re:publicast

re:publica, Jonas Ross

Von der Macht digitaler Plattform, über die Strategien des Neo-Faschismus bis zum Verhältnis von Internet und Sexualität. In Staffel 2 des re:publicast spricht Host Jonas Ross mit einigen der Menschen, die auf der Bühne, in Gesprächen und mit Vorträgen auf der re:publica 2025 die Themen unserer Zeit verhandelt haben. Unter dem Motto "Generation XYZ" beleuchtet der re:publicast die unterschiedlichsten Themen. Wie schleichen sich 100 Jahre alte faschistische Schriften in unsere Social Media Timelines? Wie wird sich unsere Kreativität durch KI verändern? Ist ethische Pornographie im Internet möglich? Und was ist eigentlich ein Meme? All das und so viel mehr finden wir in diesem Podcast heraus. Ein Podcast der re:publica, produziert und moderiert von Jonas Ross.

Alle Folgen

Urbane Utopien: Wie sieht die Stadt der Zukunft aus, Hilke Berger?

Von „Metropolis“ bis zum „Lustigen Taschenbuch“, von Mark Twain bis Stanley Kubrick: Seit über hundert Jahren findet in Filmen, Comics, Büchern, Videospielen, in Kunst und Popkultur eine Auseinandersetzung mit der „Stadt der Zukunft“ statt. Irgendwo zwischen Dystopien und Utopien, zwischen Betonhöllen und bepflanzten Hauswänden, zwischen fliegenden Autos und Teleportern. Manches ist wahr, manches bleibt Science Fiction, aber eines gilt es zu Bedenken: Wenn es nach der Gästin in dieser Folge des re:publicast geht, hat die Stadt nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zukünfte. Hilke Berger, Stadtforscherin und Expertin für kulturelle Stadtentwicklung, wirft gemeinsam mit Host Jonas Ross einen Blick hinter die Fassaden unserer Metropolen. Sie diskutieren, warum die Stadt der Zukunft weit mehr ist als eine Ansammlung von Beton oder bepflanzten Hauswänden – sie ist ein komplexes Geflecht aus Mobilität, Miteinander und dem Drang nach individueller Freiheit. In einer Zeit, in der über 75% der Menschen in Deutschland auf engstem Raum zusammenleben, stellt sich die drängende Frage nach der Teilhabe: Wie wird man den unterschiedlichen Bedürfnissen von Studierenden, Rentner*innen, Alteingesessenen und Zugezogenen gerecht? Dabei beleuchtet Berger, wie Kunst, Politik und Digitalität ineinandergreifen müssen, um das einstige Freiheitsversprechen der Stadt auch für kommende Generationen lebendig zu halten. Hilke Berger bringt für diese Analyse eine fundierte Expertise mit. Als langjährige wissenschaftliche Leiterin des City Science Labs an der HafenCity Universität Hamburg und seit Ende 2025 als Leiterin für kulturelle Stadtentwicklung der Stadt Kiel, arbeitet sie an der Schnittstelle von Theorie und Praxis. Im Gespräch teilt sie ihre Erfahrungen mit Zukunftsszenarien und erklärt, warum echte urbane Innovation nur durch echte Beteiligung entstehen kann. Es geht um die Suche nach Lösungen für die Herausforderungen des Zusammenlebens in 30 oder 100 Jahren. Und es geht darum, wie digitale Daten dabe helfen, die Stadt zu einem besseren ort zu machen. Dieses Gespräch ist im Herbst 2025 am Rande des Reeperbahn Festivals in Hamburg entstanden – als Teil unserer vierteiligen Reihe auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin. Produktion und Redaktion: Jonas Ross

Urbane Utopien: Wie sieht die Stadt der Zukunft aus, Hilke Berger?

Sind wir alle hyperreaktiv, Annekathrin Kohout?

