Happy Bootstrapping - Der Podcast für Gründer:innen und Bootstrapper
Happy Bootstrapping - Der Podcast für Gründer:innen und Bootstrapper

Happy Bootstrapping - Der Podcast für Gründer:innen und Bootstrapper

Andreas Lehr


Podcast

Mein Name ist Andreas Lehr und in diesem Podcast interviewe ich wöchentlich wechselnde Unternehmer:innen zu Ihrer Geschichte. Den Newsletter und weitere Infos zum Podcast bekommst du auf der neuen "Happy Bootstrapping" Website: happy-bootstrapping.de. Bootstrapping, Solopreneur und Indie-Hackerin - was heißt das eigentlich? Bei "bootstrapped" Startups spricht man in der Regel von selbst finanzierten und aus den Umsätzen wachsenden Unternehmen ganz ohne Venture-Capital. Bei "Happy Bootstrapping" spreche ich mit Gründer:innen über Höhen und Tiefen des Bootstrapping und die Besonderheiten dieser Form der Unternehmensgründung. Mich begeistern hierbei die inspirierenden Geschichten und die sich ständig wechselnden Herausforderungen, die ein solches Gründerleben bestimmen. Diese Erfahrungen möchte ich mit Dir teilen und Dich inspirieren, Deine eigenen Ideen umzusetzen. Hast Du selbst eine spannende und interessante "Bootstrapping"-Geschichte zu erzählen? Schreib mir gerne eine E-Mail unter hallo@happy-bootstrapping.de.

Alle Folgen

  • Fördermittelberatung gebootstrappt und verkauft: Marten Pieper, re:fund (#189)

    Vor 3 Tagen1:26:56

    Marten Pieper ist Gründer und Geschäftsführer von re:fund, einer tech-gestützten Fördermittelberatung mit einem achtköpfigen Team in Berlin und Hamburg. Gestartet ist er 2021 mit dem Legal Tech LexHub, nach der Trennung von seinen Mitgründern kam der Pivot in die Innovationsförderung. Heute stehen über 150 Kunden und mehr als 200 Projekte in den Büchern, abgerechnet wird ausschließlich im Erfolgsfall. Von den Anträgen, die re:fund einreicht, gehen über 95 Prozent durch, der Marktdurchschnitt liegt deutlich darunter. Wir sprechen über die Förderprogramme, wie die Forschungszulage, über die Kriterien, die ein Projekt erfüllen muss, und darüber, warum re:fund lieber vorab eine halbe Stunde prüft, statt jeden Fall anzunehmen. Dazu das Cashflow-Problem eines Bootstrappers, der erst nach der Auszahlung durchs Finanzamt seine Rechnung stellen kann. Außerdem erzählt Marten, wie er re:fund im Juli verkauft hat, warum am Ende das Bauchgefühl entschieden hat und was die mentale Belastung als alleiniger Gründer mit ihm gemacht hat.

  • Agentur Okeano bootstrapped SaaS "pylo" auf 10.000 Euro MRR (#188)

    10.09.20261:12:34

    Leon Schubert ist Geschäftsführer der Okeano GmbH in Lippstadt, einer Software-Agentur mit sieben Leuten, davon fünf Entwickler. Seit rund anderthalb Jahren verkauft das Team zusätzlich ein eigenes Produkt: pylo, eine Backend-as-a-Service-Plattform, die Leon als Betriebssystem fürs Unternehmen beschreibt. Etwa 10.000 Euro MRR kommen inzwischen von pylo, rund 80 Prozent des Umsatzes macht weiterhin die Agentur. Ein Dutzend Firmen arbeitet mit der Plattform, dahinter steht eine vierstellige Zahl an Nutzern und bei einzelnen Kunden Millionen von Datensätzen. Abgerechnet wird nicht pro Nutzer, sondern nach Datenmenge, Speicher und Prozessschritten. Wir sprechen darüber, wie pylo aus 20 bis 40 ähnlichen Kundenprojekten entstanden ist, über Laravel, modifiziertes Postgres und GraphQL als Stack, über Agenturen als Multiplikatoren im Vertrieb – und darüber, warum das Agenturgeschäft für Leon der bessere Investor ist als ein Investor. Dazu: der teuerste Fehler der Firmengeschichte und die Suche nach Entwicklern in einer 70.000-Einwohner-Stadt.

