hr2 Dokumentation und Reportage
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Podcast

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

Alle Folgen

  • Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag - Einmal muss das Fest ja kommen -

    Heute55:26

    Zwischen Ingeborg Bachmann, der berühmten Lyrikerin, und Hans Werner Henze, dem berühmten Komponisten, bestand eine lange Freundschaft: Was sie genau ausmachte, war von Anfang an in ein geheimnisvolles Dämmerlicht gehüllt. Es hatte zeitweise etwas mit einem gemeinsamen Leben in Italien zu tun, und die Homosexualität Henzes schien zu der sphinxhaften Gestalt Bachmanns zu passen, die ihr Erscheinungsbild in den Medien bewusst mit Widersprüchlichkeiten anlegte. Kennen gelernt haben sich die beiden, als sie 26 Jahre alt waren, 1952 auf einer Tagung der Gruppe 47. Die gemeinsamen Monate auf Ischia, von August bis Oktober 1953, bilden den mythischen Urtext ihrer Beziehung. Ingeborg Bachmanns Gedichtzyklus "Lieder von einer Insel" kündet genauso davon wie ihr Hörspiel "Die Zikaden", zu dem Henze die Musik schrieb. Beide standen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne und verschrieben sich der Kunst. Bachmann und Henze erlebten offenkundig ekstatische Augenblicke der Gemeinsamkeit - doch im Alltag ließ sich das nicht durchhalten. Zu einer wahren Katharsis kommt es, als sie sich offensiv anderen Männern zuwendet. Spätestens mit der Uraufführung seines "Undine"-Balletts in London 1958 ist Henze ein internationaler Star. Je mehr sich Henze im Jet Set bewegt und mal aus New York, mal aus Hongkong schreibt, desto fester und rigider wird sein Stil. Bachmann hingegen erleidet durch die Beziehung mit Max Frisch ihr Lebenstrauma, ihre Äußerungen werden immer karger und verzweifelter. Die Beziehung zwischen beiden erlaubt unschätzbare Einblicke in eine Zeit, die man sich kaum mehr vorstellen kann: als alles offen schien, die Zukunft vielversprechend war und man dennoch an den Zuständen zerbrechen konnte.

  • Bäuerliches Leben in den Alpen - Von Braunvieh, Ziegenmist und Bergkartoffeln

    12.06.202652:41

    Im bayerischen Oberallgäu bewirtschaftet eine Familie ihren Bauernhof mit 25 Milchkühen. Der Alpsee liegt vor der Tür und die Berglandschaft lockt viele Touristen an. Direkt gegenüber vom Hof will die Gemeinde ein Wohngebiet mit Seepanorama erschließen, sie droht den Bauern mit Enteignung ihrer besten Weide. Doch die wissen sich zu wehren, schließlich steht die Zukunft ihres Hofes auf dem Spiel. Im Schweizer Bergeller Tal baut ein junges Paar Esskastanien an, hält Ziegen, Schafe und Esel. Das Tal ist schroff und schmal, und die beiden betreiben eine traditionelle Landwirtschaft mit viel Handarbeit. Aber die Vorschriften der Agrar- und Umweltbehörden erreichen auch die letzten Winkel. Ihren Ziegenmist sollen sie neuerdings in einer Wanne aus Beton unterbringen. Im italienischen Veltliner Tal kultiviert ein Paar alte Sorten, die früher in den Alptälern verbreitet waren. Sie retten Kartoffeln, Buchweizen und Roggen vor dem Aussterben. Doch die Gastronomen im Tal kaufen ihr Buchweizenmehl lieber als billige Importware ein. Im Leben der Bergbauern spielen auch Naturgewalten wie Starkregen, Trockenheit und Bergrutsche eine Rolle. Die Herausforderungen wachsen angesichts der Klimaveränderungen. dIE Berglandwirtschaft erhält die typische alpine Landschaft mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren, und sie ist nachhaltig. Was kann ihren Rückgang stoppen? Die Autorin Maike Hildebrand besucht die drei Höfe im Frühjahr, Sommer und Herbst.

