Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
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Handwerk spricht


Podcast

Hier dreht sich alles ums Handwerk: spannende Interviews, praktische Tipps und inspirierende Projekte. Ich bin Oliver Oettgen, leidenschaftlicher Handwerker, und zeige dir, wie vielseitig und wertvoll unsere Branche ist. Mit diesem Podcast möchte ich Traditionen bewahren, Wissen teilen und dich motivieren, selbst aktiv zu werden. Egal ob Profi oder Hobby-Handwerker – hier findest du Inspiration und eine Community, die das Handwerk lebt und liebt. Hör rein und werde Teil davon!

Alle Folgen

  • Das Handwerk macht sich selbst unattraktiv! | Ilona Klein-Gasteyer

    Vor 3 Tagen21:06

    Das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem? Oder macht es sich selbst unattraktiv? Und warum passt eine 1,60 x 2,00 Meter große Glasscheibe manchmal nicht einmal durchs Treppenhaus? Oliver Oettgen spricht mit Ilona Klein-Gasteyer, Geschäftsführerin und Eigentümerin des Glashandel Klein, über die Lücke zwischen digitalen Vorstellungen, architektonischen Entwürfen und der Realität auf der Baustelle. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Handwerksbetriebe früher in Bau- und Planungsprozesse eingebunden werden müssen. Denn wenn die Praxis erst am Ende gefragt wird, entstehen nicht nur Missverständnisse. Es können teure Planungsfehler, unnötige Verzögerungen und Lösungen entstehen, die vor Ort gar nicht umsetzbar sind. Die Folge spricht über Nachwuchs im Handwerk, Bürokratie im Handwerk, das Glaserhandwerk und die Frage, wie moderne Bauplanung besser funktionieren kann. In dieser Folge geht es unter anderem um: Warum Bilder aus dem Internet häufig Erwartungen schaffen, die vor Ort nicht realisierbar sind.Was passiert, wenn eine große Glasscheibe zwar bestellt, aber nicht durch das Treppenhaus transportiert werden kann.Warum Glaser, Schreiner, Metallbauer, Fliesenleger, Architekten und Bauunternehmen früher miteinander sprechen müssen.Weshalb ein Zahlendreher beim Aufmaß oder eine Beschädigung beim Transport bei Glas besonders teuer werden kann.Warum Begriffe wie „Sicherheitsglas“ oder „Milchglas“ allein noch keine gute Planung ersetzen.Welche Chancen das Glaserhandwerk jungen Menschen bietet und warum der Beruf weit vielfältiger ist, als viele vermuten.Warum Ruhe, Sicherheit und sorgfältiges Arbeiten im Glaserhandwerk wichtiger sein können als Tempo und Hektik.Wie flexiblere Arbeitszeiten zu mehr Work-Life-Balance im Handwerk beitragen könnten.Ilona Kleingasteier spricht aus der Perspektive einer Unternehmerin, die Handel und Handwerk miteinander verbindet und täglich erlebt, welche Folgen gute oder schlechte Planung haben kann. Die Folge zeigt: Handwerk beginnt nicht erst bei der Montage. Es muss bereits dann beteiligt sein, wenn Ideen entstehen, Materialien ausgewählt und Abläufe geplant werden. Doch wer soll diese frühe Beratung leisten? Und wer ist bereit, sie zu bezahlen? Wie früh sollten Handwerksbetriebe in Bau- und Sanierungsprozesse eingebunden werden - und wer trägt die Kosten für diese Beratung? Diskutiert die Frage in den Kommentaren und teilt eure eigenen Erfahrungen aus Planung, Bau und Sanierung. Folge „Handwerk spricht“ auf Spotify und abonniere den Podcast, damit du keine neue Folge verpasst. Wenn dir diese Folge wichtig erscheint, teile sie mit Unternehmern, Planern, Handwerkern und Menschen, die das Handwerk weiterdenken. Nachwuchs im HandwerkBürokratie im HandwerkGlaserhandwerkHandwerksberatungBauplanung und MachbarkeitAusbildung im GlaserhandwerkWork-Life-Balance im HandwerkLongtail-Suchbegriffe und Fragen: Warum müssen Handwerker früher in die Bauplanung einbezogen werden?Wie verhindert man Planungsfehler auf der Baustelle?Warum passt eine Glasscheibe nicht durch das Treppenhaus?Hat das Handwerk wirklich ein Nachwuchsproblem?Was macht den Beruf im Glaserhandwerk attraktiv?Hashtags: #HandwerkSpricht#Handwerk#Glaserhandwerk#Bauplanung#NachwuchsImHandwerk ? Mehr zur Folge, Transkript und Quellen: https://citecast.fm/handwerk-spricht-der-handwerk-podcast/das-handwerk-macht-sich-selbst-unattraktiv-ilona-klein-gasteyer

