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WerteInitiative - jüdisch-deutsche Positionen e.V.


Podcast

Was bewegt Jüdinnen und Juden in Deutschland? Freiheit, Sicherheit, Gesellschaft, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Bildung und der Widerstand gegen Hass - darüber und weitere Themen der freiheitlichen Demokratie sprechen wir im WI-Talk aus jüdischer Perspektive mit unseren Gästen.

Alle Folgen

  • Ahmad Mansour: Buchvorstellung: Haltung ohne Hass. Über Radikalisierung, Resilienz und eine neue Streitkultur

    07.09.2026•37:42

    Wenn wir von Radikalisierung sprechen, denken wir oft zuerst an Gewalt und Anschläge. Doch Radikalisierung beginnt viel früher. Einer, der sagt, dass wir handeln müssen, bevor wir die Gewalt sehen, ist Ahmad Mansour. Er ist Psychologe und Autor und hat Radikalisierung, aber auch Deradikalisierung am eigenen Leib erlebt. In seinem neuen Buch "Haltung ohne Hass" beschäftigt er sich mit den Mechanismen und Faktoren hinter Radikalisierung. Mansour arbeitet mit Jugendlichen und Lehrkräften, entwickelt Präventionsprogramme und berät auch die Bundesregierung bei der Frage, wie man Islamismus und Radikalisierung frühzeitig begegnen kann. In diesem WI-Talk geht es deshalb nicht nur um die Analyse des Problems, sondern vor allem um die Frage, was wir tun können: Wie entsteht Radikalisierung? Was macht Menschen anfällig für einfache Weltbilder und Feindbilder? Wie können Schulen, Lehrkräfte und Gesellschaft früher gegensteuern? Und was brauchen wir, um Resilienz zu stärken und wieder zu einer offenen Streitkultur zurückzufinden? Foto: © Markus Höhn Zum Buch: https://www.piper.de/buecher/haltung-ohne-hass-isbn-978-3-8270-1544-0 Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V.

  • Stefan Dietl: Wir antisemitisch ist die AfD?

    31.08.2026•33:49

    Die AfD präsentiert sich gerne als besonders israelfreundlich und als entschiedene Gegnerin von Antisemitismus. Gleichzeitig finden sich in der Partei immer wieder Geschichtsrevisionismus, Verschwörungserzählungen über „Globalisten“ und Eliten sowie antisemitische Denkfiguren in modernisierter Sprache. Wie passt das zusammen? Und woran erkennt man Antisemitismus, wenn er nicht offen als solcher auftritt? Darüber sprechen wir mit dem Gewerkschafter, Journalisten und Autor Stefan Dietl. In seinem Buch „Antisemitismus und die AfD“ untersucht er die ideologischen Muster hinter einzelnen Äußerungen und Skandalen. Im Gespräch geht es darum, wie die AfD ihre vermeintliche Israelfreundlichkeit politisch nutzt und wie sich berechtigte Kritik an islamistischem Antisemitismus von dessen Instrumentalisierung unterscheiden lässt. Außerdem werfen wir einen Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen rechtem und linkem Antisemitismus: Warum begegnen uns trotz verschiedener Ideologien ähnliche Muster von Verschwörungsdenken, Freund-Feind-Logik und kollektiven Zuschreibungen? Und schließlich geht es um eine grundsätzliche Frage: Verläuft die entscheidende Grenze vielleicht weniger zwischen rechts und links – sondern zwischen demokratischem und autoritärem Denken? Zum Buch: https://www.verbrecherverlag.de/shop/antisemitismus-und-die-afd/ Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de

  • Tilman Tarach: Vom Mittelalter in die TAZ. Wie judenfeindliche Bilder die Jahrhunderte überdauern

    20.08.2026•31:41

    Israel als Täterstaat, Juden, die sich angeblich vom Opfer zum Täter entwickelt haben, Genozidvorwurf. All das wurde und wird so oft wiederholt, dass es in einigen Kreisen als unumstößliche Wahrheit gehandelt wird – Faktenresistenz inbegriffen. So inbegriffen, dass jemand in der TAZ über seinen Vater schreibt, der die Polio-Impfung nicht rechtzeitig erhalten haben soll, weil die Familie 1948 im israelisch-arabischen Krieg vertrieben wurde. Dass diese Impfung erst Jahre später erstmals zugelassen wurde – geschenkt. Wir wollen uns jedoch weniger auf die TAZ konzentrieren, sondern vielmehr fragen: wie ist es möglich, dass so etwas heute problemlos durchgewunken wird, und zwar nicht als journalistisches Versagen, sondern „Israelkritik“? Unser Gast ist der Jurist und Autor Tilman Tarach, der diesen Fall sehr pointiert kommentiert hat. Er beschäftigt sich mit der Ideen- und Wirkungsgeschichte des Antisemitismus. In seiner Arbeit zeigt er, wie sich Vorstellungen vom Gottesmörder, vom heimlichen Strippenzieher oder vom Juden als Täter verändert und bis in die heutige Wahrnehmung von Israel fortgesetzt haben. Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de