  • Fronleichnam und das Fest des Sommers - "Durchwogt die Straßen festliches Gepränge "

    29.05.202653:39

    Am 4. Juni begehen wir das Fronleichnamsfest. Seit dem 13. Jahrhundert wird von Katholiken mit diesem Fest die Realpräsenz Christi gefeiert. Bald entstanden um das Fest herum Rituale und Bräuche, Prozessionen und Spiele und in der Volksfrömmigkeit Flurumgänge, Wettersegen und Erntebitten zum Sommeranfang. Diese Dokumentation erzählt von der religiösen und kulturgeschichtlichen Bedeutung des Festes ebenso wie vom weltlichen Brauchtum. Autor Hans-Joachim Simm stellt Legenden und Märchen, Gedichte und Erzählungen vor, die sich auf dieses Fest beziehen.

  • Spielräume der Begegnung - Was es heißt, mit- und füreinander da zu sein

    22.05.202650:11

    Unsere Gesellschaft wird oft als ich-bezogen und rücksichtslos beschrieben. Aber es gibt dennoch viele Menschen, die sich für andere engagieren. Was bewegt sie zu einem solchen Schritt? Welche Spielräume im Umgang mit- und füreinander können sich dadurch öffnen? Welche Möglichkeiten und Freuden können daraus erwachsen? Und wo liegen zugleich die eigenen Grenzen für ein solches Engagement? Das sind Fragen, denen dieses Feature nachgeht.

  • Ohmatdyt – Ein Kinderkrankenhaus im Krieg

    15.05.202652:59

    Schwerkranke Kinder aus der gesamten Ukraine kommen ins Ohmatdyt -Krankenhaus nach Kiew - von der Front und den besetzten Gebieten im Osten bis zu den vom Krieg weniger versehrten Gebieten im Westen des Landes. Doch ausgerechnet dieses Krankenhaus wurde 2024 von der russischen Armee beschossen. Die Bilder gingen um die Welt: das von der Rakete zerfetzte Gebäude - unweit entfernt die Kinder, manche mit nackten Füßen, herausgerissen aus ihren Chemotherapien und Dialysen. Das Feature begleitet drei Mütter und ihre Kinder, die den Angriff miterlebt haben - sowie eine Krankenschwester, die schwer verletzt wurde, und eine Filmemacherin, die sofort zur Hilfe geeilt ist. Ein Raketenangriff auf das wichtigste Kinderkrankenhaus im Land - was macht so ein Angriff mit einer Gesellschaft, die ohnehin im Ausnahmezustand ist? Und was sagt es über diesen Krieg aus, wenn selbst dieser Ort angegriffen wird - ein Ort, an dem die Verletzlichsten der ukrainischen Gesellschaft Schutz suchen?

  • 8. Mai 1945 - Das Ende des Zweiten Weltkriegs

    01.05.202652:03

    Am 8. Mai jährt sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 81. Mal. Mit dieser Sendung von Michael Marek über das Ende des Zweiten Weltkrieges, Teil der Reihe „Unterwegs in der Geschichte Deutschlands“ von 2012, möchten wir daran erinnern. Als das Deutsche Reich seinen Angriffskrieg 1939 begann, häuften sich erst einmal die „Erfolge“: Polen, die Beneluxländer und auch Frankreich mussten sich schnell geschlagen geben. Doch dann wendete sich das Blatt. Spätestens mit der Niederlage bei Stalingrad im Januar 1943 wurde ein deutscher Sieg immer unwahrscheinlicher. Dennoch schwor Propagandaminister Josef Goebbels die Deutschen auf den „Totalen Krieg“ ein. Gleichzeitig lief die Deportation und systematische Vernichtung von Juden, Roma, Sinti und politischen Gegnern auf Hochtouren. Experte dieser Sendung ist Michael Wildt, inzwischen emeritierter Professor für Deutsche Geschichte.