  • KI im Handwerk: Bürokratiehilfe oder Haftungsfalle? (AI Act)

    09.09.202620:52

    KI kann Handwerksbetriebe entlasten – oder neue Haftungsrisiken schaffen. Was müssen Betriebe jetzt wirklich beachten? Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug ins Handwerk: bei Angeboten, Dokumentationen, Gutachten, kaufmännischen Aufgaben und technischen Prozessen. Gleichzeitig entstehen neue rechtliche Fragen. Welche Daten dürfen in eine KI eingegeben werden? Was gilt beim Datenschutz? Wer haftet, wenn vertrauliche Informationen nach außen gelangen oder ein Mitarbeiter einen Fehler macht? Oliver Oettgen spricht mit Susanne Terhorst, die für den Rechtsbereich der Handwerkskammer Koblenz verantwortlich ist. Sie berät Handwerksbetriebe unter anderem bei rechtlichen Fragen rund um Gründung, Arbeitsrecht, Werkverträge, AGB, Nachfolge und Betriebsschließung. Außerdem unterstützt die Handwerkskammer bei Streitigkeiten zwischen Betrieben und Kunden. In dieser Folge geht es unter anderem darum: • Warum Bürokratie kleine und mittlere Handwerksbetriebe besonders belastet – und wann sie trotzdem Sicherheit schaffen kann. • Weshalb der Meisterbrief laut Susanne Terhor kein Bremsklotz, sondern ein Wettbewerbsvorteil für Qualität, Ausbildung und Betriebsführung ist. • Wie der AI Act die Nutzung künstlicher Intelligenz im Betrieb beeinflusst und welche Informations- und Schulungspflichten für Arbeitgeber entstehen. • Warum Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse und personenbezogene Daten bei der Nutzung von KI nicht unterschätzt werden dürfen. • Weshalb Betriebe vor dem Einsatz einer KI klären sollten, welche Ziele sie verfolgen, welche Software geeignet ist und welche Einstellungen notwendig sind. • Welche Folgen es haben kann, wenn Kunden-, Lieferanten- oder Unternehmensdaten unüberlegt in eine KI eingegeben werden. • Warum die Sichtbarkeit des Handwerks in Schulen entscheidend ist, damit junge Menschen die Chancen einer dualen Ausbildung und einer beruflichen Karriere kennenlernen. Die zentrale Frage lautet: Wird KI für das Handwerk vor allem zur Entlastung – oder bringt sie neue bürokratische und rechtliche Risiken mit sich? Welche Erfahrungen habt ihr mit künstlicher Intelligenz im Handwerksbetrieb gemacht? Gibt es bei euch bereits klare Regeln für den Umgang mit KI? Folgt der Folge, abonniert „Handwerk spricht“ auf Spotify und teilt die Episode mit Unternehmern, Meistern, Führungskräften und Kolleginnen und Kollegen aus dem Handwerk. Schreibt eure Meinung oder eure Erfahrungen in die Kommentare. YouTube: https://www.youtube.com/@handwerk_sprichtWebsite: https://oliveroettgen.de/ ? Mehr zur Folge, Transkript und Quellen: https://citecast.fm/handwerk-spricht-der-handwerk-podcast/ki-im-handwerk-buerokratiehilfe-oder-haftungsfalle-ai-act

