Strömungen und gesellschaftlichen Vereinigungen. Wer bin ich? 1961 geboren, wuchs ich in der Heimat meiner Vorfahren an der hessisch-thüringischen Grenze nahe der Wartburg auf. Prägend war und ist meine Herkunft aus einer Familie, in der über viele Generationen hinweg politisches Denken und Engagement selbstverständlich und schicksalhaft waren. In Freiburg, Bonn, Köln und Oxford habe ich Rechts- und Politikwissenschaft studiert, zwei juristische Staatsexamen absolviert und über die Staats- und Verfassungslehre des Kreisauer Kreises promoviert. Nach Tätigkeiten in der Sächsischen Staatskanzlei (Persönlicher Referent von Ministerpräsident Biedenkopf), der Bertelsmann und der Körber Stiftung (Mitglied der Geschäftsleitung bzw. Geschäftsführer Bergedorfer Gesprächskreis und Leiter Hauptstadtbüro), dem Bundespräsidialamt (Leiter Grundsatzreferat) und als Syndikusanwalt in einem mittelständischen Industrieverband bin ich heute nach einem Burnout und langem Heilungsweg diplomierter systemischer Coach und Politikberater. Wenn mein Fragen und Herangehen an die gegenwärtigen Problemstellungen Ihnen gefällt, freue ich mich über Likes, ein Abonnement meines Podcasts und über Anregungen, Fragen, Kritik und Vorschläge: LvT@wasunstraegt.de Berlin, 3. September 2026 Dr. Levin von Trott

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  • 2 Christian Meier im Gespräch: Zeuge des Jahrhunderts

    Vor 2 Tagen2:27:28

    Am 13.9.2026 hatte ich die Ehre und Freude, bei Professor Christian Meier in der Nähe von München zu Gast zu sein – einem der bedeutendsten deutschen Historiker der Gegenwart, der mit seinen 97 Lebensjahren aus eigener Erfahrung fast ein ganzes Jahrhundert überblicken kann. Vielen ist Christian Meier als Althistoriker bekannt: durch seine Cäsar-Biographie, seine Arbeiten zur Entstehung des Politischen bei den Griechen, zur Geschichte des antiken Athen und zur Krise der römischen Republik. Ebenso prägend war und bleibt sein anhaltendes Interesse an der Gegenwart unseres Gemeinwesens, dokumentiert etwa in Werken wie „Von Athen bis Auschwitz“ und „Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns“. Begleitet wurde ich von meinem Freund Professor Patrick O. Cohrs, der nach Lehrtätigkeiten als Historiker an den Universitäten Oxford, Harvard und Yale zur Zeit an der Universität Florenz lehrt. Er beschäftigt sich mit der Geschichte internationaler Politik seit Mitte des 19. Jahrhunderts als dem Zeitraum, in dem allmählich und von den Weltkriegen unterbrochen eine atlantische Ordnung entstand. Sein 1100 Seiten umfassendes Werk The New Atlantic Order – Transformation of International Politics 1860 – 1933 ist 2022 bei Cambridge University Press erschienen. Er hat eine besondere Beziehung zu Christian Meier, der seinen Zugang zur Geschichtswissenschaft geprägt hat, und deshalb war es für mich besonders schön, dass er am Gespräch teilgenommen hat. Ich habe mit seiner Unterstützung nach dem 11. September 2001 für den Bergedorfer Gesprächskreis der Körber Stiftung, der zuvor jahrzehntelang insbesondere dem deutsch-sowjetischen Dialog des Kalten Krieges und der darauffolgenden Phase deutsch-russischer Beziehungen gewidmet war, sozusagen von Null ein transatlantisches Netzwerk aufzubauen und in entsprechende Gesprächsformate umzusetzen. Patrick Cohrs wird in einer späteren Episode von WAS UNS TRÄGT mein Gesprächspartner sein. In der ersten Stunde unseres Gesprächs berichtet Christian Meier minutiös und mit erstaunlicher Plastizität der Erinnerungen über seine Kindheit und Jugend im Dritten Reich, in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR, wo er in Rostock sein Studium beginnt - bis er in Konflikt mit dem Regime kommt und sich über Berlin nach Heidelberg absetzt. Es geht dann um sein Werk und um Fragen von dessen heutiger Aktualität angesichts der Krisenlage der freiheitlichen Demokratie im Konflikt zwischen den unseren bisherigen politisch-medialen Mainstream beherrschenden Kräften und jener 'Alternative', die sich dem Anspruch auf Alternativlosigkeit entgegenstellt. Christian Meier hat sich lebenslang mit Krisen der Demokratie bzw. der Republik beschäftigt, von Athen über Rom bis zu Weimar - und unser Gespräch mündet in Betrachtungen zur Gegenwart.

  • 1 Christian Stecker im Gespräch: Demokratie - aber wie?

    03.09.20261:39:17

    Aufzeichnung: 27. August 2026 Prof. Dr. Christian Stecker ist Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt und leitet dort den Arbeitsbereich „Politisches System Deutschlands und Vergleich politischer Systeme“. In diesem Jahr hat er ein Buch vorgelegt, das seine umfassenden, auch internationalen Forschungen zu guter Regierung bündelt. Der Titel lautet: „Ohne Koalitionskorsett und Brandmauern – Wie flexible Mehrheiten die Demokratie stärken“. Er stammt aus Halle an der Saale, wo er noch heute lebt. Studiert hat Christian Stecker in Potsdam und Canterbury. Das Gespräch ist gedacht als Beitrag zur grundsätzlicheren Reflexion über den Zustand und die Erneuerungsfähigkeit der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Die bevorstehenden Landtagswahlen bilden den aktuellen Anlass, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Im Zentrum steht die Frage, ob unsere reale politische Ordnung genug Beweglichkeit besitzt, um unter veränderten Bedingungen — fragmentiertem Parteiensystem, AfD-Aufstieg, Koalitionszwänge und politische Lagerbildung — handlungsfähig, legitim und parlamentarisch lebendig zu bleiben.