Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne
Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Günter Mahler- PODCAST EINS


Podcast

In einer komplizierten Welt wünschen sich viele einfache Antworten. Die gibt es aber nicht. Wenn man als Christ, die Welt besser machen will, muss man die richtigen Fragen stellen. Das tut Pfarrer, Moderator und Kolumnist Günter Mahler in seinem täglichen KolumnenPodcast! www.podcast-eins.de Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Alle Folgen

  • Nicht nur Poldis Oma das Opfer

    Heute1:50

    260701PC Poldis Oma wurde im Krankenhaus beklaut Mensch Mahler am 1.7.2026 Das Zimmer der 72jährigen Krankenhaus-Patientin ist leer, sie wird gerade operiert. Ein Langfinger bricht den Spind der Dame auf, darin ist ein Rucksack mit Bargeld, Ausweisen und Schlüsseln. Die Tat wird bis zum frühen Abend nicht bemerkt. Die Polizei wird verständigt und die macht sich sofort zur Wohnung der Patientin auf. Die Wohnungstür steht offen, Licht ist eingeschaltet. Der Krankenhausdieb hat sozusagen noch einen Hausbesucht gemacht, Schlüssel und Adresse hatte er ja. Alle Schränke und Schubladen sind zerwühlt, Wertsachen im 5stelligen Bereich fehlen. Und vom Dieb fehlt auch jede Spur. Bekannt wurde das Phänomen der Krankenhausdiebstähle durch Poldi. Als Helene, die Oma von Lukas Podolski, im Krankenhaus beklaut wird, geht dieser Fall durch die Presse. Meine Frau hat ein Leben lang als Krankenschwester gearbeitet. Sie kennt das Problem gut. Und auch, dass die meisten der Patientinnen sich der Gefahr nicht bewusst sind. Häufig sind die Diebe Mit-Patienten. Klar, es gibt einen Spind, in den man Wertsachen einschließen kann. Nicht zu verstehen ist, dass Patientinnen mit viel Bargeld, echtem Schmuck und allen Papieren und einem prallen Schlüsselbund ins Krankenhaus gehen. Manche legen sogar noch die PIN der EC-Karte mit in die Nachttischschublade. In Mehrbettzimmern sollten die Bewohner aufeinander aufpassen, fremde Menschen, die ins Zimmer kommen, ansprechen. Das Krankenhaus und auch die eigene Hausratsversicherung kann in sehr begrenztem Rahmen herangezogen werden. Fazit: Gelegenheit macht nicht nur Liebe, sondern auch Diebe. Führe mich nicht in Versuchung, das ist eine wichtige Erkenntnis. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Staunen

    Gestern1:26

    260630PC Staunen Mensch Mahler am 30.06.2026 Ich wusste gar nicht, dass mein Freund Ecki, den ich eigentlich schon 52 Jahre kenne, ein Poet ist. Neuerdings postet Ecki Gedichte, die er selbst verfasst hat. Und ich finde sie richtig klasse. Zum Beispiel dieses hier: Manchmal steh ich neben mir. Schau mich von der Seite an und staune, wie es mir immer wieder gelingt zu staunen über Menschen, die nicht mehr staunen können. Sie stehen morgens auf, ob hell oder noch dunkel und sie wundern sich nicht, dass es schon hell ist oder noch dunkel. Verspüren Hunger und Durst und deshalb essen und trinken sie. Gehen zur Arbeit oder auch nicht und wissen nicht, warum sie zur Arbeit gehen oder auch nicht. Und sie machen dies oder das oder lassen jenes, ohne zu wissen, dass alles, was sie tun oder lassen, sehen oder hören, reden oder zuhören ihrer Freiheit entspringt zu tun oder zu lassen, zu sehen oder zu hören, zu reden oder zuzuhören. Ich stehe neben mir und schau mich von der Seite an und staune, dass ich neben mir stehe und staune. Wunderbare Gedanken von Eckhard W Eichel. Ich wünsche ihnen einen wundervollen Tag voller Staunen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Mit Verstand altern

