Aufstehen beginnt im Kopf – der Podcast mit Marion Bender
Aufstehen beginnt im Kopf – der Podcast mit Marion Bender

Aufstehen beginnt im Kopf – der Podcast mit Marion Bender

Marion Bender


Podcast

Dieser Podcast ist für Menschen, die neue Kraft, echte Inspiration und klare Gedanken für ihr Leben suchen. Marion Bender spricht über Mut, Veränderung, mentale Stärke, persönliche Erfahrungen und die kleinen Schritte, die manchmal alles verändern. Ehrlich, nahbar und mitten aus dem Leben. Für alle, die nicht perfekt sein wollen, sondern echt. Und für alle, die spüren: Da geht noch was. In mir. In meinem Leben. In meinem Blick auf mich selbst.

Alle Folgen

  • Als ein Teller Nudeln nach Familie schmeckte

    11.09.202619:23

    Ein Teller Nudeln kann eine Diagnose nicht verändern.Aber er kann einen schweren Tag wärmer machen.Nach meinem Unfall verbrachte ich viele Monate im Krankenhaus. Mein Zimmer wurde zu meinem kleinen Kosmos. Behandlungen, Warten, Sorgen – und die Welt draußen rückte immer weiter weg.Dann begegnete ich auf den Klinikfluren einigen italienischen Frauen. Ich nannte sie irgendwann liebevoll meine „italienischen Mamas“.Sie brachten selbst gekochtes Essen für ihre Angehörigen mit. Und ohne viele Worte stellten sie einfach einen Teller mehr hin. Für meine Eltern. Für mich. Als würden wir ganz selbstverständlich dazugehören.In dieser Folge erzähle ich, wie aus fremden Menschen eine kleine Familie auf Zeit wurde. Warum Verbundenheit oft nicht durch große Worte entsteht. Und weshalb auch das Annehmen von Hilfe eine Form von Stärke sein kann.Manchmal braucht es keine perfekte Lösung.Manchmal genügt ein ehrliches:„Komm, setz dich zu uns.“

  • Vier Männer wollten mir helfen. Wenig später hing ich samt Rollstuhl in einem engen Treppenhaus auf Mallorca – und niemand hatte mich vorher gefragt.

    04.09.202617:41

    Vier Männer. Ein Rollstuhl. Eine enge Treppe.Und eine Idee, bei der ich heute noch denke: Was genau konnte da eigentlich schiefgehen?Ich war für ein Seminar auf Mallorca. Am Abend wollten wir gemeinsam in einem einheimischen Restaurant essen gehen. Angeblich war es rollstuhltauglich.Die Wirklichkeit sah etwas anders aus.Das Restaurant lag im ersten Stock. Kein Aufzug. Keine Rampe. Nur eine schmale Treppe – und vier Männer, die offenbar gleichzeitig beschlossen hatten: Das kriegen wir hin.Bevor ich richtig verstanden hatte, was der Plan war, befand ich mich samt Rollstuhl mitten in einer spontanen Bergungsaktion.Oben angekommen, hatten wir einen schönen Abend. Nur an eine Kleinigkeit hatte niemand gedacht: Ich musste später auch wieder hinunter. Und nicht alle Mitglieder meines privaten Bergungsteams hatten den Abend ausschließlich bei Mineralwasser verbracht.Heute kann ich darüber lachen.Doch hinter dieser verrückten Geschichte steckt eine wichtige Frage: Wann ist Hilfe wirklich hilfreich?In dieser Folge spreche ich darüber, warum gut gemeint nicht automatisch gut gemacht ist. Warum mein Rollstuhl kein Möbelstück, sondern Teil meines Bewegungsraums ist. Und weshalb Selbstbestimmung nicht bedeutet, alles allein schaffen zu müssen.Ich darf Hilfe brauchen.Aber ich möchte gefragt werden, welche Hilfe ich brauche.Denn manchmal beginnt Respekt mit etwas ganz Einfachem:Nicht sofort machen. Erst fragen.

  • Die Fliege, die ich nicht verscheuchen konnte

    28.08.202611:37

    Eine Fliege kann einen Menschen an den Rand bringen.Ich meine das ganz wörtlich.Wenige Tage nach meinem Reitunfall lag ich im Krankenhaus. Mehrere Halswirbel waren gebrochen. Ich konnte meinen Körper kaum bewegen, während mein Kopf hellwach war.Und dann landete eine Fliege auf meiner Wange.Normalerweise eine kleine Handbewegung: wisch, weg, fertig. Doch ich konnte meine Hand nicht heben. Die Fliege krabbelte weiter – und mit jeder Sekunde wurde das Gefühl stärker, vollkommen ausgeliefert zu sein.Diese Fliege war nicht nur eine Fliege. Sie zeigte mir, wie viel Selbstverständliches ich plötzlich verloren hatte. Und dass ich nun auch bei Dingen Hilfe brauchte, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass man dafür Hilfe brauchen kann.In dieser Folge spreche ich darüber, warum uns manchmal eine scheinbare Kleinigkeit aus der Bahn wirft. Warum die Tasse, die herunterfällt, die Nachricht im falschen Moment oder ein unbedachter Satz oft nur der letzte Tropfen ist.Von außen wirkt eine Reaktion dann vielleicht zu groß. Doch wir sehen meistens nur die Fliege – nicht alles, was vorher schon zu viel war.Vielleicht bist du nicht zu empfindlich.Vielleicht ist dein inneres Fass einfach voll.Und vielleicht brauchst du gerade keine klugen Worte und keine Lösung für dein ganzes Leben. Sondern einen Menschen, der dich sieht und fragt:Was brauchst du?

  • Elf Monate lang wollte ich nur nach Hause. Als ich endlich dort war, merkte ich: Das Haus war noch dasselbe. Ich nicht.

    21.08.202617:54

    Fast elf Monate lang hatte ich nach meinem Reitunfall nur einen großen Wunsch: Ich wollte nach Hause.Als dieser Tag endlich kam, saß ich im Garten meiner Eltern. Die Sonne schien. Alles war vertraut. Das Haus, die Geräusche, die Gerüche.Und trotzdem fühlte sich vieles fremd an.Das Haus war noch dasselbe. Ich nicht.Meine Wohnung lag im Obergeschoss, der geplante Aufzug fehlte noch und mein Vater trug mich die Treppe hinauf. Ich war dankbar für seine Hilfe – und litt gleichzeitig darunter, sie zu brauchen.Ein Teil von mir hatte gehofft, zu Hause auch die Marion von früher wiederzufinden. Die Sportlerin. Die Springreiterin. Die junge Frau, die nicht darüber nachdenken musste, ob ihr Körper mitmacht.Doch irgendwann verstand ich: Ich musste nicht zurück.In dieser Folge spreche ich darüber, warum wir nach schweren Veränderungen nicht wieder die Alten werden müssen. Warum es uns zusätzlich unter Druck setzen kann, unser heutiges Ich ständig mit früher zu vergleichen. Und warum wir nicht sofort wissen müssen, wie unser neues Leben aussehen soll.Vielleicht reicht zunächst ein Gedanke:Ich muss nicht zurück.Ich darf von hier aus weiter.

  • Ich habe einen großen Teil meines Lebens bewiesen, was ich trotz allem kann. Heute frage ich mich: Was, wenn ich gar nichts mehr beweisen muss?

    14.08.202619:10

    Die Fragen, die mich erreichen, haben sich verändert.Früher wurde ich oft gefragt, wie ich das alles geschafft habe. Woher ich meine Kraft nehme. Und wie ich immer wieder aufgestanden bin.Heute erreichen mich andere Fragen:Muss ich mir noch immer beweisen, dass ich etwas kann? Darf ich dankbar sein und mir trotzdem wünschen, dass manches anders wäre? Wann lohnt es sich durchzuhalten – und wann ist Loslassen die ehrlichere Entscheidung? Darf ich Menschen enttäuschen, wenn ich mehr auf mich selbst höre?Und schließlich die vielleicht größte Frage:Was bedeutet für mich heute eigentlich ein gutes Leben?In dieser persönlichen Q&A-Folge spreche ich darüber, warum aus „Ich kann das trotzdem“ irgendwann ein „Ich muss das trotzdem können“ werden kann. Warum Dankbarkeit kein Deckel auf Traurigkeit und Sehnsucht sein darf. Und warum nicht jede Enttäuschung eines anderen bedeutet, dass die eigene Entscheidung falsch ist.Ein gutes Leben glitzert nicht jeden Tag. Manchmal schwitzt es. Manchmal flucht es. Manchmal braucht es Hilfe beim Hosehochziehen.Und trotzdem kann es ein gutes Leben sein.Denn Aufstehen beginnt im Kopf. Aber Leben beginnt nicht erst, wenn du wieder stehst. Es ist längst da.

  • Mein erster Glühwein nach meinem Unfall kam nicht in einem Becher. Er kam durch eine Magensonde.

    07.08.202618:28

    Monatelang lag ich im Krankenhaus. Essen und Trinken waren nicht möglich, mein Alltag bestand aus Untersuchungen, Therapien, Warten – und einer Magensonde.Und dann fragte mich Schwester Elke, ob ich mit ihr auf den Weihnachtsmarkt möchte.Plötzlich waren da kalte Luft im Gesicht, Lichter, der Geruch nach gebrannten Mandeln – und ein paar Schlückchen Glühwein. Allerdings auf einem ziemlich ungewöhnlichen Weg. ?Dieser Abend hat meine Situation nicht verändert. Am nächsten Morgen war ich immer noch im Krankenhaus.Aber für ein paar Stunden war ich nicht nur Patientin. Ich war Marion. Ich lachte. Ich war mittendrin. Ich lebte.In dieser Folge geht es darum, warum Freude und schwere Zeiten nebeneinander existieren dürfen. Warum ein schöner Moment nichts kleinredet. Und warum wir unser Leben nicht auf später verschieben müssen.Denn das Leben wartet nicht, bis alles wieder gut ist. Es ist schon da.