  • Farbe verkauft: Wie Handwerksbetriebe höhere Preise durchsetzen

    02.09.202622:52

    Warum kann die Farbe eines Logos beeinflussen, welchen Preis Kunden akzeptieren?Und warum verschenken Handwerksbetriebe oft Geld, bevor sie überhaupt ein Angebot erklären? Karsten Hohmann kennt beide Seiten des Handwerks: Er absolvierte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer, führte viele Jahre einen eigenen Malerbetrieb mit bis zu 15 Mitarbeitenden und ist heute als Farbpsychologe tätig. Mit dem Institut Honig und Blau beschäftigt er sich damit, wie Farben Räume, Marken, Entscheidungen und die Wahrnehmung von Qualität beeinflussen. Im Gespräch mit Oliver Oettgen geht es um eine zentrale Frage: Wie können Handwerksbetriebe aus dem Preiskampf herauskommen und ihren tatsächlichen Wert sichtbar machen? Dabei wird deutlich, dass Farbe weit mehr sein kann als Dekoration: Warum Weiß im Handwerk häufig zur Standardlösung geworden ist – und was dadurch möglicherweise verloren geht.Wie Farben Stimmung, Motivation, Orientierung und Wohlbefinden beeinflussen können.Warum ein neues Logo dazu führte, dass manche Kunden einen Betrieb plötzlich als teurer wahrnahmen – während andere gerade deshalb auf ihn zukamen.Wie Handwerksbetriebe mit Garantien für Pünktlichkeit, Termine, Erreichbarkeit, Beratung, Preis und Sauberkeit mehr Vertrauen schaffen.Warum Angebote nicht einfach per E-Mail verschickt werden sollten, wenn der Preis erklärungsbedürftig ist.Wie eine frühzeitige Terminzusage im Verkauf zur entscheidenden Verbindlichkeit werden kann.Weshalb ein höherer Stundenverrechnungssatz möglich sein kann, wenn Leistung, Kommunikation und Qualität überzeugend vermittelt werden.Warum Bürokratie aus Sicht von Karsten Hohmann dringend reduziert werden muss, damit Handwerksbetriebe wieder mehr Zeit für Kunden, Verkauf und ihre eigentliche Arbeit haben.Die Folge zeigt: Preisgestaltung im Handwerk beginnt nicht erst bei der Zahl unter dem Angebot. Sie beginnt bei der Frage, welche Qualität ein Betrieb ausstrahlt, welches Vertrauen er schafft und ob der Kunde den Unterschied versteht. Wie viel darf ein Handwerksbetrieb verlangen, wenn er Qualität, Verlässlichkeit und klare Garantien tatsächlich liefert? Schreib deine Meinung oder eigene Erfahrung in die Kommentare. Wenn dich die Zukunft des Handwerks, moderne Betriebsführung und ehrliche Unternehmergespräche interessieren, dann folge der Folge, abonniere „Handwerk spricht“ auf Spotify und teile sie mit anderen Handwerksunternehmern, Meistern und Führungskräften. ? Mehr zur Folge, Transkript und Quellen: https://citecast.fm/handwerk-spricht-der-handwerk-podcast/farbe-verkauft-wie-handwerksbetriebe-hoehere-preise-durchsetzen