    Vor 2 Tagen2:16

    260629PC Fit und in Würde altern Mensch Mahler am 29.06.2026 9 Tage waren wir mit den Rädern unterwegs – bei dieser Affenhitze. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir Alten – beide über 70 – so fit bleiben können, wie wir es sind. Auf der Heimfahrt im Radio zufällig ein Interview mit der Schauspielerin, Autorin und Internistin Marianne Koch. Knapp 95 Jahre alt – und fit wie ein Turnschuh. Sie schreibt auch Ratgeber, gerade auch darüber, wie man sich vernünftig ernährt und was hilft, im Alter nicht gebrechlich und senil zu werden. Wir waren erfreut zu hören, dass wir das meiste von ihren Ratschlägen seit langer Zeit beherzigen. 1. Körperlich fit bleiben. Das bedeutet Bewegung, Training, Sport. Und: den Speiseplan so gestalten, dass er hauptsächlich Obst und Gemüse enthält. Haken dran, klappt. 2. Geistig gesund bleiben, das bedeutet: Die Gehirnzellen kräftig beanspruchen. 3. Mutig sein und neue Chancen ergreifen: Gedanken wie ‹Das ist doch nicht mehr nötig› oder ‹Muss es denn noch sein?› sollte man bekämpfen. 4. Sozial vernetzt bleiben: Eine der schlimmsten Folgen des Älterwerdens ist sicherlich der Verlust von Angehörigen, von Menschen, die man geliebt hat. Einsamkeit ist ein enormes Problem und macht seelisch, aber auch körperlich krank. Deshalb sind soziale Kontakte im Alter, nicht nur für die geistige Fitness, so wichtig. 5. Positiv sein: Es hilft, sich bewusst zu machen, wie positiv unser Leben eigentlich ist, und die guten Dinge stärker hervorzuheben. 6. Beschäftigt sein: Mein Lieblingszitat stammt von der Schriftstellerin Bel Kaufmann, die 103 Jahre alt wurde. Sie antwortete mit über 90 auf die Frage, wieso sie so jung geblieben sei: ‹Ich bin zu beschäftigt, um alt zu werden. Wenn ich mal Zeit habe, werde ich mich hinsetzen und alt werden, aber jetzt habe ich zu viel zu tun. Neugierig bleiben, offen für alles. Das ist ein wahrer Jungbrunnen. So komisch es klingen mag: Ich bin gerne alt. Ich kann es akzeptieren, dass manches anders ist als früher. Aber die Neugierde ist geblieben. Ich bin gespannt, was das Leben noch an Überraschungen für mich und uns bereithält. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Das Wasser wird knapp

    Vor 5 Tagen1:57

    260626PC Das Wasser wird knapp Mensch Mahler am 26.06.2026 Ich muss ewig lang durchs seichte Wasser waten, bis ich die ersten Schwimmzüge machen kann. Gefühlt fehlt dem Bodensee 1 Meter Wasserstand. Ich lese nach: Heute ist der Pegel genau 1,01 Meter unter Normal-Null. Ich suche mir einen Steg, um wieder aus dem Wasser zu kommen. Die Leiter endet nicht im Wasser, sondern in der Luft. Auf dem Steg, es ist der Privatsteg eines Hotels, treffe ich eine Dame mit Kaffeetasse, die verträumt aufs Wasser schaut. Es ist früh, 7 Uhr morgens, die Luft ist frisch. „Dem See fehlt mindestens 1 Meter Wasser“, sage ich. Ja, wo soll das noch hinführen, entgegnet sie. „Uns ist wieder mal der Wohlstand wichtiger als die Umwelt. Ja, das stimmt. Alles, was wir mal angeschoben haben, wird wieder zurückgedreht. Wir könnten doch auch mit weniger zufrieden sein. Und jetzt kommt, sie ahnen es schon, liebe ZuhörerInnen, das Totschlagargument schlechthin. „Was nützt es denn, wenn wir es machen und der Rest der Welt nicht?“ Wir stecken in einer Sackgasse. Robin Wood, Greenpeace, die letzte Generation – alles Versuche der NGOs, etwas zu bewegen. Die Grünen – abgestraft wegen dem sogenannten Heizungsgesetz von Robert Habeck. Im Augenblick erlebe ich überwiegend Resignation – bei jungen und bei alten Leuten. Und 40 Grad Hitze im Juni. Egal – gestern war das letzte Gruppenspiel der Nationalmannschaft und wir sind eine Runde weiter. Wir haben das beim Public Viewing ausgiebig gefeiert. Man muss Prioritäten setzen. Gleichzeitig läuft die Urabstimmung bei meiner Partei, bei den Grünen. Nein, ich werde mich den Resignierten nicht anschließen. Ich habe das nie getan und ich werde es bis an mein Lebensende nicht tun. Nicht, weil ich ein Gutmensch bin und mein Gewissen beruhigen will. Sondern weil ich nicht anders leben kann. Nach mir die Sintflut ist eben eine Scheiß-Lebenseinstellung. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Nichts geht mehr!

