Wirtschaftsforum Morning Brief
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Podcast

Der Morning Brief von Wirtschaftsforum bringt werktags um 6 Uhr die drei Themen auf den Punkt, die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer im Mittelstand wirklich betreffen: Recht und Steuern, Finanzierung, Energie und Einkauf, Personal und Förderung sowie KI und Digitalisierung. Kein klassischer Nachrichtenüberblick, sondern eine klare Einordnung: Was ist passiert? Warum ist es für Ihr Unternehmen relevant? Und müssen Sie heute handeln? Dazu gibt es die Zahl des Tages, einen kompakten Nachrichtenüberblick und eine konkrete Aufgabe, die Sie direkt nach dem ersten Kaffee erledigen können. Alle Quellen, Hintergründe und weiterführenden Informationen finden Sie in den Shownotes der jeweiligen Folge. Täglich redaktionell kuratiert und mit KI-Unterstützung produziert. Die Sprachausgabe erfolgt über eine synthetische Stimme. In weniger als sechs Minuten auf dem aktuellen Stand. Montag bis Freitag, jeweils um 6:00 Uhr. Ein Angebot der Wirtschaftsforum.

Alle Folgen

  • Der Handel bremst, und die Uhr tickt

    Heute0:01

    Einzelhandel Juni • EZB-Pause mit September-Vorbehalt • IMD-Ranking Deutschland Platz 23 Meldung 1: Einzelhandel Juni 2026, Destatis Der Einzelhandel hat im Juni 2026 real 1,1 Prozent weniger umgesetzt als im Mai (nominal ebenfalls minus 1,2 Prozent). Im Jahresvergleich zu Juni 2025 sank der Umsatz real um 0,2 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Veröffentlichung: Montag, 3. August 2026, 08:00 Uhr. Teilsegmente im Detail: Lebensmitteleinzelhandel: real minus 1,4 Prozent zum Vormonat, minus 0,6 Prozent zum Vorjahresmonat Nicht-Lebensmittel: real minus 1,0 Prozent zum Vormonat, plus 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat Internet- und Versandhandel: real plus 0,4 Prozent zum Vormonat, plus 4,9 Prozent zum Vorjahresmonat Gesamtes 1. Halbjahr 2026: real plus 0,7 Prozent, nominal plus 2,2 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum Meldung 2: EZB-Leitzinsentscheid 23. Juli 2026 Die EZB hat auf ihrer Ratssitzung am 23. Juli 2026 alle drei Leitzinsen unverändert belassen. Einlagensatz: 2,25 Prozent. Hauptrefinanzierungssatz: 2,40 Prozent. Spitzenrefinanzierungssatz: 2,65 Prozent. Der Einlagensatz wurde erstmals am 17. Juni 2026 auf 2,25 Prozent angehoben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde schloss eine weitere Zinserhöhung im September nicht aus. Marktbeobachter rechnen mit einer Anhebung auf 2,50 Prozent am 10. September 2026. EZB-Projektion (Juni 2026): Inflation 2026 bei 3,0 Prozent. Bauzinsen Juli 2026: ca. 3,8 bis 4,4 Prozent je nach Laufzeit und Beleihung. Meldung 3: IMD World Competitiveness Ranking 2026 Das IMD aus Lausanne hat im Juni 2026 seine jährliche Auswertung der Wettbewerbsfähigkeit von 70 Ländern veröffentlicht. Deutschland: Platz 23, vier Plätze schlechter als im Vorjahr (2025: Platz 19). IHK Rhein-Neckar (Statement vom 19. Juni 2026): Arbeitsmarkt und Steuersystem weiterhin nicht wettbewerbsfähig, gravierende Rückgänge bei öffentlichen Finanzen, internationalen Investitionen und Infrastruktur. MIT-Konjunkturbrief August 2026: Ohne Reformeifer bei Bürokratie, Steuerlast und Energiekosten vertieft sich der Standortnachteil weiter. Kurz notiert, Quellen und Zahlen Industrieproduktion Mai 2026: plus 0,9 Prozent zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt, vorläufig); im Dreimonatsvergleich März bis Mai plus 0,1 Prozent. Automobilindustrie: plus 3,6 Prozent. Energieintensive Branchen: plus 0,2 Prozent zum Vormonat, im Dreimonatsvergleich plus 3,2 Prozent. Quelle: Destatis, 7. Juli 2026. IWF-Wachstumsprognose Deutschland 2026: 0,7 Prozent (Euroraum: 0,9 Prozent). Quelle: MIT-Konjunkturbrief August 2026, mit Verweis auf IWF vom 8. Juli 2026. Gastgewerbe Mai 2026: real minus 2,0 Prozent zum Vormonat. Quelle: Destatis, 21. Juli 2026 (via MIT-Konjunkturbrief August 2026). Zahl des Tages 0,7 Prozent: Reales Umsatzplus des Einzelhandels im gesamten ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Getragen von den starken Frühjahrsmonaten; der Juni-Rückgang hat das Plus erheblich geschmälert. Quelle: Destatis, 3. August 2026.

