#60 Kunst, Gewalt und Theologie - Die Gegenreformation
#60 Kunst, Gewalt und Theologie - Die Gegenreformation

#60 Kunst, Gewalt und Theologie - Die Gegenreformation

Wer wir sind und warum das nicht klappte ...


03.06.2026 • 59 Min.

Mit Klaus Unterburger: „Gegenreformation“ klingt danach, als wollte jemand die Uhr zurückdrehen. Neudeutsch würde man „Backlash“ dazu sagen. Nachdem sich die Reformation in Deutschland in der Mitte des 16. Jahrhunderts behauptet hatte, versuchten die katholischen Kräfte europaweit durch Politik, Kunst, Theologie und Gewalt die Entwicklung umzudrehen. Der Barock sollte die Sinne überwältigen, die Jesuiten appellierten an die Vernunft der Gläubigen und der spanische König setzte auf sein Militär. Martin Luthers Ideen hatten die Machtverhältnisse in Europa nachhaltig erschüttert. Mit der anglikanischen Kirche nabelte sich der englische König Heinrich VIII. vom Papst ab und machte sich selbst zum Oberhaupt der Kirche Englands. In den Niederlanden, die eigentlich zum katholischen Spanien gehörten, gewannen die Calvinisten die Oberhand. Auch in Frankreich wuchs der Anteil der Calvinisten in der Bevölkerung stetig. Allerdings wurden sie durch den französischen König in mehreren Glaubenskriegen gnadenlos verfolgt. Der Tiefpunkt war die Bartholomäusnacht: Am 23.August 1572 wurden in Paris 3000 französische Protestanten ermordet. Und in Spanien regierte der erzkonservative Sohn von Karl V.: Philipp II. Er wollte alles besser machen als sein Vater und gab den Protestanten nicht eine Hand breit nach. Er griff vor allem in seinen Niederlanden durch. Der Krieg zwischen den reformatorischen Niederlanden und dem katholischen Herrscherhaus in Spanien sollte 80 Jahre dauern. Dagegen waren die Verhältnisse in Deutschland in dieser Zeit fast friedlich. Die protestantischen Landesfürsten hatten mit den katholischen Herrschern den Augsburger Religionsfrieden geschlossen. 1555 war das. Danach konnte jeder Landesherr selbst entscheiden, welcher Glaube in seinem Territorium praktiziert werden soll. Aber auch in Deutschland hielt der Friede nicht ewig. Was führt in den 63 Jahren vom Kompromiss zum Krieg? Wie sich die Glaubensgegensätze in Deutschland langsam hochschaukelten und schließlich im 30jährigen Krieg mündeten, darüber spreche ich mit Klaus Unterburger, Professor für Kirchengeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an. Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel Stiftung ist diese Podcastserie vertreten. "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen Geschichtspodcaster! https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw #Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa