Pension Alcatraz
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Dietmar Wischmeyer und Tina Voß


Podcast

Pension Alcatraz Wir (Tina Voß und Dietmar Wischmeyer) möchten mit unserem vierzehntägigen Podcast unsere Hörer auf eine Weise unterhalten, die sie woanders selten finden: anarchisch und zur Not auch mal intelligent - muß aber nicht sein. Unsere Themen gehen quer durch die Gesellschaft, von Freizeitvergnügen bis Philosophie, von oben bis unten - ja auch „untenrum“ scheuen wir nicht, jedes kalte Eisen noch mal aufzuwärmen. Unser besonders Anliegen ist es, alle Hörer jederzeit über den Pegelstand der Harzer Talsperren zu informieren. Partnerstädte des Podcasts sind Salzgitter, Salzderhelden, Svalbard und Jan Mayen. Sollte sich dort etwas Interessantes tun, seid ihr die ersten, die davon erfahren. Da dies meist nicht der Fall ist, reden wir über uns selbst, alle anderen, was gerade so anliegt oder auf dem Teller. Sowohl Tina als auch Herr Wischmeyer sind unbarmherzige Anhänger des maskulinen Feminismus und der ovovegetabilen Küche mit leicht canivorischen Einschlägen, auch darüber lassen wir die Hörer nicht im Unklaren. Wer zudem noch ungefragt darüber informiert werden möchte, was die Gnus in der Serengeti so treiben, wenn der Löwe seine Elternzeit nimmt oder warum Dampfloks mit Speisewasservorwärmer sich nicht durchsetzen konnten, ja der ist bei uns auch richtig – und noch besser, er wird davon kaum noch belästigt, weil wir das in unserem Vorgängerpodcast „Wischmeyers Stundenhotel“ schon bis kurz vorm Kuchen-Erbrechen sieben lange Jahre diskutiert haben. Hat das euer Interesse geweckt, dann laden wir euch ein, jeden ersten und dritten Sonntag im Monat unsere Gäste zu sein: Pension Alcatraz – wir halten dich fest.

Alle Folgen

  • #12 Affenhitze und Sommerpartys

    Vor 4 Tagen1:03:22

    In der zwölften Sitzung der Pension Alcatraz herrscht Affenhitze, und Tina Voß und Dietmar Wischmeyer feiern über 100.000 Downloads mit der ihnen eigenen Würde: mit veganer Leberwurst, einem Brennnessel-Notfall, einem stillgelegten Jugendgefängnis und der Frage, warum man eine Sommerparty am besten gar nicht erst gibt. Aufgenommen wurde bei brütender Hitze, gehört werden darf es ausdrücklich auch im Winter, damit man noch einmal nachfühlen kann, wie es sich anfühlte. Die Themen dieser Episode im Überblick: • Über 100.000 Downloads: Der anstoßige Laber-Podcast, so die offizielle Spotify-Kategorie, knackt die 100.000er-Marke, Sonderfolge inklusive. Tina rechnet vor, Dietmar überlegt laut, wie viele es wohl wären, wenn er es allein machen würde. Antwort: keine. • Vegane Leberwurst und das Brennnessel-Gate: Es gibt vegane Leberwurst-Simulation, Kimchi-Butter und selbstgesammelte Brennnesselsamen im Energy-Ball. Dazu Tinas neue Ausbildung zur Kräuterhexe und die Geschichte, wie sie sich zum Test rohe Brennnesseln in den Mund steckte, den Giftnotruf schon eingespeichert, und fünf Stunden Feuer im Gaumen erntete. • Partnergefängnis Salinenmoor: Ein stillgelegtes Jugendgefängnis in der Lüneburger Heide, das heute Real-Life-Gaming beherbergt. Dietmar möchte eigentlich nur wegen der schönen Adresse „Salinenmoor“ dort eingesessen haben, ganz wie beim Hund von Baskerville. • Der Niedersachsen-Slogan, wissenschaftlich geprüft: „Niedersachsen. Das ist groß.“ Dietmar liefert die Begründung frei Haus: Der Penis eines Hannoveraner Hengstes misst 50 bis 60 Zentimeter, der eines Löwen im Wappen der Konkurrenzländer nur 15 bis 20. Die Sache ist damit erwiesen. • Die Rocker von der A27: Im Stau verteilt Tina Riegel und Wasserkefir an eine leicht aufgeregte Kuttentruppe namens „Dahlschlag“ und bekommt als Dank kein Bier, sondern Vitamalz, also alkoholfreies Kinderbier. So viel zum Mythos vom harten Rocker. • Sechs Uhr früh mit Gabi Fastner: Tina turnt jeden Morgen um sechs per Webex mit wildfremden Frauen aus ganz Deutschland zu einer YouTube-Trainerin, vor dem Schweinefüttern. Dietmar hat für dieses Konzept einen eigenen, wenig schmeichelhaften Begriff. • Die Anatomie der Sommerparty: Warum die offizielle Party der niedersächsischen Landesvertretung mit über 2000 Gästen ideal ist, man kann unbemerkt verschwinden, und private Sommerpartys eine Zumutung sind. Es geht ohnehin nur um Verknappung und sozialen Status, weshalb man am besten gar keine gibt. Tinas Sorge ist eine andere: dass Leute kommen, die nicht wieder gehen. • Hitze-Mythen und kackende Störche: Der heiße Tee der Touareg, das angeblich schädliche kalte Bier, Störche, die sich zur Kühlung auf die Beine koten, und Fruchtfliegen, die bei 30 Grad ihre sexuelle Orientierung verlieren. Ob Homosexualität also eine Folge des Klimawandels ist, bleibt vorsichtshalber offen. • Der große Eisenbahn-Exkurs: Auf einen Beschwerdebrief hin, es komme zu wenig Eisenbahn vor, klären die beiden die Sache mit der Schienen-Dehnungsfuge, würdigen einen holländischen Schlager über ebendiese, das zug-imitierende Orange Blossom Special und einen italienischen Gesang über den Franco-Crosti-Speisewasservorwärmer. • Sommerkleidung und die Kunst des Datings: Von den H&M-Herrenunterhosen, die Tina zu Hause als kurze Hose trägt, über Higgins aus Magnum bis zur „Burnt-Haystack-Methode“, bei der man auf Dating-Apps erst alle blockiert, um im abgebrannten Heuhaufen die eine Nadel zu finden. Dauer laut Tina: etwa zwei Jahre. Eine Folge so lang wie ein Hitzetag und mit ähnlich vielen Abschweifungen. Das Fazit steht schon fest: Hitze ist scheiße.

  • #11 Ritterschlag und Preisvergleich

    19.07.20261:03:47

    In der elften Sitzung der Pension Alcatraz geht es um Orden, Preise und Auszeichnungen. Ausgelöst hat das Thema Tina Voß, die frisch aus Norwegen zurückkommt: als Ritter erster Klasse, persönlich unterschrieben von König Harald. Gefeiert wird außerdem im neuen Außenstudio, mit Gefängnis-Kaffee aus Bergen, acht veganen Brotaufstrichen und einem T-Shirt, für dessen Entzifferung Tina rund sechs Wochen gebraucht hat. Die Themen dieser Episode im Überblick: • Das neue Außenstudio und das rätselhafte T-Shirt: Aufgezeichnet wird erstmals im Management-Büro in Bückeburg, akustisch etwas hallig, dafür fußläufig zur Gastronomie. Dietmar hat die englische Lautumschrift von „Clausthal-Zellerfeld“ ausgetüftelt und herumgezeigt, alle konnten sie in 30 Sekunden lesen, nur Tina brauchte sechs Wochen und kam erst drauf, als sie es sich laut vorlas. • Tina, die Technikbeauftragte: Wie die gläserne Decke zwischen Mikrofon und Frau durchbrochen wurde, warum bei der Abstimmung der Hund nicht mitstimmen durfte und weshalb Tina aus der Zukunft anruft, nur um die Folgennummer trotzdem zu verwechseln. • Acht vegane Brotaufstriche: Tina hat für ihre vegane Kochausbildung einen ganzen Tag lang aufgestrichen, von veganer Leberwurst über Hanf-Sonnenblumenkern bis zur Kimchi-Butter und einem veganen Fleischsalat. Dazu Dietmars neues Lieblingswort: Brädeinwaage. • Partnergefängnis Robben Island: Es gibt Strafe-Kaffee, geröstet von Gefangenen eines norwegischen Resozialisierungsprojekts, und einen Besuch auf Robben Island, wo Nelson Mandela 18 seiner 27 Haftjahre verbrachte. Bei der Führung durch einen ehemaligen Mithäftling brechen am Ende alle in Tränen aus, auch Tina. • Die Talsperren persönlich: Der Mittelwert liegt bei 60 Prozent, sieben unter normal. Tina bucht daraufhin den letzten Stellplatz direkt an der Okertalsperre, um mit Wohnmobil und Hund ein ganzes Wochenende beim Verdunsten zuzusehen, notfalls mit dem Zollstock. • Ritter ohne Pferd: Tinas norwegischer Orden kommt ohne Reitpflicht, ohne Kriegsdienst und ohne Gendering. Dazu die Odyssee vom falschen Flughafen, zehn Stunden Oslo, ein annullierter Anschluss und das wohlige Schadenfreude-Gefühl, in Frankfurt als Einzige schon umgebucht zu sein. • Linda Lovelace und der Taylor-Swift-Witz: Dietmar hat den A400M von innen gesehen und durfte sein Fahrzeug, das Zäpfchen, für ein Foto danebenstellen. Tina fühlt sich davon gedemütigt, weil sie keines ihrer eigenen Fahrzeuge danebenstellen durfte. Außerdem: warum die amerikanische C-5 Galaxy „Linda Lovelace“ heißt, und ein Hochzeitswitz über American Football, den Dietmar zum Brüllen komisch findet, während Tina ihn bis zuletzt nicht versteht. • Das Kleinkunstpreis-Quiz: Dietmar liest erfundene und echte deutsche Kabarettpreise vor, von der Krefelder Krähe bis zur St. Ingberter Pfanne, und Tina muss raten. Es folgt ein ausufernder Exkurs über die norddeutsche Aussprache von V, F und dem harten G, das sich unaufhaltsam nach Norden ausbreitet. • Warum überhaupt Preise? Drei Motive: einen Promi günstig in die Stadt locken, Stadtmarketing (Karlspreis Aachen, samt Karl-der-Große-Groll wegen der Bluttat von Verden) und Produktwerbung (L&M Comedy Award, goldenes Kabel, Bambi). Am Ende bleibt: Anerkennung, und ein schäbiges Radiopreis-Event mit Bus statt Limousine. • Skandale und der Kleinpimmelpreis: Von Clemens Meyer über Reich-Ranicki bis Bob Dylan und Rainald Goetz mit der Rasierklinge. Welche Trophäen Dietmar auf keinen Fall will (der „Kleinpimmelpreis“ und der „Goldene Zaunapfel“), und warum „Lebenswerk“ das steuerliche Zauberwort ist. Eine Folge über Orden ohne Pferd, Kaffee aus dem Knast und die Erkenntnis, dass der schönste Preis immer noch der ist, den außer einem selbst niemand bekommt.

  • #10 Ich Tarzan, du Jane

    05.07.202659:39

    In der zehnten Sitzung der Pension Alcatraz wagen Tina Voß und Dietmar Wischmeyer das vielleicht heikelste aller Themen: was ist eigentlich besser, Mann oder Frau? Wohlgemerkt nicht der bessere Mensch, das wäre ja schon Moral. Sondern einfach das Geschlecht als Konstruktion, mit allen anatomischen, evolutionären und gesellschaftlichen Vorzügen. Antworten, Belege, Studien fragwürdiger Herkunft und ein Gedicht vom Hörer Olaf. Die Themen dieser Episode im Überblick: • Olafs Gedicht und der Hanomag nach Island: Hörer Olaf schickt ein Goethe-Pastiche zur Versöhnung mit der Pension, Dietmar trägt es mit gebührender Gravitas vor. Außerdem geklärt: Island heißt nicht „auf“, sondern „in“ Island, weil oben kaum jemand wohnt. • Kobi-Pilz und Apfelmark-Beton: Heute gibt es Kombucha, den Tina fast umgebracht hätte, weil sie bei der Fermentation den Zucker vergaß, und einen veganen Zitronenkuchen mit Dietmars Apfelmark, der so wenig Luftlöcher hat, dass er an der Decke kleben bleibt. • Albright-Studie und die 13 Prozent: In den 100 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen sitzen 462 Männer und 60 Frauen in den Geschäftsführungen. Das ist weniger Frauenanteil als in jeder Imbissbude. Tina hat zur Frauenquote damals den Kriminologen Pfeiffer angerufen, statt eine eigene Meinung zu haben. Dietmars Position: er fährt auf der Right Lane, ob er Geisterfahrer ist oder nicht. • Eva aus der Rippe und der Hirsch im Brunftrudel: Warum gibt es überhaupt Mann und Frau? Dietmar erklärt Polygamie als evolutionäre Strategie zur Genvervielfältigung, Tina kontert mit selbstbefruchtenden Schildkröten und Schnecken. • Vorteile, eine Frau zu sein: Eco-Gender-Gap, Mülltrennungs-Nazi, der „Women are wonderful“-Effekt. Tina verkauft Hula-Hoop-Reifen bei eBay für 4 statt 18 Euro an ein 14-jähriges Mädchen. Männer schätzen sich nur effektiver ein, Frauen sind es tatsächlich. • Frauen sind Giraffen: Dietmar versteht Frauen so, wie ein Zoologe Giraffen versteht, also durchaus, aber innerhalb klarer Spezies-Grenzen. Geklärt wird außerdem das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz und warum Frauen nicht aus Flaschen trinken können (sie wissen nicht, dass gleichzeitig Luft rein muss). • Big-Brother-Vogelhaus und Männergesangverein: Das traumatische Ende der Live-Übertragung aus dem Nistkasten, und warum sich Männer geschlechtsspezifisch nicht solidarisieren, was Dietmar einen der ganz großen Vorteile des Männerseins findet. • Trinkerbell und Schutzfolie: Vier Mütter mittleren Alters fahren als Malle-Ultras zum Ballermann, mit Adiletten („Hokus Pokus Malle-Modus“), Bauchtaschen am Karabiner und einer Schutzfolie übers Glas. Tina sagt, sie habe geheiratet, sich der modernen Anbahnungs-Diskussion zu entziehen. • Childrens Immogap und Wachtel-Studie: 2025 wurden so wenig Kinder geboren wie nie seit 1946. Tina hatte Angst vor den eigenen Genen, Dietmar vor dem Elternrat. Außerdem: japanische Wachteln, die kleine Eier legen, leben länger. • Männerjahre und die Brillenschlange: Ein Männerjahr sind angeblich 1,5 Frauenjahre. Tinas Altersformel: dividiert durch zwei plus sieben. Dazu die kleine Etymologie von „Frau am Steuer, Ungeheuer“ und der Brillenschlange. • Vorbilder im anderen Geschlecht: Wäre er eine Frau, hätte Dietmar Golda Meir, Margaret Thatcher oder Madeleine Albright als Vorbild. Tina als Mann: Chuck Norris (wegen der Witze), Barack Obama (diese Lusche), Bono, Chris Martin, Dalai Lama und Keanu Reeves. Dietmar verheddert sich anschließend in der eigenen Musikgeschichte. • Vorsprung durch Anatomie und Abschluss: Dietmar erklärt, warum die männliche Bauweise in der Praxis ihre Vorzüge hat, und gibt zu, in Geselligkeit lieber mit Männern, beruflich aber häufiger mit Frauen unterwegs gewesen zu sein. Den letzten Satz spricht er sich zur eigenen Sicherheit ins Stammbuch. Eine Folge zwischen Anatomie, Albright-Stiftung und Adiletten. Am Ende sind wir alle Giraffen.