  • Öl bricht ein, der Rhein auch

    Gestern0:01

    Ölpreisabsturz nach Iran-Deal • Rhein-Niedrigwasser verschärft sich • Volle Bücher, leere Investitionsbereitschaft Meldung 1: Ölpreisabsturz: Was der Minus-Sieben-Prozent-Tag für Ihre Energiekosten bedeutet Brent-Rohöl brach am 3. August 2026 um mehr als 7 % ein und fiel zeitweise unter 84 US-Dollar je Barrel. Auslöser: US-Präsident Trump sagte einen geplanten Militärschlag gegen den Iran ab und kündigte neue Verhandlungen an. Gleichzeitig beschlossen sieben OPEC+-Staaten (Algerien, Irak, Kasachstan, Kuwait, Oman, Russland, Saudi-Arabien) eine Erhöhung der Förderobergrenze ab September um 188.000 Barrel pro Tag, die letzte Stufe der Rückabwicklung ihrer freiwilligen Kürzungen aus 2023. WTI fiel auf rund 79,60 US-Dollar je Barrel. Der Iran führt nach eigenen Angaben keine direkten Gespräche mit Washington; stattdessen verhandelt Teheran über Oman über eine vorübergehende Lösung für die Straße von Hormus. OPEC+ trifft sich am 6. September 2026 erneut zur Marktüberprüfung. Aktuelle Tagespreise und Marktlage: Tecson Ölmarkt, 3. August 2026 Detaillierte Marktmeldung: Sunday Guardian Live, 3. August 2026 OPEC+-Entscheidung und WTI-Kurs: Yahoo Finance / Offshore Technology, 3. August 2026 Brent-Abschläge am Montagvormittag: finanzen.at, 3. August 2026 Meldung 2: Rhein-Niedrigwasser: Binnenschifffahrt unter Druck, Transportkosten steigen Nach mehr als drei Wochen Niedrigwasserphase liegt der Rhein an zentralen Pegeln nahe historischer Tiefststände. Der Pegel Kaub (Rheinland-Pfalz) verzeichnete zuletzt knapp über 80 cm; der bisherige Allzeit-Tiefstwert beträgt 25 cm (Oktober 2018). Der Kölner Pegel wird für den 4. August um 06:00 Uhr mit rund 0,67 m erwartet. Viele Schiffe können derzeit nur etwa ein Drittel der üblichen Traglast transportieren. Die Schifffahrtsgesellschaft DTG meldete, der Preis für eine Tonne Rohöl von Rotterdam bis Karlsruhe sei von ca. 45 Euro im Juni 2026 auf 145 bis 150 Euro gestiegen. Reedereien erheben Niedrigwasserzuschläge (Kleinwasserzuschläge). Der Binnenschifffahrtsverband betont: amtliche Sperrungen gibt es nicht, die Schifffahrt läuft weiter, solange es physikalisch und sicher möglich ist. HGK Shipping (300+ Schiffe auf Rhein und Nebenflüssen) bereitet sich auf weitere Einschränkungen vor, falls August trocken bleibt. Die Sonder-Verkehrsministerkonferenz tagt am Donnerstag, 7. August 2026; NRW-Verkehrsminister Krischer fordert eine nationale Taskforce. Am stärksten betroffen: Chemie, Stahl, Mineralöl. Aktuelle Pegeldaten Köln: StEB Köln Wasserstandsvorhersage, 4. August 2026 Wirtschaftliche Auswirkungen, Frachtzuschläge, HGK Shipping: ZDF heute, 3. August 2026 IHK Niederrhein, Schifffahrt und Industrie: Niederrheinische IHK, 2026 Transportkostenentwicklung, HGK-Einschätzung: Transport Online, 3. August 2026 Auswirkungen auf Lieferketten: Rhein-Neckar-Zeitung, 1. August 2026 Pegel Maxau, Rekordnähe: Die Rheinpfalz, 2. August 2026 Frachtzuschläge und Niedrigwasserdetails: RT DE, 3. August 2026 Meldung 3: Volle Auftragsbücher, leere Investitionsbereitschaft Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe lag im Mai 2026 fast 10 % über dem Vorjahresniveau (Destatis, 17. Juli 2026). Der MIT-Konjunkturbrief August 2026 (29. Juli 2026) diagnostiziert die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand auf einem Tiefpunkt, flankiert durch ifo-Daten zur Industrie (24. Juli 2026), die denselben Befund stützen. Das KfW-Mittelstandsbarometer verzeichnet für Q2 2026 einen Rekordwert: Mehr als 4 von 10 kreditinteressierten Mittelständlern berichten von restriktiven Kreditvergabestandards (+6,5 Prozentpunkte gegenüber Vorquartal). Im IMD-Wettbewerbsfähigkeitsranking 2026 fiel Deutschland auf Platz 23 (2017: Platz 13, 2025: Platz 19). MIT-Konjunkturbrief August 2026: MIT-Bund.de, 29. Juli 2026 KfW-ifo-Mittelstandsbarometer August 2026 (Stimmungsdämpfer): KfW Research, August 2026 Zahl des Tages: sieben Prozent Brent-Rohöl verlor am 3. August 2026 mehr als 7 % an einem Handelstag, stärkster Tagesrückgang seit Monaten. Quellen: Tecson Ölmarkt und Sunday Guardian Live, 3. August 2026. Kurz notiert, Hintergründe KfW-ifo-Mittelstandsbarometer August 2026: −13,1 Punkte (−0,6 gegenüber Juli), erstmals nach fünf Anstiegen rückläufig. Quelle: KfW Research, August 2026 Sonder-Verkehrsministerkonferenz zum Rhein-Niedrigwasser: Donnerstag, 7. August 2026. Quelle: ZDF heute, 3. August 2026 IMD-Wettbewerbsranking 2026: Deutschland auf Platz 23 (2017: Platz 13). Vollständige Länderliste: MIT-Konjunkturbrief August 2026, 29. Juli 2026

  • Drei Millionen — und diese Woche noch ein Termin obendrauf

    Vor 2 Tagen0:01

    Arbeitsmarkt überschreitet Drei-Millionen-Marke • EU-Gegenzölle laufen am Donnerstag ab • Ausbildungsmarkt dreht sich Drei Millionen — und diese Woche noch ein Termin obendrauf Montag, 3. August 2026. Drei Themen, ein harter Termin diese Woche. Meldung 1: Drei Millionen Arbeitslose — was das für Ihre Personalplanung bedeutet Die Bundesagentur für Arbeit meldete am 31. Juli 2026: Im Juli stieg die Arbeitslosenzahl auf 3,007 Millionen (+71.000 gegenüber Juni, +28.000 gegenüber Juli 2025). Quote: 6,4 % (+0,2 Prozentpunkte). Saisonbereinigt +6.000 — die Entwicklung ist also nicht rein saisonal. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden gegenüber dem Vorjahr rund 170.000 Stellen abgebaut (davon 123.000 in Metall, Elektro und Stahl). Neue Stellen entstanden vor allem im Gesundheitswesen (+67.000) und in der Pflege (+63.000). Gemeldete freie Arbeitsstellen insgesamt: 653.000 (+25.000 gegenüber Vorjahr). BA-Vorstand Daniel Terzenbach: „Insgesamt setzt sich am Arbeitsmarkt die schwache Entwicklung der letzten Monate fort." Für den Herbst erwartet die Bundesagentur zwar eine Belebung, aber eine geringere als in anderen Jahren. Meldung 2: EU-Gegenzölle — die Aussetzung läuft am 6. August ab Die aktuelle Aussetzungsverordnung (DVO (EU) 2026/295) gilt vom 7. Februar bis 6. August 2026. Sie setzt Zusatzzölle auf US-Waren (10–25 %, je nach Warengruppe gemäß Anhängen I–XIII der DVO (EU) 2025/1564) aus. Parallel dazu: Seit 1. Juli 2026 gelten die Verordnungen (EU) 2026/1455 und 2026/1461 (Turnberry-Deal), die EU-seitig Zollpräferenzen für US-Waren einführen und den US-Zoll auf EU-Exporte auf höchstens 15 % deckeln. Gültigkeit: bis 31. Dezember 2029. Was nach dem 6. August mit den formalen Gegenmaßnahmen der Aussetzungsverordnung geschieht (Verlängerung, Ablaufen oder explizite Aufhebung), war zum Produktionszeitpunkt noch nicht offiziell kommuniziert. Betroffener Warenkreis: Anhänge I–XIII der DVO (EU) 2025/1564 sowie Anhang I der VO (EU) 2018/196. Prüfempfehlung: Klären, ob bestehende Lieferverträge mit US-Bezug explizit auf die Aussetzungsverordnung Bezug nehmen. Meldung 3: Ausbildungsmarkt 2026 — Mehr Bewerber, weniger Stellen Stand Juli 2026 (Beratungsjahr seit Oktober 2025): 418.000 Bewerberinnen und Bewerber (+4.000 gegenüber Vorjahr). Gemeldete Ausbildungsstellen: 437.000 (–35.000 gegenüber Vorjahr). 126.000 Bewerberinnen und Bewerber haben eine Stelle gefunden (–11.000 gegenüber Vorjahr). 147.000 haben weder Stelle noch Alternative. 162.000 Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt. Die Bundesagentur betont: Der Markt ist noch in Bewegung, über die Sommermonate werden erfahrungsgemäß noch viele Verträge abgeschlossen. Ausbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit: arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/ausbildungssuche Kurz notiert — Quellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer August 2026: Geschäftsklima –13,1 Punkte (–0,6 gegenüber Juli), erstmals nach fünf Anstiegen in Folge rückläufig. Quelle: KfW Research / KfW Wirtschaftslage Deutschland. Inflation Deutschland Juli 2026: +2,8 % gegenüber Juli 2025 (Quelle: dpa-AFX / Onvista, 30. Juli 2026). Großhandelspreise Juni 2026: +4,9 % gegenüber Vorjahr (Destatis, bereits veröffentlicht). Ausbildungsplätze: Nur ca. drei Viertel aller Ausbildungsplätze werden an die Bundesagentur gemeldet (Quelle: BA-Pressemitteilung Nr. 30, 31. Juli 2026). Zahl des Tages 3.007.000 — Arbeitslose in Deutschland im Juli 2026. Quote: 6,4 %. Saisonbereinigt +6.000 gegenüber Juni. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Pressemitteilung Nr. 30, 31. Juli 2026.

  • Wachstum auf Kredit der Exporteure

    Vor 5 Tagen0:01

    BIP wächst nur dank Exporten • KI-Kennzeichnungspflicht ab Sonntag • Recht auf Reparatur gilt ab heute Meldung 1 — Wachstum auf Export-Kredit Das BIP ist im zweiten Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen (Destatis, 30.07.2026). Exporte legten zu; Konsumausgaben entwickelten sich verhalten; Investitionen gingen zurück. Im Vorjahresvergleich: +0,9 % (preisbereinigt). Das erste Quartal 2026 wurde auf +0,4 % nach oben revidiert (vorläufig: +0,3 %). Ökonomen-Konsens laut Dow Jones Newswires lag bei +0,1 % — das Ergebnis überraschte positiv, strukturell bleibt die Binnennachfrage schwach. Für die Fachabteilung / Planung Detaillierte Verwendungsseiten-Daten (Konsumkomponenten, Investitionsarten) veröffentlicht Destatis am 25. August 2026. Revision der Jahreswerte zurück bis 2011 — neue Datengrundlage: Unternehmensstrukturstatistiken (liegen erst 18 Monate nach Jahresende vor), Gebäude- und Wohnungszählung 2022, aktualisierte Direktkäufe im Ausland. BIP 2024: neu 0,0 % (bisher: −0,5 %); BIP 2025: +0,2 % (unverändert); BIP 2011–2021: kumulativ um 0,8 Prozentpunkte höher als bisher. Meldung 2 — KI-Kennzeichnungspflicht ab 2. August 2026 Artikel 50 des EU AI Acts (Verordnung (EU) 2024/1689) wird ab 2. August 2026 vollständig angewandt. Betroffen sind vier Bereiche: (1) KI-Systeme, die direkt mit natürlichen Personen interagieren (Chatbots, Voicebots); (2) Systeme zur Emotionserkennung oder biometrischen Kategorisierung; (3) Systeme, die synthetische Audio-, Bild-, Video- oder Textinhalte erzeugen; (4) Deepfakes. Bestandssysteme: Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026. Neue Systeme: sofortige Compliance ab 2. August 2026. Bußgeldrahmen: bis zu 15 Mio. Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes (KMU-Deckelung am unteren Ende). Änderungsverordnung (EU) 2026/1744 in Kraft seit 27. Juli 2026. Finale Leitlinien der EU-Kommission: veröffentlicht 20. Juli 2026. Für die Fachabteilung / Compliance Die Kennzeichnungspflicht tritt neben bestehende Anforderungen aus dem Wettbewerbsrecht und Plattformregeln (nicht ersetzt, sondern ergänzt). Empfehlung Sicherio/kileague: Eine einheitliche interne Regel auf Basis des strengsten geltenden Maßstabs ist effizienter als plattformspezifische Einzellösungen. Technische Standards zur maschinenlesbaren Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 2 sind noch nicht abschließend geklärt (Digital-Omnibus-Verhandlungen laufen). Meldung 3 — Recht auf Reparatur ab 31. Juli 2026 EU-Richtlinie (EU) 2024/1799 in deutsches Recht umgesetzt, Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Bundestag hat das Umsetzungsgesetz am 25. Juni 2026 beschlossen. Gilt ab heute für alle neu geschlossenen Kaufverträge. Betroffene Produktgruppen (Anhang II der Richtlinie): Smartphones, Tablets, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, Displays, E-Bikes u. a. Für die Fachabteilung / Recht Neue §§ 479a–479g BGB: eigenständiges Recht auf Reparatur gegen Hersteller außerhalb der Gewährleistung. Haftungsreihenfolge bei Nicht-EU-Herstellern: zunächst EU-Bevollmächtigter → dann Importeur → dann Vertreiber (§ 479f BGB n. F.). Keine Gesamtschuld. Kaufrechtliche Neuregelung (Reparierbarkeit als Sachmangelmerkmal im B2B-Bereich): gilt erst für Verträge ab 31. Dezember 2027. Gewährleistungsverlängerung: +12 Monate einmalig, wenn Käufer sich bei Mangel für Reparatur statt Neulieferung entscheidet. Hersteller müssen Preisverzeichnisse für typische Reparaturen öffentlich zugänglich machen; Ersatzteile zu angemessenen Preisen bereitstellen; technische Sperren sind verboten. Europäische Reparaturplattform (Werkstattfinder): Betrieb ab 1. Januar 2028 geplant. Kurz notiert — Quellen und Zahlen Importpreise Juni 2026: +6,1 % ggü. Juni 2025 (−0,7 % ggü. Mai 2026); Vorleistungsgüter: +10,3 %; Energie: +23,9 %; Kupfer/Halbzeug: +30,3 %; Kunststoffe Primärformen: +23,8 %; ohne Energie: +4,3 %. Quelle: Destatis, Pressemitteilung 29.07.2026. ifo-Beschäftigungsbarometer: zuletzt leicht gesunken (Stand Juni 2026); Unternehmen planen vermehrt Stellenabbau; Arbeitslosenquote Juni 2026: 6,2 % (ILO: 3,7 %). Quelle: MIT-Konjunkturbrief Mittelstand aktuell Juli 2026. Exportpreise Juni 2026: +3,5 % ggü. Juni 2025 (+0,1 % ggü. Mai 2026) — stärkster Jahresanstieg seit Februar 2023 (+6,6 % ggü. Februar 2022). Quelle: Destatis, Pressemitteilung 29.07.2026. Zahl des Tages 0,0 % — rückwirkend revidiertes BIP-Wachstum 2024 (bisher: −0,5 %). Revision basiert auf neu verfügbaren Unternehmensstrukturstatistiken. Quelle: Destatis, Pressemitteilung 30.07.2026.

  • Stimmung hoch, Kasse leer

    Vor 6 Tagen0:01

    ifo-Stimmungsindex steigt • US-Pharmazoll trifft ab morgen • Kreditklemme im Mittelstand auf Zehn-Jahres-Hoch ifo-Geschäftsklimaindex Juli 2026: Hoffnung schlägt Lage Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juli 2026 auf 86,6 Punkte (Juni: 85,7 Punkte). Der Anstieg geht ausschließlich auf deutlich verbesserte Erwartungen zurück; die laufenden Geschäfte wurden schlechter bewertet als im Vormonat. Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich der Saldo auf minus 9,6 Punkte — bester Wert der vergangenen zwölf Monate. Der Materialmangel ließ weiter nach, die Nachfrage belebte sich. Der Juli-Wert liegt jedoch 1,9 Punkte unter Juli 2025 und rund 13 Punkte unter dem Basisjahr 2015. ifo-Geschäftsklimaindex Juli 2026: 86,6 Punkte Lage-Komponente: 86,5 Punkte (Juni: 87,0) Erwartungs-Komponente: 86,7 Punkte (Juni: 84,3) Verarbeitendes Gewerbe: Saldo minus 9,6 Punkte (bester Wert seit 12 Monaten) IWF-Prognose BIP-Wachstum Deutschland 2026: 0,7 % US-Pharmazoll ab 31. Juli 2026: Was gilt ab morgen Ab dem 31. Juli 2026 tritt ein sektoraler US-Zoll von 15 Prozent auf patentierte Arzneimittel und ihre Vorprodukte aus der EU in Kraft. Generika und generische Wirkstoffe sind ausgenommen. Die Regelung gilt für Großunternehmen (Annex III) ab 31. Juli, für kleinere Unternehmen erst ab dem 29. September 2026. Grundlage ist die EU-US-Handelsvereinbarung (Turnberry-Deal) vom August 2025, umgesetzt durch EU-Verordnungen 2026/1455 und 2026/1461 (in Kraft seit 1. Juli 2026). Zollsatz auf patentierte Arzneimittel/Vorprodukte (EU → USA): 15 % (sektoral, zusätzlich zum MFN-Zoll) Generika: ausgenommen Großunternehmen: ab 31. Juli 2026 Kleinere Unternehmen: ab 29. September 2026 Für Kfz und Kfz-Teile gilt weiterhin: 15 % Gesamtzoll (einschließlich MFN-Zoll) Informationen zu Warengruppen und Ausnahmen: IHK-Prüfschema unter ihk.de/duesseldorf Für die Fachabteilung (Zoll/Außenwirtschaft) Proklamation 11020 vom 2. April 2026 (Grundlage Pharmaszölle); EU-Verordnungen (EU) 2026/1455 und (EU) 2026/1461; Annex III-Liste (Großunternehmen); IEEPA-Zusatzzölle (10 %) liefen am 24. Juli aus; Section-122-Zölle (Trade Act 1974) ebenfalls befristet bis 24. Juli 2026. Aktuellen Zollstatus und Erstattungsverfahren für IEEPA-Zölle: Germany Trade and Invest, cbp.gov. KMU-Kreditklemme: Neuer Höchstwert Laut KfW (Stand: 7. Juli 2026) meldeten in Q2 2026 vier von zehn mittelständischen Unternehmen Probleme bei der Kreditaufnahme — der höchste Wert seit zehn Jahren. Gleichzeitig hält die Umsatzschwäche im Mittelstand laut DATEV-Auswertung (24. Juni 2026) seit drei Jahren an. KMU mit Kreditproblemen Q2 2026: 40 % (neuer Höchstwert, KfW 07.07.2026) Unternehmensinsolvenzen Mai 2025 bis April 2026 (amtlich): 24.599 Fälle (+8,3 % gegenüber Vorjahreszeitraum, Destatis/BMWi) IWH-Insolvenztrend Juli 2025 bis Juni 2026: 18.368 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften (+8,8 % gegenüber Vorjahreszeitraum) Juni 2026 (IWH): +20,3 % gegenüber Juni 2025; +12,1 % gegenüber Mai 2026 IWH-Prognose: Insolvenzniveau bleibt Q3 2026 erhöht 42 % der Unternehmen haben laut BDI (08.07.2026) keine weiteren Investitionen geplant Kurz notiert — Quellen Bürgergeld-Sanktionen ab Juli 2026: Verschärfte Sanktionsregeln (bis 30 % Kürzung bei Terminversäumnis); Quelle: ad-hoc-news / Arbeitsmarktbericht 2026 Rentensteigerung +4,24 % ab 1. Juli 2026: Rentenwert von 40,79 auf 42,52 Euro; Rentenniveau 48 % bis mindestens 2031 gesichert (BMAS) Energiepreise: Rückgang seit Frühjahr 2026 infolge USA-Iran-Rahmenvereinbarung (Juni 2026); Energiepreise laut MIT-Konjunkturbrief Juli 2026 und BMWi-Bericht Juli 2026 zurückgegangen Die Zahl des Tages 86,6 Punkte — der ifo-Geschäftsklimaindex für Juli 2026 (Destatis-Basisjahr 2015 = 100), dritter Anstieg in Folge seit dem Tief im April. Der Anstieg beruht fast ausschließlich auf verbesserten Erwartungen; die laufenden Geschäfte wurden schlechter bewertet als im Vormonat. Der Wert bleibt 1,9 Punkte unter Juli 2025 und rund 13 Punkte unter dem langjährigen Basiswert.

