#147 Neunzig Minuten Show: Welche Clips gehören auf Social Media?
11.10.2026•14:53
In einer kompletten Show gibt es vielleicht 30 richtig gute Lacher. Doch nur ein kleiner Teil davon eignet sich automatisch auch für Instagram Reels, TikTok oder YouTube Shorts. In dieser Folge sprechen Christoph und Yannic darüber, wie man aus langem Showmaterial genau die Momente herausfiltert, die auch auf Social Media funktionieren können. Ein Schwerpunkt ist dabei Crowdwork. Denn nur weil ein Dialog live für große Lacher sorgt, muss er als einzelner Clip noch lange nicht funktionieren. Entscheidend ist unter anderem, ob Künstler und Publikum auf Augenhöhe miteinander umgehen, ob Sympathie entsteht und ob der Ausschnitt eine nachvollziehbare kleine Geschichte erzählt. Besonders stark wird Crowdwork dann, wenn ein echtes Pingpong entsteht: Das Publikum gibt etwas rein, der Künstler reagiert, es geht hin und her – und man möchte wissen, wie die Situation endet. ? Yannic erklärt außerdem seinen eigenen Auswahlprozess beim Sichten langer Shows. In Premiere Pro arbeitet er mit verschiedenen Farben, um Material direkt einzuordnen: Was ist sofort interessant? Was könnte funktionieren? Was passt vielleicht nicht zum Künstler, ist aber trotzdem spannend? Und welcher Ausschnitt wurde bereits verarbeitet? Dieses System hilft nicht nur beim aktuellen Schnitt. Monate später lässt sich noch nachvollziehen, welche Stellen bereits verwendet wurden und welche bisher liegen geblieben sind. ? Besonders wichtig ist aber ein Punkt, der fast banal klingt: Nimm dir wirklich Zeit zum Sichten. Wer gleichzeitig Nachrichten beantwortet, andere Aufgaben erledigt oder gedanklich schon beim nächsten Termin ist, übersieht schnell genau die kleinen Momente, aus denen später ein richtig guter Clip werden könnte. Deshalb lautet die Empfehlung: Handy weg, Zeit blocken und das Material konzentriert anschauen. Wer noch kein ausgefeiltes Schnittsystem hat, kann zunächst ganz simpel mit Timecodes und Notizen arbeiten. Wer regelmäßig viel Material verarbeitet, sollte sich dagegen möglichst früh ein eigenes Markierungs- und Ordnungssystem aufbauen. Eine Folge für Comedians, Künstler und alle, die aus Bühnenmaterial gezielter, schneller und treffsicherer Social-Media-Content machen möchten. ?