  • #9 Fahren, Fliegen, Eierkuchen

    21.06.202654:52

    In der neunten Sitzung der Pension Alcatraz schreiben Tina Voß und Dietmar Wischmeyer ihre persönliche Mobilitätsgeschichte, von Tinas schwarz-weiß lackiertem Golf über Dietmars vierundvierzig Motorräder bis zum kevlarummantelten Einsitzer, den Tina beharrlich „Zäpfchen“ nennt. Dazwischen: ein Hund, der auf das Wort Clausthal-Zellerfeld hört, ein Schmodderkuchen mit Möwenschiss und die feste Überzeugung, dass eine Immobilie schon deshalb ein Versager ist, weil sie sich übers Nichtwegkönnen definiert. Die Themen dieser Episode im Überblick: • Warum die Immobilie ein Versager ist: Der Titel entsteht aus „Friede, Freude, Eierkuchen“, und Dietmar lehnt grundsätzlich alles ab, was sich ex negativo definiert. Eine Immobilie sagt nur, dass sie nicht weg kann, weshalb er aus demselben Grund auch kein Atheist ist. Der Hund kommentiert das Wort Clausthal-Zellerfeld zuverlässig. • Das erste Auto: Tinas Golf 1, von ihr selbst schwarz-weiß lackiert, mit reichlich Unterbodenpaste über den Schäden. Dietmars Fiat 1200 mit sagenhaften 80 PS, gekauft zur Bundeswehr-„Einladung“, weil man als Wehrpflichtiger nur eine Freifahrt im Monat bekam. • Partnergefängnis Wormwood Scrubs: Dietmar trampte in den frühen Zwanzigern nach London, den Ärmelkanal als Hindernis schlicht verdrängt, und zeltete auf einem halblegalen Platz direkt vor dem Gefängnis, bewacht von Freiwilligen. Dazu die mütterliche Erkenntnis, man habe in England „längst nicht so viel kaputtgeschmissen“. • Der Mobilitäts-Messi: Über vierzig Fahrräder, vier Motorräder von einst vierundvierzig, drei Traktoren, sieben zugelassene Autos und ein einzelner Hanomag-LKW, der nur deshalb bleibt, weil der Markt zu wenig hergibt. Die E-Auto-Verweigerung verkauft Dietmar als aktiven Umweltschutz, weil er alte Diesel dem Markt entzieht. • Das Zäpfchen: Tinas Name für Dietmars Ecomobil-Monotracer, einen kevlarummantelten Einsitzer, der sich wie ein Motorrad fährt und bei dem man bei jedem Halt die Stützräder ausklappen muss. Inklusive Spritgeruch, einem „Bull Riding“-Sturz wegen gebrochenem Lenkungsdämpfer und 85.000 Euro Neupreis. • Motorrad, Pferd und die Sinnlosigkeit: Warum Motorradfahren nichts mit Praxis und alles mit Pommesbuden zu tun hat, warum ein Pferd keinen Notausknopf besitzt und warum Tina nach einer halben Stunde im Sattel drei Tage Muskelkater von unbekannten Muskeln hatte. Runner's High hat sie übrigens nie gespürt, nur Erleichterung am Ende. • Der Auslieferungsfahrer-Traum: Beide fahren am liebsten Auto, Tina ihren Mustang und ihr Wohnmobil, in dem sie sich wie eine Paketbotin fühlt. Dietmar entwickelt daraus die Vision eines Sprinters voller Paket-Dummies als Demenz-Therapie. • Schrei vor Vergnügen: Tinas große Mobilitäts-Sternstunden, oben aus dem Leopard herausgucken und ein neuer Müllwagen ohne Spiegel im Hütchen-Slalom, gefolgt von kollektiver Liebe zu allen Beteiligten. Dietmar wiederum sprang in London nur zum Spaß vom fahrenden Bus. • Gesammelte Flüge: Dietmars neues Sammelgebiet sind nicht Objekte, sondern Flugerfahrungen, von Hubschraubern über Transall und Tupolew bis zum A400M, in dem beide bislang nur gesessen haben. • Der Hass auf Fahrstühle: Zum Schluss die schlimmsten Fortbewegungsmittel überhaupt, Reisebus, Fahrstuhl und vor allem das autonome Fahren. Dazu das implodierte Titanic-Tauchboot, eine Farbpalette für neue E-Autos nach Infektionskrankheiten (Lepra-Braun, Syphilis-Grün) und ein Audi A2, dessen Diebstahlwarnanlage Dietmar zu „Auto gewordener Intelligenz“ erklärt. Eine Folge über alles, was rollt, fliegt und schwimmt, außer die Immobilie, die ja bekanntlich bleibt, wo sie ist.