  • Ingo Elbe: Antisemitismus in der postkolonialen Theorie. Wenn Juden zu weißen Unterdrückern gemacht werden

    07.08.2026•40:30

    Wie kann es sein, dass Menschen, die für Vielfalt, Menschenrechte und Gleichberechtigung eintreten, mit Terrororganisationen wie der Hamas sympathisieren? Warum wird etwa das islamische Regime im Iran oder Gruppen wie die Hamas oder Hisbollah von Teilen der progressiven Szene zu einem antikolonialen Widerstand verklärt – und das obwohl sie Frauen unterdrücken, Homosexuelle verfolgen und politische Gegner verfolgen, foltern und hinrichten? Zufall ist das nicht. Dahinter steckt ein Weltbild, das die Welt in Unterdrücker und Unterdrückte einteilt – und Israel dabei auf der Täterseite verortet. Bei uns ist der Philosoph und Antisemitismusforscher Ingo Elbe. Er arbeitet seit Jahren zu Antisemitismus, Marxismus und den ideologischen Grundlagen des gegenwärtigen Israelhasses. Wir tauchen ein in die theoretische ideologische Basis dieser Weltbilder und sprechen über postkoloniale Theorien. Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de

  • Tuvia Tenenbom: Werden jüdische Stimmen gecancelt? Über den Preis des Dialogs

    20.07.2026•43:17

    Zwei Berliner Buchvorstellungen mit Tuvia Tenenbom wurden gecandelt. Dabei tut der israelisch-amerikanische Autor in seinen Büchern genau das, was Kulturinstitutionen ständig fordern und immer seltener selbst praktizieren: Er spricht mit Menschen, auch wenn ihre Ansichten unbequem, widersprüchlich oder abstoßend sind. Gerade erschien sein neues Buch „Wie nennt ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“. Dafür lebte er mit seiner Frau Isi im sogenannte Westjordanland, Judäa und Samaria – oder, wie er es nennt, „BI“, das biblische Israel. Er begegnete Siedlern und Palästinensern, Friedensaktivisten und Radikalen, Politikern und Journalisten. Mit ihm sprechen wir über das Canceln jüdischer Stimmen, über die ideologische Aufladung des Kulturbetriebs und über eine Frage, die heute fast provokant wirkt: Was erfahren wir, wenn wir Menschen zuhören, bevor wir über sie urteilen? Zum Buch: https://www.suhrkamp.de/buch/tuvia-tenenbom-wie-nennt-ihr-dieses-land-hiero-t-9783518475331 Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de

  • Luai Ahmed: Vom Islamisten zum Brückenbauer. Ein Aussteiger erklärt blinde Flecken des Westens

    29.04.2026•48:32

    Islamismus tritt im Westen selten mit offenem Machtanspruch auf. Häufig wirkt er über Narrative, Milieus, Organisationen und digitale Öffentlichkeiten – und nutzt dabei genau jene Freiheiten aus, die demokratische Gesellschaften ausmachen. Gleichzeitig beobachten wir eine Normalisierung von Judenhass und Israelhass, die sich mit islamistischen Weltbildern verbindet und in unterschiedlichen Milieus anschlussfähig wird. Das führt zu falschen Begriffen, falschen Abgrenzungen – und zu einer Unterschätzung einer Ideologie, die auf Unfreiheit, Einschüchterung und Feindbilder angewiesen ist. Was genau unterscheidet Islam von Islamismus – und woran erkennt man den politischen Anspruch, bevor er offen zutage tritt? Welche Missverständnisse, Tabus und Verklärungen prägen westliche Debatten über den Islam und über “kulturelle Sensibilität”? Warum sind Juden und Israel so zentrale Feindbilder islamistischer Bewegungen – und wie wird dieser Antisemitismus sprachlich getarnt, moralisch aufgeladen oder politisch legitimiert? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Politik, Medien, Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft in Deutschland? Diese und weitere Fragen besprechen wir mit Luai Ahmed. Ahmed wurde 1993 in Sana’a, der Hauptstadt des Jemen, geboren, ist Journalist, Kolumnist und Content Creator, der heute in Schweden lebt. Aufgewachsen mit Judenhass und dem Glauben an die Vernichtung Israels hat er sich in einem langjährigen Prozess davon gelöst. Heute nutzt er seine Reichweite, um islamistischen Extremismus, Antisemitismus und Hassideologien zu bekämpfen. Er ist Teil der Online-Bewegung „Builders of the Middle East“, in der arabische und jüdische Teammitglieder gemeinsam Inhalte produzieren, um Online-Extremismus entgegenzutreten und ein „drittes Narrativ“ sichtbar zu machen: Geschichten von Menschlichkeit, Koexistenz und einem Ausstieg aus Feindbildern. Moderation: Nelly Eliasberg, WerteInitiative e.V. www.werteinitiative.de