Born in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land
Born in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land

Born in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land

Antje Riis


Podcast

Wie war die DDR: Grau, stinkend und menschenverachtend? Geprägt von Menschlichkeit, Gleichberechtigung und kollektivem Miteinander? Viele Geschichten aus dem Osten sind noch zu erzählen, müssen erzählt werden. Antje Riis will sie in diesem Podcast einfangen und festhalten. Ihre Gäste haben die DDR erlebt und erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen vor und nach dem Mauerfall, wie sich das Leben für sie bis heute entwickelt und was sie sich für dich Zukunft wünschen. Über die Gastgeberin: Antje Riis wurde in der DDR, in Leipzig, geboren. Ihr erster Beruf ist "Facharbeiter Kellner", zu dem sie sich im legendären Hotel Merkur Leipzig (heute Westin) ausbilden ließ. Zehn Jahre später fing sie an redaktionell fürs TV zu arbeiten, wo sie für Talkshows wie Schreinemakers oder Johannes B. Kerner Prominente, Politiker, Autoren und Experten interviewte. Schon dort hatte Riis ein besonderes Interesse für die "Ostgeschichten" der Gäste, weil sie zu wenig nachgefragt wurden und werden. Antje Riis auf Instagram und Facebook: @born_in_the_gdr

Alle Folgen

  • DDR-"Asozialen-Paragraf"- Weggenommen und adoptiert: Tim Steinwender im Gespräch mit Antje Riis

    07.06.20261:20:01

    Mein heutiger Gast ist Tim Steinwender. Seine Mutter Ramona ist 1978 erst 15 Jahre alt, als sie mit ihm schwanger wird. Doch statt Unterstützung zu bekommen, gerät sie ins Visier des Jugendamtes: die Begründung für die angebliche Kindeswohlgefährdung ist erschreckend schlicht: „jugendliche Mutti“. Mit nur elf Monaten wird Tim seiner Mutter weggenommen und in ein DDR-Wochenheim gebracht. Wenig später unterschreibt Ramona die Adoptionsfreigabe. Kurz darauf wird sie wegen sogenannter „Arbeitsbummelei“ verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Der berüchtigte § 249 des Strafgesetzbuches machte es möglich, auch diffamierend als „Asozialen-Paragraf“ bezeichnet. Er kriminalisierte Menschen, die als arbeitsscheu galten oder anderweitig „aus der Reihe tanzten“. Mit sechs Jahren erfährt Tim Steinwender, dass er adoptiert ist, Jahrzehnte später beginnt er, seine leibliche Mutter zu suchen. Er sichtet Jugendamtsakten, Gerichtsunterlagen und Stasi-Dokumente. Er findet Briefe und sieht nach zehn Jahren Recherche zum ersten Mal ein Foto seiner Mutter. Die Suche wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit... Wir sprechen über seine außergewöhnliche Spurensuche und über den Schmerz eines verlorenen Lebensweges. Warum ihm die rechtliche Rehabilitierung seiner Mutter wichtig ist, wie ihn die jahrelange Suche nach seiner Mutter Ramona verändert hat und warum die Aufarbeitung der DDR-Geschichte noch lange nicht abgeschlossen ist, darüber sprechen wir jetzt.

  • Köchin des Jahres 2026: Maria Groß im Gespräch mit Antje Riis

    10.05.20261:29:00

    Für diese Folge bin ich nach Thüringen gereist, genauer gesagt nach Erfurt- Bischleben in die "Bachstelze" zu Maria Groß. Wir sprechen über ihre Kindheit in der DDR, die Umbrüche nach dem Mauerfall, ihren ungewöhnlichen Weg in die Spitzenküche und darüber, wie ihre Herkunft bis heute ihre Küche prägt. Außerdem geht es um ostdeutsche Identität, Heimat, ihre Rückkehr nach Thüringen und warum Orte wie die Bachstelze gerade heute so wichtig sind.

  • Amor und die Kids, Die Prinzen: Tobias Künzel im Gespräch mit Antje Riis

    12.04.20261:22:07

    Wir sprechen über seinen ungewöhnlichen Weg: vom Neunjährigen im Thomanerchor über das Leben im Internat bis hin zu ersten musikalischen Erfolgen in der DDR. Tobias erzählt von Reisen in den Westen, den subtilen Einfluss der Stasi und den Herausforderungen während der NVA-Zeit. Natürlich geht es auch um die Zeit nach dem Mauerfall: die entscheidende Begegnung mit Annette Humpe, wie es war, die erste Popsensation aus dem Osten im wiedervereinten Deutschland zu sein und die beeindruckende Karriere mit Millionen verkaufter Tonträger und warum jetzt der richtige Moment für ein Comeback von „Amor und die Kids“ ist

  • Verlassene DDR-Kinder- Jördis Mahanta im Gespräch mit Antje Riis

    15.03.202658:44

    Sommer 1989: In der DDR wächst der Protest. Tausende Menschen gehen auf die Straße, fordern Freiheit und Reformen. Doch während sich Geschichte auf den Straßen abspielt, passieren im Privaten Dinge, die bis heute kaum sichtbar sind. Jördis Mahanta ist Teenager, als ihre Eltern nach einer Reise aus West-Berlin nicht zurückkommen. Sie bleibt allein zurück in Ost-Berlin, Verlassen von den Eltern und der Frage: warum? Sie spricht über den Schock, das plötzliche Alleinsein und Hunger, warum sie als Tochter von „Republikflüchtigen“ ins Visier der Stasi gerät, und was passiert, als sie nach dem Mauerfall unangekündigt an der Wohnungstür ihrer Eltern in West-Berlin klingelt. Außerdem erzählt sie, warum sie heute als Kunsttherapeutin mit Heimkindern arbeitet, die selbst Verlusterfahrungen gemacht haben und weshalb sie dieses wenig erzählte Kapitel der Wendezeit weiter erforschen möchte.

  • Kino-und Theatermacher ("Sonnenallee") Leander Haußmann im Gespräch mit Antje Riis

    08.02.20262:00:19

    Er hat mit „Sonnenallee“ für den ersten erfolgreichen Kinofilm über die DDR nach der Wiedervereinigung gesorgt- wird ein zweiter Teil kommen? Leander, 1959 in Quedlinburg im Bezirk Halle/Saale geboren, wächst in einer Theaterfamilie auf. Sein Vater Ezard Haußmann ist ein beliebter Schauspieler in Theater und Film, seine Mutter Kostümbildnerin. Das Leben ändert sich abrupt, als er 9 Jahre alt ist: Sein Vater erhält zehn Jahre Berufsverbot. Von da an ist nichts wie zuvor, die Stasi Teil seines Lebens. Er lernt zunächst Facharbeiter für Tiefdruck, um dann Schauspieler zu werden. In Gera und Parchim, wo er anschließend engagiert wird, eckt er an, mal ist es die Loyalität zu einem Kollegen oder sein Ausreiseantrag. Nach dem Mauerfall macht er sich einen Namen als Theaterregisseur in Weimar und als Intendant am Schauspielhaus in Bochum, bevor er als Filmregisseur durchstartet. Wir sprechen u.a. darüber, wie er der Präsenz der Stasi in seinem Leben mit Humor begegnet ist, ob es heute einfacher ist, einen Film über die DDR machen zu können und ob sich das Bild des Ostens im Westen seit dem Mauerfall wesentlich verändert hat.

  • Antje Riis- Meine Geschichten aus einem verschwundenen Land- Musikerweckung

    11.01.202632:03

    Wie konnte man ohne internationale Musik, die man nicht einfach kaufen konnte, als Teenager in der DDR überleben? Ich mochte die Musik, die einige DDR-Bands machten. Sie ist selbstverständlich Teil meiner Identität, weil es mein Aufwachsen stark geprägt hat. Und das lag maßgeblich daran, dass man seinen Lieblingsbands begegnen konnte. Also, wie war das in der DDR, mit den Bands und den Fans? In dieser Folge erzähle ich euch von meinem ersten Konzert im Alter von 15 Jahren, was DDR-Rockmusik bei mir und vielen anderen ausgelöst hat, welche Anstrengungen unternommen wurden, um die Lieblingsbands wie Stern Meißen, Silly, Pankow oder Lift live zu sehen, in welche Gefahr ich mich insbesondere in einer Situation gebracht habe, aber auch, welche Begegnungen mich heute noch prägen.