  • #8 Erwachsenwerden

    07.06.202650:17

    In der achten Sitzung der Pension Alcatraz nehmen sich Tina Voß und Dietmar Wischmeyer zum mittlerweile dritten Mal das Erwachsenwerden vor und stellen am Ende fest: stattgefunden hat es bei beiden noch nicht. Stattdessen geht es um Schützenfest-Pinkeltechnik, Brust-Skulpturen im Vorgarten, einen Hahn namens Fridolin, Campinos Gemeinschaftsgrab und die Frage, welche Dosensuppe man kalt essen darf. Die Themen dieser Episode im Überblick: • Partnergefängnis Alcatraz: Die neue Rubrik, die Dietmar partout keine Rubrik nennen will, startet standesgemäß mit dem Namensgeber. Tina war als Besucherin dort und kaufte danach ihr Haus, Dietmar hat auf einer Gefängnisinsel geheiratet. Erkenntnis: Vom Knast aus guckt man ohnehin nur auf die Wand, die Insel ist egal. • Servicebereich Immobilien: Von der größten Flussinsel Europas (Harriersand in der Weser, mit Blick auf den Schüttguthafen) über das Wellnesshotel mit Betonwerk gegenüber bis zur Marienburg, von der man auf das Zementwerk Pattensen schaut. Die Lehre: lieber das Zementwerk haben als drauf gucken. • Die Tittomanie im Vorgarten: Die Vorbesitzer haben überall Brust-Skulpturen verteilt, manche mit Gerippe-Kopf, eine auf einem großen Fuß. Dietmar hätte sie längst in den Betonschredder geworfen. Tina hat nach sechs Jahren noch eine von einer Hand umklammerte Steinschlange im Efeu entdeckt. • Fridolin schlägt 4:08 Uhr: Tina übernachtet bei einer Gartenparty in Brandenburg im Wohnmobil, vier Meter neben dem Hühnergehege. Der Hahn kräht im freien Rhythmus, Tina wünscht ihm im Halbschlaf den Hals und gerät danach in Manifestations-Panik, als ein totes Huhn aus dem Gehege getragen wird. • Junggesellenabschied und Hosenvergrabung: Warum man mit über 50 noch heiratet, wenn die Silberhochzeit statistisch außer Reichweite liegt. Dazu die Hose-Vergraben-Zeremonie als sublimierte Form der Vorhaut-Vergrabung und ein Exkurs über den kleinen Zeh, der eigentlich nur im Strumpf hängen bleibt. • Campinos Gemeinschaftsgrab: Der Tote-Hosen-Sänger kaufte 2001 siebzehn Plätze auf dem Düsseldorfer Südfriedhof, drei sind belegt. Es schließen sich heikle Fragen an: Verwirkt man seinen Platz durch Scheidung, und darf man Gräber eigentlich bei Airbnb untervermieten? • Sargbretter im Vorgarten: Dietmar will sich vom Bekannten mit der Horizontal-Gattersäge die eigenen Sargbretter sägen und ein paar Jahre trocknen lassen, ganz wie sein Opa. Tina warnt vor feuchtem Holz und dem sich verziehenden Sarg. Nebenbei: Gatter, Gittelde und warum der Ort eigentlich „Muschitaun“ heißt. • Die Sandwich-Jahre: Die Phase zwischen 30 und 40, eingeklemmt zwischen pubertierenden Kindern und alternden Eltern, dazu Karriere und unbezahlbares Eigenheim. Und der Psycho-Bubble, der jetzt auch hierzulande verlangt, dass das innere Kind Heimat findet. • Wann hört die Jugend auf? Dietmars Kindheit endete mit zwölf, seine Jugend mit 41, definiert über die Abwesenheit jeder Altersvorsorge. Tina dachte schon als Teenager an die Zukunft, allerdings nur bis zum nächsten Disko-Donnerstag. Dazu ihr geiziger Berufssoldaten-Freund, der seine Buletten zählte. • Das Dosensuppen-Seminar: Kalte Ravioli, die Bihun-Suppe, der Schnippelbohnen-Eintopf von Sonnen-Bassermann und der Arktisforscher, den bleiverlötete Dosen ins Grab brachten. Erwachsensein heißt am Ende: selbst entscheiden, wann und was es zu essen gibt, und sei es Spaghetti mit Ketchup auf offenem Feuer. Das Fazit nach knapp einer Stunde: Erwachsensein hat bei beiden noch nicht angefangen. Sollte es das je tun, gibt es einen dritten Podcast.