  • Datensouveränität als Kaufargument

    29.07.20260:01

    KI-Anbieter unter Druck • Großhandelspreise bleiben hoch • Industriestrompreis greift nicht automatisch Mittwoch, 29. Juli 2026 Drei Themen, die heute in Ihrem Betrieb relevant sind: Datensouveränität als Beschaffungsfilter bei KI-Tools, strukturell erhöhte Großhandelspreise trotz leichter Monatsentspannung, und der Industriestrompreis 2026, der nur greift, wenn Sie aktiv prüfen und dokumentieren. Meldung 1 — Datensouveränität als Kaufkriterium 53 Prozent der deutschen KMU misstrauen KI-Anbietern aus den USA und China (IONOS/YouGov-Studie, ca. 4.000 Entscheider, Januar–März 2026). 36 Prozent fordern einen Firmensitz in Deutschland oder der EU als entscheidendes Kaufkriterium. Das Misstrauen ist in Deutschland am stärksten ausgeprägt — stärker als in Frankreich (48 %), Großbritannien (46 %), Spanien (44 %) oder Italien (41 %). Hintergrund: Der US-amerikanische CLOUD Act erlaubt US-Behörden den Datenzugriff beim Anbieter unabhängig vom physischen Speicherort. Ein EU-Serverstandort allein schützt nicht, wenn der Anbieter selbst US-amerikanischem Recht unterliegt. Weitere Daten: BARC-Studie „Data Sovereignty 2026" (320 Unternehmen weltweit, Feb./März 2026): 51 % halten Datensouveränität für sehr wichtig (2025: 42 %); 40 % investieren bislang nicht in entsprechende Initiativen; politische Entwicklungen in den USA als wachsender Treiber (+8 Punkte auf 54 %). Meldung 2 — Großhandelspreise Juni 2026 Großhandelspreise Deutschland Juni 2026: +4,9 % gegenüber Juni 2025 (Destatis, veröffentlicht 14.07.2026). Gegenüber Vormonat Mai 2026: -0,7 %. Haupttreiber im Jahresvergleich: Mineralölerzeugnisse: +21,7 % ggü. Juni 2025 (ggü. Vormonat: -6,8 %) Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug: +31,0 % ggü. Juni 2025 Chemische Erzeugnisse: +14,9 % ggü. Juni 2025 Eisen, Stahl und Halbzeug: +8,2 % ggü. Juni 2025 Preisrückgänge: Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze (-10,0 %); Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle (-8,5 %). Ursache des Jahresanstiegs laut Destatis: Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten mit Auswirkungen auf Energiepreise und Rohstoffmärkte. Vormonatswerte: Mai +5,9 %, April +6,3 % (Trend leicht rückläufig im Jahresvergleich, strukturell aber erhöht). Meldung 3 — Industriestrompreis-Beihilfe 2026 Programmeckdaten: Genehmigt Mai 2026 (EU-Beihilferahmen CISAF). Laufzeit: Abrechnungsjahre 2026–2028, rückwirkende Auszahlung jeweils im Folgejahr. Gesamtbudget: 