  • „KI für jeden“: Warum das Handwerk jetzt handeln muss

    25.08.202623:32

    600 KI-Tools helfen dir nicht, wenn dein Betrieb seine eigenen Prozesse nicht kennt.Digitalisierung beginnt nicht mit der nächsten App – sondern mit radikalem Aufräumen. WhatsApp, E-Mail, Telefon, Facebook, vielleicht sogar noch Fax: In vielen Handwerksbetrieben kommen Informationen aus allen Richtungen. Dazu verschiedene Programme, doppelte Dateneingaben und Mitarbeiter, die Informationen von einem System ins nächste übertragen. Für Christoph Krause liegt genau hier einer der größten Hebel für das Handwerk. Der Podcaster, Content Creator und Digitalisierungsexperte begleitet Unternehmen bei der digitalen Transformation und arbeitet im Umfeld des Mittelstand-Digital Zentrums Handwerk. Gemeinsam mit Oliver Oettgen spricht er in Koblenz darüber, was KI, Automatisierung und Robotik tatsächlich für Handwerksbetriebe verändern können – und warum die Technik erst der zweite Schritt sein sollte. Denn Christophs Ansatz ist klar: Erst Prozesse verstehen. Dann vereinfachen. Dann digitalisieren. Und erst danach KI einsetzen. In der Folge geht es unter anderem darum: Warum mehr Software nicht automatisch mehr Digitalisierung bedeutet: Wer für jedes Problem ein neues Tool installiert, schafft schnell noch mehr Komplexität statt Zeitersparnis.Warum Betriebe zuerst ihre eigenen Abläufe sichtbar machen müssen: Christoph empfiehlt, Prozesse gemeinsam mit den Mitarbeitern aufzunehmen, die sie täglich tatsächlich ausführen – nicht nur aus Sicht der Geschäftsführung.Weshalb Schnittstellen zum entscheidenden Thema werden: Daten von einem Programm ins nächste zu kopieren, bindet Personal für Tätigkeiten, die längst automatisiert werden könnten.Wann KI im Handwerksbetrieb wirklich einen Nutzen bringt: Erst wenn Angebote, Baustellendokumentationen, Prozesse und Daten strukturiert vorliegen, kann KI daraus belastbare Informationen und Verbesserungsmöglichkeiten ableiten.Wie eine KI-Brille den Baustellenalltag verändern könnte: Im Gespräch beschreibt Christoph ein Beispiel, bei dem Handwerker mit freien Händen arbeiten, während Bild und Sprache aufgenommen und daraus mithilfe von KI eine Baustellendokumentation erstellt werden.Wie Wissen erfahrener Fachkräfte im Unternehmen bleiben kann: Ein erfahrener Meister muss nicht zwingend selbst auf jeder Baustelle stehen. Digitale Lösungen können dabei helfen, sein Wissen mehreren Mitarbeitern gleichzeitig verfügbar zu machen.Warum persönliche KI-Assistenten für Unternehmer interessant werden: Christoph selbst arbeitet mit zahlreichen individuell eingerichteten Assistenten und nutzt KI unter anderem für seinen täglichen Kommunikations- und Arbeitsprozess.Warum Robotik für ihn kein Gegner des Handwerkers ist: Er beschreibt Roboter vielmehr als eine Art zusätzlichen Arm – besonders mit Blick auf fehlende Fachkräfte und körperlich belastende Tätigkeiten.Christoph beobachtet außerdem einen deutlichen Wandel: Das Interesse des Handwerks an KI steigt massiv. Eine angebotene KI-Werkstatt, bei der ursprünglich mit rund 100 Teilnehmern gerechnet wurde, erreichte laut Christoph rund 1.450 Unternehmen. Doch das Gespräch bleibt nicht bei ChatGPT und Software stehen. Der nächste große Schritt ist für ihn Robotik. Maurerroboter, automatisierte Anlagen und intelligente Assistenzsysteme könnten Aufgaben übernehmen, für die Betriebe künftig schlicht nicht mehr genügend Menschen finden. Christophs Haltung dazu ist nicht: Mensch oder Maschine. Sondern: Wie setzen wir Technik so ein, dass Menschen wieder mehr Zeit für das eigentliche Handwerk, für Kunden und für gute Entscheidungen haben? Und dafür braucht es aus seiner Sicht vor allem eines: Wissen. Seine Forderung am Ende der Folge ist deshalb deutlich: Digitalisierung, Prozessautomatisierung, Maschinen und KI gehören für ihn verpflichtend in die Bildung. Nicht irgendwann. Sondern jetzt. Wie sieht es bei euch aus: Spart Digitalisierung heute tatsächlich Zeit – oder habt ihr inzwischen einfach nur mehr Programme, mehr Daten und mehr Komplexität? ? Mehr zur Folge, Transkript und Quellen: https://citecast.fm/handwerk-spricht-der-handwerk-podcast/ki-fuer-jeden-warum-das-handwerk-jetzt-handeln-muss

  • Qualität hat ihren Preis: Wie lange halten kleine Betriebe noch durch?

