Märchenpott
Märchenpott

Märchenpott

Christian, Jenny und Elena


Podcast

Es waren einmal der Christian, die Jenny und die Elena. Die drei kennen sich schon sehr lange und sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Begeisterung für Märchen. Diese Begeisterung möchten sie hier mit euch teilen. Doch Märchen einfach nur zu erzählen, reicht ihnen nicht. Sie wollen darüber reden und zeigen, wie vielschichtig, komplex und zeitlos Märchen sind. Dazu unterteilen sie ihre Folgen in Märchenstunde und Märchenkunde. In der Märchenstunde sprechen sie euch ein Hörspiel ein. In der darauf folgenden Märchenkunde tauschen sie sich dann darüber aus und analysieren und diskutieren Aspekte zu einem bestimmten Oberthema. Dazu betrachten sie Märchenklassiker von ganz neuen Seiten und nehmen euch mit in (un-)bekannte Märchenwelten. Das ist mal lustig, mal nostalgisch, mal blutrünstig und auch mal kitschig – aber niemals altmodisch oder Kinderkram. Vielmehr geht es um Geschichte, Literatur, Popkultur samt Film und Fernsehen sowie die großen Themen der Menschheit – eben um all das, was in der scheinbar so simplen Textsorte Märchen steckt.

Alle Folgen

  • Folge 123 – Märchenkunde: Von Gold, Gesinde und bissigen Puppen

    Vor 5 Tagen1:37:27

    Es war einmal... das Märchen vom berühmten Goldesel. Gebt zu: Beim Thema "Geld im Märchen" habt auch ihr zuerst an "Tischlein deck dich" gedacht. Wenn ihr unsere letzte Märchenstunde (Folge 122) schon gehört habt, habt ihr aber schon gesehen, dass wir als Basis für diese Folge nicht "Tischlein deck dich", sondern "Die Bremer Stadtmusikanten" ausgesucht haben. Kommt darin überhaupt Geld vor? Nicht so wie erwartet und doch ziemlich viel. Wir schauen uns die Bedeutung des Geldes in diesem und in anderen Märchen an. Dem berühmten Goldesel begegnen wir dabei zwar nicht, dafür aber einer Puppe mit Biss.

  • Folge 122 – Märchenstunde: Die Bremer Stadtmusikanten

    31.05.20267:16

    Es war einmal... ein Mann, der hatte einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen, aber der Esel merkte, daß kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen; dort, meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich müde gelaufen hat. Und es sollte nicht der einzige Gefährte sein, den er auf seinem Weg nach Bremen traf...

  • Folge 121 – Märchenkunde: Allen Menschen bringt er nur Böses

    17.05.20261:21:03

    Es war einmal… dieses Gefühl, das oft mit diesem kurzen Stich beginnt. Dieses Zusammenziehen in der Brust oder im Bauch, anfangs oft ganz flüchtig, aber ausreichend, um seinen giftigen Stachel zu säen. Dann mischt sich Unruhe hinein. Die Gedanken beginnen zu kreisen: Warum nicht ich? Was fehlt mir? Ich will das auch! Eine Mischung aus Sehnsucht und Frust, bis eine gewisse Schärfe hinzu kommt. Missgunst, Eifersucht. Ein innerer Druck, der dir unablässig zu raunt: “Da draußen ist etwas, das du willst.” Und du willst es so sehr, dass es bald dein ganzes Denken bestimmt… Dieses Gefühl kennen viele Märchenfiguren. Es ist Neid. Die böse Stiefmutter spürt ihn, die Stiefschwester auch. Die Magd, die Hexe, Prinzessinnen, Königinnen und Nachbarn – sie alle sind neidisch. Neid funktioniert im Märchen wie ein Motor, der die Handlung auslöst und antreibt. In dieser Märchenkunde schauen wir uns dieses ebenso mächtige wie gefährliche Gefühl genauer an: Welche Figuren im Märchen sind neidisch? Ist Neid im Märchen vor allem ein weibliches Phänomen? Und, in Bezug auf das japanische Märchen unserer letzten Märchenstunde: Warum bringt Neid so viel Leid? Was sagt die Darstellung von Neid im Märchen über uns als Menschen aus? Wie passt das in unsere heutige Neidgesellschaft? Und vor allem: Ist Neid das vielleicht böseste aller Gefühle, nicht nur im Märchen?

  • Folge 120 – Märchenstunde: Neid bringt Leid

    03.05.20267:26

    Es war einmal… vor langer Zeit, da lebte in einem kleinen Städtchen ein alter Mann. Dieser hatte in seinem ganzen Leben jedermann nur Gutes getan, war fromm und gut. Deshalb hatten ihn auch alle Leute lieb, obgleich er arm war. Gerade gegenüber dem Hause dieses guten alten Mannes wohnte ein anderer alter Mann, der sehr reich war, aber nicht gut, sondern habgierig und alles, was er sah, gern haben wollte. Und so holte er sich alles von dem, der eigentlich viel weniger hatte und doch der Reichere von beiden war: seinem armen Nachbarn. Am Ende steht jedoch die bittere Erkenntnis: Neid bringt Leid, nicht nur dem, den er beneidet, sondern auch ihm selbst.

  • Folge 119 – Märchenkunde: Schürzenneid und Bettplatztausch

    19.04.20261:24:00

    Es war einmal... die Königin, die Schneewittchen mit einem Apfel vergiftet. Die Mutter, die ihre Kinder im Wald aussetzt. Die Hexe, die die Königin im Bade erstickt. Und die Alte, die ihrer Stieftochter den Kopf abschlagen will. Was alle diese Frauen gemeinsam haben? Sie gehören zu den Top-Bösewichten im Märchen, vielleicht ist sogar niemand böser als sie. Denn sie sind: die böse Stiefmutter. In dieser Märchenkunde schauen wir uns eine der bekanntesten und charakteristischsten Figuren des Märchens genauer an. Wir beleuchten den Trope der bösen Stiefmutter und vergleichen die Rolle von Stiefmutter und leiblicher Mutter im Märchen sowie ihre Wechselwirkung. Außerdem schauen wir uns die historischen Hintergründe an: Woher kommt die Idee, dass Stiefmütter so böse sind? Hat das einen historischen Bezug? Gibt es dafür wissenschaftliche Belege? Und vor allem: Wie kommt es, dass kein Märchen-Topos so große Auswirkungen auf die Wirklichkeit hat wie der der bösen Stiefmutter?

  • Folge 118 – Märchenstunde: Der Liebste Roland

    05.04.20268:54

    Es war einmal... eine Frau, die war eine rechte Hexe, und hatte zwei Töchter, eine hässlich und böse, und die liebte sie, weil sie ihre rechte Tochter war, und eine schön und gut, die hasste sie, weil sie ihre Stieftochter war. Soweit, so bekannt. Auch der Plan der bösen Stiefmutter ist für Märchenkenner*innen erstmal keine Überraschung: Die ungeliebte Tochter soll sterben. Ab diesem Zeitpunkt schwenkt die Familientragödie um und es entspinnt sich eine richtige Horrogeschichte aus Splatter und Mystery-Grusel. In dem Moment, in dem man denkt, dass alles vorbei ist und ein gutes Ende nimmt, setzt das Märchen vom Liebsten Roland dann noch ein Liebesdrama obendrauf. Viel Spaß beim Hören!