3,8 Mrd. Euro. Zuständige Behörde: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Antragsberechtigt: ca. 9.500 Unternehmen aus 91 Wirtschaftsbereichen mit erheblichem Verlagerungsrisiko (KUEBLL-Liste) Förderung: max. 50 % des jährlichen Stromverbrauchs Referenzpreis 2026: 8,744 Ct/kWh (Börsendurchschnitt 2025) Zielpreis: 5 Ct/kWh; Differenzbetrag 2026: 3,744 Ct/kWh Gegenleistungspflicht: mind. 50 % der erhaltenen Beihilfe innerhalb von 48 Monaten in Dekarbonisierungsmaßnahmen investieren Antragsfenster: voraussichtlich ab Dezember 2026 Registrierung möglich; eigentliche Antragstellung frühestens Anfang 2027 (Antragsfrist voraussichtlich bis Mitte/Ende 2027) Antrag ausschließlich elektronisch über BAFA Wichtig: Die Beihilfe ist kein Festpreis — der normale Stromliefervertrag läuft weiter, die Differenz wird nachträglich erstattet. Netzentgelte, Steuern und Umlagen fallen zusätzlich an. Kombination mit Strompreiskompensation möglich, aber nicht für dieselbe Strommenge. Für die Fachabteilung Industriestrompreis: Förderberechtigung prüfen anhand der KUEBLL-Liste (Unternehmen mit erheblichem Verlagerungsrisiko). Rechtsgrundlage: EU Clean Industrial Deal State Aid Framework (CISAF). Gegenleistungsverpflichtung beginnt erst nach Antragstellung. Kombination mit Strompreiskompensation (§ 12 StromNEV) möglich, jedoch keine Doppelförderung für dieselbe Strommenge. Kurz notiert — Quellen KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026: 40,5 % der kreditinteressierten Mittelständler melden restriktive Vergabestandards (+6,5 Prozentpunkte ggü. Vorquartal, Rekordhoch seit 2017); Einzelhandel: mehr als jedes zweite Unternehmen betroffen; Kreditinteresse sank auf 19,3 % (niedrigster Stand seit Q4 2023). Quelle: KfW Research / KfW-Pressemitteilung 07.07.2026. Mindestlohn: Steigt ab 1. Januar 2027 von 13,90 Euro auf 14,60 Euro brutto/Stunde (Beschluss Mindestlohnkommission Juni 2025, umgesetzt per Kabinettsbeschluss). Quelle: BMAS. Bürgergeld-Sanktionen: Seit Juli 2026 können bei Terminversäumnissen Leistungskürzungen von bis zu 30 % verhängt werden (verschärfte Sanktionsregeln im Rahmen des Koalitionspakets 2026). Quelle: Bundesregierung / ad-hoc-news. Die Zahl des Tages 40,5 % — Anteil kreditinteressierter Mittelständler, die restriktive Kreditvergabestandards ihrer Bank melden (KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026, veröffentlicht 07.07.2026). Anstieg um 6,5 Prozentpunkte gegenüber Q1 2026 — schnellster Quartalszuwachs seit Erhebungsbeginn 2017.