  • #7 Comeback oder bleib weg - Bonus

    31.05.20261:07:49

    Eine Sonderfolge, weil der Mai uns mit fünf Sonntagen beschert hat und Tina Voß und Dietmar Wischmeyer einfach zu viel Spaß haben, um eine Lücke zu lassen. Den Titel hat Tina in drei Sekunden erfunden und sich vorsichtshalber gleich die Rechte gesichert, Dietmar vermutet hingegen eine Teufelseingebung. Das eigentliche Programm: sechs Comedy-Stücke aus Dietmars Frühstyxradio-Zeit, rund 30 Jahre alt, auf den Prüfstand gestellt. Comeback oder bleib weg? Die Themen dieser Episode im Überblick: Sonderfolge und Exorzismus: Tina erfindet den Episodentitel in Rekordzeit. Dietmar verweist auf den laufenden Exorzismus-Kongress in Rom mit 260 Teilnehmern, darunter ehemals Besessene, die sich jetzt als Testimonials zur Verfügung stellen. Rhabarber-Muffin und Hibiskus-Bremsenreiniger: Weil nachmittags aufgezeichnet wird, gibt es einen Muffin in „Rentner-Dackel-Dünnschissfarbe" und einen Hibiskus-Kombucha, der schmeckt wie Felgenreiniger. Dazu der übliche Talsperren-Lagebericht: 64 statt 72 Prozent, wir sind alle verloren. Harz statt Hörer Ulf: Die Talsperren werden jetzt persönlich inspiziert. Tina landet mit dem Wohnmobil versehentlich auf dem Radrundweg um die Granetalsperre und wird von Mountainbikern vertrieben. Außerdem: Clausthal-Zellerfeld als männerreichste Stadt laut einer Wochenschau der 50er. Die neu entdeckte Schadenfreude: Tina sitzt frühmorgens mit Kaffee im Wohnmobil und genießt es, wie spätere Bikepark-Besucher vergeblich nach Parkplätzen kreisen. Dietmar empfiehlt den Ausbau zum Gehässigkeits-Tourismus, etwa von der Autobahnbrücke aus. Clausthal-Zellerfeld geht viral: Das Running-Gag-Wort trägt Früchte, inklusive eines KI-Bilds von Rock Hudson mit Schild und dreier frischer Lehnwörter in der indonesischen Bahasa. Dazu die Geosammlung der TU Clausthal mit 100.000 Steinen und ein Exkurs über Kupfer im Harz gegen die Atacama. Flachwitz-Schule: Vom fleischlosen Kind („ersetzen mit einem Hund") über die Verfügbarkeit von Handwerkern in Pornos bis zu Ramses in Hieroglyphen und den Kanarienvögeln, die es auf den Kanaren gar nicht gibt. Die Fahrgemeinschaft: Erstes Archivstück. Fleischsalat ohne Fleisch, der autoklauende Jaroslaw und ein schwuler Intellektueller, gesprochen von Oli Welke. Verdikt: heute heikel, damals geliebt. Plattengülle Döner und Cucina di Diabolo: Multikulti-Comedy in Reinform, gesprochen von Martin Jürgensmann. „Türklinke ist eine Erfindung von Türkei" und ein italienisches Muttertagsmenü aus Tapetenresten mit Kleister. Hier entstanden auch „Tisch 5" und der „Runzelarsch". SUV und Heldengedenktag: Ein Generationskonflikt um ein geliehenes Zelt, der in Versicherungsbetrug mündet, und eine Wiedervereinigungs-Tirade nach dem Vorbild von Alfred Tetzlaff. Erschütternd aktuell, bis auf das Wort SUV. Die Ü70-Party aus Plattengülle: Das Finale. Eine ZDF-Hitparaden-Parodie mit Pflegestufe-3-Schlagern, Chris-de-Burgh-Verballhornungen und Roger Whittakers „Indian Lady". Dazu Dietmars erster Bundeswehr-Einsatz bei Radio Andernach, mit sechs Stunden Bahnverspätung und einem frierenden Gefreiten am Bahnsteig. Das Fazit nach 30 Jahren: zwei Drittel hält man noch gut aus, ein Drittel gibt man besser nicht öffentlich zu. Eine Wiederholung folgt beim nächsten Monat mit fünf Sonntagen.