  • Seobility: Bootstrapping on Steroids in der SaaS.group mit Matthias Lugert (#187)

    03.09.20261:18:54

    Matthias Lugert ist CEO von Seobility, einem All-in-one-SEO-Tool aus Nürnberg. Er ist nicht der Gründer, sondern kam 2017 als vierter Mitarbeiter dazu und übernahm die alleinige Geschäftsführung nach dem Verkauf an die saas.group. Heute arbeiten dort knapp 20 Leute, der Umsatz liegt im mittleren siebenstelligen Bereich. Über 800.000 Menschen haben einen Account, jährlich kommen rund 100.000 dazu – zahlen tut davon etwa ein Prozent. Der Rest bleibt im Free-Tarif, und genau das ist Teil des Modells: Die kostenlosen Checks bringen bis heute den meisten Traffic und die meisten Anmeldungen. Bewusst kann Seobility weniger als Ahrefs oder Semrush und kostet dafür einen Bruchteil. Wir sprechen über Product-Led Growth ganz ohne Vertrieb, über den neuen MCP-Server, über die Frage, ob KI SEO überflüssig macht – und darüber, wie autonom eine Marke innerhalb einer Portfolio-Gruppe wirklich ist.

  • Rübenretter: 3,5 Mio. Euro Umsatz mit krummem Gemüse mit Pascal Lukas (#186)

    20.08.20261:10:33

    Pascal Lukas rettet krummes Obst und Gemüse. Mit Rübenretter kauft er direkt beim Erzeuger auf, was wegen Größe, Form oder Schalenfehlern nie in den Handel käme, und verschickt es im Abo. Rund 3 bis 3,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr, 10 bis 15 Tonnen pro Woche, 2.000 bis 2.500 Kisten. Geerntet wird extra für ihn. Angefangen hat es im Mai 2017 in der Garage hinter dem Obst- und Gemüsestand: sechs Kisten in der Woche, rund 2.000 Euro Startkapital, kein Kredit, kein Investor. Die ersten Kunden kamen über Regionalpresse und Influencer, die damals für eine einzige Box posteten. In der Spitze waren es 6.000 Kisten pro Woche und 40 Leute im Packteam. Wir sprechen über Margen im Frische-E-Commerce, über zwei Jahre gescheiterte Shop-Migration, über Lagersoftware, die er selbst gebaut hat, und darüber, warum die ausgelagerte Logistik zum Januar zurück ins eigene Haus kommt.

  • Markus Hetzenegger von NYBA: 75 Millionen Tickets ohne einen einzigen Investor (#185)

    13.08.20261:15:52

    Markus Hetzenegger vermarktet Online-Tickets. Mit NYBA aus Frankfurt betreut er rund 1.200 Veranstaltungen im Jahr, unter anderem für Live Nation, Superstruct, Merlin Entertainment, Cirque du Soleil und die Adele-Shows in München. Daraus sind seit dem Start 75 Millionen verkaufte Tickets geworden, bei rund 400 Millionen Euro Werbebudget in 25 Märkten. Das Team dahinter: etwa 20 Leute. Angefangen hat alles mit 17 und Uni-Events, die statt mit Flyern über Facebook-Gruppen ausverkauft wurden. Davor: ein südspanisches Fischerdorf, Absagen von fast jeder Schule in Bayern, ein abgebrochenes duales Programm bei BMW und ein Lagerjob, um die frische Selbstständigkeit zu finanzieren. Kredit oder Investor gab es nie, die eigene Plattform ist ein guter siebenstelliger Betrag aus dem Cashflow. Wir sprechen über das Preismodell aus kleiner Lizenzgebühr und Performance-Anteil, über Meta, Google und TikTok, über Fuck-Ups und darüber, warum ein Exit für ihn kein Ziel ist.

  • Ben Kohler, FamilyManager: Familien-App neben dem Vollzeitjob (#184)

    06.08.20261:16:21

    Ben Kohler ist Patchwork-Papa von vier Kindern, arbeitet Vollzeit als Angestellter und baut FamilyManager morgens vor allen anderen und abends, wenn alle schlafen. Die App bündelt Kalender, Aufgaben, Einkaufslisten und ein Credit-System für Kinder – und rechnet von Anfang an mit zwei Haushalten. Entstanden ist sie, weil keine der getesteten Familien-Apps ein Wechselmodell abbilden konnte. Seit dem ersten Commit im Februar 2026 sind rund 1.440 Nutzer in etwa 1.100 Haushalten dazugekommen, rein organisch, bei bislang etwa 2.500 Euro Umsatz. Knapp 4.700 Commits stecken darin, dazu über 1.500 automatisierte Tests und zwei KI-Review-Schleifen pro Pull Request. Auf die Produktivumgebung schreibt trotzdem nur Ben selbst. Wir sprechen über das Preismodell zwischen Abo und Lifetime, über den Vorwurf, die App sei KI-Slop, und über die ehrlichste Diagnose der Folge: Produkte bauen kann er, verkaufen nicht. Bis Ende 2027 will er trotzdem 2.000 zahlende Familien haben.