Handy, TV, Tablet – Medienkonsum bei Kindern: Was ist zu viel und was zu wenig?
Was'n Kinderkram
21.10.2022 • 44 Min.
Medien gehören zu unserem Alltag und wir brauchen uns gar nicht der Illusion hingeben, dass Kinder heute eine ähnliche Kindheit haben, wie ich es zum Beispiel hatte. Das müssen sie aber auch gar nicht! Wie soll das auch funktionieren – wir sind eben in 2023 und nicht in den 80ern oder 90ern. Wenn wir als Mama und Papa versuchen, eine gesunde Balance zu finden, dann können Medien sogar bereichern und ein Plus sein. Kinder brauchen diese Skills auch schlichtweg, weil die Arbeitswelt und generell die Welt da draußen so funktioniert. Aber wie sieht diese gesunde Balance aus? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten und man kann da auch keine Aussage treffen, die zu jedem Kind passt. Genau deshalb habe ich mir wieder die liebe Dr. Celine Schlager geschnappt, mit der ich schon in dem Podcast zum Thema Plötzlicher Kindstod, Fieberkrampf und Verschlucken ein so super Gespräch mit guten Tipps hatte. Sie ist Ärztin auf der Kinder-Intensivstation und bietet unter anderem auch Kurse zu dem Thema Medienkonsum an. Außerdem ist sie gerade so schön schwanger und wird bald selbst Mama. Ich mag es, dass ihre Tipps ohne diesen lästigen erhobenen Zeigefinger kommen und stattdessen alltagsnah und unkompliziert sind. Und für mich ganz wichtig: Hier gibt es kein schwarz-weiß und kein bashen von Eltern, die sich selbst eine Auszeit schaffen, indem sie die Paw Patrol rufen für eine Folge ;-). Celine gibt im Podcast Tipps, Ideen und hat auch mir zum ersten Mal die 3-6-9-12-Regel erklärt. Ich habe davor noch nie etwas davon gehört, aber es hilft uns Eltern, die Medien richtig zu "portionieren". Diese Regel sagt, dass Kinder vor dem dritten Lebensjahr kein TV schauen sollten, vor dem sechsten Lebensjahr keine Spielekonsole haben sollten, vor dem neunten kein Handy und vor dem zwölften Lebensjahr Social Media meiden sollten. Außerdem beantwortet sie auch die Frage nach dem "wie lange", also wie lange sollten Kinder TV schauen zum Beispiel. Hier ist ihre Empfehlung klar: Eine Stunde pro Lebensjahr. Ist euer Kind also 3 Jahre alt, darf es sich drei Stunden in der Woche dem Medienkonsum widmen – wobei Bücher da ausgenommen sind, davon kann man nie genug haben. Hier gilt "All you can read!" Wichtig ist, dass man tatsächlich die gesamte Woche betrachtet. Ein Kind, das 7 Jahre alt ist, dürfte demnach 7 Stunden in der Woche schauen. Regnet es, sind es eben manchmal 3 Stunden an einem einzigen Tag, dann bleiben für den Rest der Woche nur noch 4 Stunden. Ist als Orientierung eine ganz gute Regel finde ich, die mir als Mama auch das schlechte Gewissen nimmt. Kinder komplett vom TV oder anderen Medien fernzuhalten, davon hält sie nichts, weil wir ihnen so wichtige Kompetenzen und wichtiges Wissen verweigern. Sie müssen sich in der medialen Infrastruktur zu bewegen wissen, weil es unsere Welt ist. Heute und in Zukunft.