    19.08.202616:41

    Was passiert, wenn gute Arbeit allein nicht mehr reicht, um einen Betrieb gesund zu führen?Wenn Qualität, faire Löhne und Menschlichkeit ständig gegen wirtschaftlichen Druck antreten müssen? Mattis Harpering führt die kleine Bäckerei Backpfeife in Berlin-Friedrichshain. Sein Verständnis von Handwerk geht weit über Brot, Rohstoffe und klassische Ausbildung hinaus. Für ihn geht es um Menschen. Um einen gehörlosen Mitarbeiter, dessen beruflicher Weg zunächst alles andere als selbstverständlich war. Um eine Ausbildung, die aus seiner Sicht Veränderungen braucht. Um gute Zutaten, die ihren Preis haben. Und um die Frage, wie lange kleine Handwerksbetriebe steigende Kosten auffangen können, ohne das zu verlieren, weshalb sie einmal angetreten sind. Mathis selbst kommt aus einer Bäckerfamilie. Nach einem schwierigen Schulweg begann er nach der zehnten Klasse seine Bäckerausbildung im elterlichen Betrieb. Später führte ihn sein Weg über England und Berlin schließlich in die Selbstständigkeit. Heute verfolgt er in seinem Betrieb einen bewusst kleinen und sehr persönlichen Ansatz. Dabei geht es unter anderem um: Warum gute Rohstoffe für Mathis wichtiger sind als ein Siegel: Entscheidend ist für ihn nicht allein die Bezeichnung „Bio“, sondern woher Lebensmittel kommen, wie produziert wird und ob sich Qualität am Ende tatsächlich schmecken lässt.Wie Inklusion im Betriebsalltag wirklich aussieht: Einer seiner Mitarbeiter ist gehörlos. Die gemeinsame Kommunikation entstand zunächst ganz pragmatisch „mit Hand und Fuß“ – später mit Unterstützung unter anderem durch die Handwerkskammer und eine Einzelfallhelferin.Warum gelebte Inklusion deutlich schwieriger ist als das Wort selbst: Besonders die Berufsschule wurde zur großen Hürde. Mathis beschreibt offen, wie schnell Strukturen, Lehrkräfte und Beteiligte an ihre Grenzen kommen können.Was Betriebe von Menschen lernen können, die zunächst nicht ins übliche Raster passen: Für Mathis steht nicht zuerst ein Lebenslauf im Mittelpunkt. Seine entscheidende Frage ist viel einfacher: Was für ein Mensch steht vor mir?Warum Ausbildung finanziell zum Problem werden kann: Gerade für Quereinsteiger hält Mathis die Ausbildungsvergütung für eine enorme Hürde und sieht deutlichen Veränderungsbedarf.Wie steigende Rohstoffpreise und Löhne kleine Betriebe unter Druck setzen: Ein Brot, das früher drei Euro gekostet hat, kann nicht einfach zum gleichen Preis verkauft werden, wenn sämtliche Kosten steigen. Gleichzeitig erlebt Mathis unmittelbar, was höhere Preise für Kunden mit geringerem Einkommen bedeuten.Warum Qualität und Wirtschaftlichkeit zunehmend miteinander kollidieren: Die Nachfrage nach guten Produkten ist da. Trotzdem müssen Unternehmer kalkulieren, Preise erhöhen und Entscheidungen treffen, die sich nicht immer mit dem eigenen Idealbild von Handwerk decken.Zum Ende des Gesprächs wird Mattis grundsätzlich. Er wünscht sich wieder mehr Ruhe in der Arbeitswelt: weniger Getriebenheit, weniger Existenzdruck und einen Zustand, in dem ein Handwerker nicht permanent mehr produzieren muss, nur damit am nächsten Tag die Miete bezahlt werden kann. Aber kann ein Handwerksbetrieb heute überhaupt noch konsequent Menschlichkeit und Qualität vor Wirtschaftlichkeit stellen? Oder zwingt das System Unternehmer irgendwann dazu, genau die Dinge aufzugeben, für die sie einmal angetreten sind? ? Mehr zur Folge, Transkript und Quellen: https://citecast.fm/handwerk-spricht-der-handwerk-podcast/qualitaet-hat-ihren-preis-wie-lange-halten-kleine-betriebe-noch-durch

