🎙️ Folge 65: Schmeckt Whisky, Wein & Co. denn besser, wenn ich Experte bin? WTF???
Whisky & Golf
04.06.2026 • 0 Min.
Immer wieder werde ich mit einer Aussage konfrontiert, die mich inzwischen wirklich beschäftigt: „Das würde ich gerne probieren, aber ich bin kein Experte.“ Aber warum eigentlich? Muss man Experte sein, um Whisky, Wein, Rum oder andere Genussmittel wirklich genießen zu können? Und weshalb haben wir das Gefühl, uns rechtfertigen zu müssen, wenn wir etwas trinken, von dem wir nicht jede Rebsorte, jede Destillerie oder jeden Herstellungsschritt auswendig kennen? Was soll das eigentlich? In wenigen Tagen ist bei der Fußball-WM wieder gefühlt jeder Bundestrainer, ohne jemals selbst an der Seitenlinie gestanden zu haben. Dort wird diskutiert, analysiert und bewertet, oft mit großer Leidenschaft und wenig Fachwissen. Gleichzeitig werden Tasting Line-ups, die von Menschen zusammengestellt wurden, die das beruflich machen oder sogar Master Distiller einer Brennerei sind, von selbsternannten Liebhabern kritisiert und anschließend gefeiert. Wie passt das zusammen? In dieser Folge spreche ich über die Rolle von Fachwissen beim Genuss, über Vorurteile gegenüber Experten und Nicht-Experten und über die vielen großartigen Momente, die ich mit Freunden, Familie und einem guten Tropfen erleben durfte. Momente, in denen Gemeinschaft, Gespräche und Atmosphäre oft wichtiger waren als jede Tasting Note. Und damit komme ich immer wieder zu derselben Frage: Hat Wissen Einfluss auf unseren Geschmack? Ja, vermutlich. Vielleicht verstehe ich einen Geschmack besser, erkenne Zusammenhänge oder nehme mehr Nuancen wahr. Aber macht das ein Getränk automatisch besser? Ich bezweifle es. Eine persönliche Folge über Genuss, Leidenschaft, Fachwissen und die Frage, warum wir manchmal vergessen, worum es eigentlich geht: gemeinsam Zeit zu verbringen, etwas Neues zu entdecken und einfach eine gute Zeit zu haben.