    Vor 6 Tagen1:43

    260625PC Die beiden Seiten einer Medaille Mensch Mahler am 25.06.2026 Mit einem Füllfederhalter kann man einen Liebesbrief schreiben oder ein Todesurteil unterzeichnen. Mit der Kernspaltung kann man ungeheuer viel Energie erzeugen – der Menschheit zum Segen – oder man halbe Kontinente in Schutt und Asche legen. Als die erste Eisenbahn in Stuttgart fuhr, schuf eine Endzeitprophetin ein Bild vom breiten und vom schmalen Weg. Der schmale Weg der Entbehrungen führte geradewegs in den Himmel – der breite Weg, vorbei an Tanzsalons, Kino und anderen Vergnügungsstätten über den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof direkt in die Hölle. Schon immer wurde technischer Fortschritt argwöhnisch betrachtet. Die Gefahr war für die Pessimisten im Vordergrund, die Chance für die Fortschrittsgläubigen. Daran hat sich nichts geändert. Vor zwei Wochen hat ein mutmaßlicher Anschlag große Firmen und 8.000 Haushalte in Süddeutschland stromlos gemacht. Freunde von uns haben auf dem Gas-Campingkocher den Kaffee erhitzt. Vorletzte Nacht: Zwei Stunden ging bei der Bahn nichts mehr. Dir Spekulationen schießen ins Kraut. Ein Hacker-Angriff – woher auch immer, Himmelsrichtung Osten? Eine wildgewordene KI, die wieder mal im Angriff schneller war als die Wächter in der Verteidigung? Wie auch immer – es bleibt Verunsicherung. In unsicheren Zeiten ruft man nach starken Männern und einfachen Lösungen. Und bald sind die nächsten Landtagswahlen – zu allem Überfluss im Osten. Möge sich die Vernunft durchsetzen und nicht das Bauchgefühl. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  • Wetter geht immer!

    24.06.20261:37

    260624PC Reden wir über das Wetter Mensch Mahler am 24.06.2026 Wenn einem nichts mehr einfällt, gibt es immer noch das Wetter. Als Gesprächsstoff, meine ich. Unzählige Radiomoderationen, Small-Talks auf Partys, Gespräche im Wartezimmer. Wetter geht immer. Obwohl: jetzt gerade besonders. Die heißeste Juni-Woche seit Beginn der Aufzeichnungen. Ich muss auch drüber reden. Seit langem planen meine Frua und ich, Fahrrad-Verrückete, die wohl schönste Radtour Deutschlands zu fahren: Bodensee – Königssee. Als wir letzten Freitag in Ulm an der Donau gestartet sind, haben uns alle für verrückt erklärt. Wisst ihr, dass wir 40 Grad bekommen werden? Wissen wir. Wisst ihr, dass ihr über 70 seid? Wissen wir. Also sind wir losgeradelt. Von Lindau nach Oberstaufen. Ging gut, wenn auch stressig. Dann von Oberstaufen nach Murnau am Staffelsee. Lang und heiß. Aber schön. Gestern vom Staffelsee an den Tegernsee. Beim Start war mein Akku schon kaputt. Und ich habe das Rad dann mit 0 Prozent Ladung in die Garage des Hotels gestellt. Und was soll ich sagen? Was die Vernunft nicht geschafft hat, hat die Technik erledigt. Heute fahren wir mit dem Zug nach Ulm, laden die Räder aufs Auto und fahren an den Bodensee. Schönes Strandhotel. Bessere Wahl bei Temperaturen zwischen 30 und 35, 38 Grad. Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Den Königsee und Salzburg erobern wir mit dem Radl, wenn die Temperaturen wieder moderater sind. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.