  • Als Mechanikerin abgestempelt: Wie tief Handwerksvorurteile sitzen

    12.08.202620:36

    Solange Handwerk als Plan B gilt, wird Nachwuchsgewinnung unnötig schwer.Aber liegt das Problem wirklich bei den jungen Menschen – oder noch immer in unseren Köpfen? Handwerk oder Studium? Karriere oder „nur“ Ausbildung? Genau diese gesellschaftliche Trennung hält sich hartnäckiger, als vielen lieb sein dürfte. Oliver Oettgen spricht mit Annette Blum, die ein Fahrradgeschäft in Berlin betreibt und selbst gelernte Mechanikerin ist. Ihr Weg ins Handwerk begann bereits als Teenager: alte Fahrräder vom Sperrmüll holen, reparieren, ausprobieren und verstehen, wie Dinge funktionieren. Heute erlebt sie auf der anderen Seite, was Nachwuchs im Handwerk, Ausbildung, Fachkräftemangel und gesellschaftliche Anerkennung ganz konkret miteinander zu tun haben. Besonders deutlich wird das an einer persönlichen Erfahrung: Als Annette auf einer Party erzählte, dass sie Mechanikerin gelernt hat, rückte ihr Gesprächspartner nach ihrer Wahrnehmung regelrecht von ihr ab. Für sie ist das kein nebensächliches Erlebnis, sondern Ausdruck eines Denkens, das dem Handwerk bis heute schadet. Im Gespräch geht es unter anderem darum: • Warum das Bild vom Handwerk als „Plan B“ Folgen hat: Wenn Studium automatisch als höherwertiger Karriereweg gilt, wird es für Betriebe schwieriger, junge Menschen für handwerkliche Berufe zu gewinnen. • Wo Tradition zur Bremse werden kann: Annette sieht durchaus verkrustete Strukturen und feste Korsetts, die qualifizierten Menschen unnötige Hürden aufbauen können. • Warum gute Ausbildung mehr braucht als Fehlervermeidung: In ihrer Werkstatt dürfen Azubis ausprobieren, scheitern, verstehen und besser werden. Entscheidend sind für sie die eigenen „Heureka-Momente“ – der Punkt, an dem Fortschritt wirklich spürbar wird. • Was Selbstwirksamkeit mit Mitarbeiterzufriedenheit zu tun hat: Menschen müssen das Gefühl haben, durch ihre Arbeit tatsächlich etwas bewegen zu können – selbst wenn es zunächst nur kleine Schritte sind. • Wie Fachkräftemangel im Betriebsalltag sichtbar wird: Annette berichtet von mindestens sechs Wochen Vorlauf in der Werkstatt und zum Zeitpunkt des Gesprächs sogar von rund drei Monaten. • Warum Nachhaltigkeit im Handwerk konkreter werden muss: Reifen- und Schlauchrecycling, Teilewäsche, wiederverwendbare Putzsysteme und weniger Verpackungsmüll zeigen, dass auch ein grundsätzlich nachhaltiges Produkt nicht automatisch einen nachhaltigen Betrieb bedeutet. • Warum das Fahrrad für Annette weit mehr als ein Produkt ist: Gerade bei Mobilität, Gesundheit und begrenztem Platz in Städten sieht sie darin eine einfache und effiziente Lösung. Am Ende geht es deshalb um eine viel größere Frage als Ausbildung oder Fahrräder: Was müsste sich gesellschaftlich verändern, damit Menschen einen handwerklichen Beruf wählen können, ohne das Gefühl zu haben, damit auf einer niedrigeren Stufe zu stehen? Und wie viel Nachwuchs verliert das Handwerk möglicherweise noch immer durch genau dieses Denken? ▶️ Die Folge als Video:YouTube: https://youtu.be/Jau_Hwg38aU?si=q0Oi-OuzQ9j1RIB4 Was meint ihr: Ist das eigentliche Nachwuchsproblem des Handwerks der Fachkräftemangel – oder noch immer das gesellschaftliche Image handwerklicher Berufe? Schreibt eure Meinung und eure Erfahrungen in die Kommentare. Folgt „Handwerk spricht“ auf Spotify, abonniert den Podcast und teilt die Folge mit Unternehmern, Ausbildern, Führungskräften und Menschen, die das Handwerk weiterdenken wollen. ? Mehr zur Folge, Transkript und Quellen: https://citecast.fm/handwerk-spricht-der-handwerk-podcast/als-mechanikerin-abgestempelt-wie-tief-handwerksvorurteile-sitzen