Sind Liken, Teilen und Kommentieren etwas Politisches? Wenn es nach der Gästin in dieser Folge des re:publicast geht: absolut. Annekathrin Kohout, promovierte Kulturwissenschaftlerin und Mitherausgeberin der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“, blickt in dieser Episode tief in die Mechanismen unserer digitalen Debatten. Sie erklärt im Gespräch mit Host Jonas Ross, warum unsere alltäglichen Klicks längst keine belanglosen Handlungen mehr sind, sondern zum zentralen Schauplatz im Kampf um gesellschaftliche Deutungsmacht geworden sind. Kurz gesagt: Reaction is king! Was das bedeutet und wie das Diskurse verändert, weiß Kohout. Wo früher Prozeduren den Diskurs kanalisierten und bändigten, herrscht heute oft das „unberechenbar Ereignishafte“ der sozialen Netzwerke. Kohout analysiert, wie Algorithmen gezielt Reaktionen, Beurteilungen und Provokationen belohnen. Was das mit unserem Miteinander macht und warum Online-Kommunikation heute so oft von einer chronischen Überreizung geprägt ist, ist eines der Kernthemen dieses intensiven Austauschs. Im Zentrum steht dabei ihr 2025 im Verlag Klaus Wagenbach erschienenes Buch „Hyperreaktiv“. Darin untersucht sie die Konsequenzen einer Kultur, die fast ausschließlich aufs Reagieren und Polarisieren ausgelegt ist. Von Memes bis hin zur politischen Instrumentalisierung von Bildern zeigt sie auf, mit welchen Methoden im digitalen Raum heute Meinung gemacht wird. Dabei nimmt sie auch die Rolle in den Blick, die wir alle als Verstärker dieser oft gefährlichen Mechanismen einnehmen – und fragt nach der Hoffnung auf einen wieder demokratischeren Diskurs. Wie man trotz ständiger Erregung den Überblick im Netz behält, wie digitale Diskurse unser Miteinander auch in der analogen Welt beeinflussen und was wir selbst tun können, um zu einer besseren Debattenkultur beitragen zu können.

Sind wir alle hyperreaktiv, Annekathrin Kohout?

Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 2: Was bedeutet digitale Souveränität, Dr. Julia Pohle?

Was bedeutet „digitale Souveränität“? Nutzen wir hier überhaupt die richtige Begrifflichkeit? Und welche Rolle spielt die digitale Zivilgesellschaft bei der Gestaltung souveräner digitaler Infrastrukturen? Diesen Fragen widmet sich Teil 2 des „re:publicast-Spezials“. In sechs Sonderfolgen widmet sich re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl der digitalen Zivilgesellschaft und ihren Perspektiven auf Macht, Demokratie und Technologie. Denn allzu oft tappen wir in die Falle bei „digitaler Souveränität“ über die staatliche, die kontrollierende Perspektive zu debattieren. Sicher, die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die starke Abhängigkeit Europas von US-amerikanischen Technologieanbietern rücken das Thema digitale Souveränität erneut in den Mittelpunkt. Cloud-Infrastrukturen, Softwarelösungen und Datenökosysteme sind zentral für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, doch sie sind meist durch US-Firmen kontrolliert. Doch die Debatte um digitale Souveränität ist dabei nicht neu und greift zu kurz. Spätestens seit den Snowden-Enthüllungen 2013 wird sie geführt, insbesondere von Akteur:innen der digitalen Zivilgesellschaft. Doch was bedeutet digitale Souveränität jenseits nationaler oder wirtschaftlicher Interessen? Wie lassen sich demokratische Prinzipien, Transparenz und individuelle Rechte im digitalen Raum sichern? In dieser Folge spricht Markus Beckedahl mit Dr. Julia Pohle. Sie leitet die Forschungsgruppe „Politik der Digitalisierung“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). In ihrer Arbeit untersucht sie das Zusammenspiel von Technologie, Politik, sozialen Normen und Machtverhältnissen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem digitale Souveränität und Geopolitik, Überwachung in demokratischen Gesellschaften sowie die Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Im Gespräch geht es um die verschiedenen Dimensionen digitaler Souveränität, um politische Strategien und um die Frage, welche Lehren aus vergangenen Versäumnissen gezogen werden müssen. Die Sonderfolgen „digitale Zivilgesellschaft“ werden von der Stiftung Mercator unterstützt. Interview: Markus Beckedahl Intro & Sound: Jonas Ross

Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 2: Was bedeutet digitale Souveränität, Dr. Julia Pohle?

Wie bleibt die re:publica ein "Hoffnungsort", Andreas Gebhard?

Der re:publicast ist zurück! Auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin melden wir uns mit vier Folgen, die auf der re:publica im Rahmen des Reeperbahn Festivals in Hamburg 2025 entstanden sind. Mit dabei in der ersten Folge ist Andreas Gebhard, Mitgründer und Geschäftsführer der re:publica. Mit re:publicast-Host Jonas Ross spricht Andreas darüber, wie die re:publica sich in den letzten Jahren verändert hat, welche Folgen die Pandemie für die Arbeit an einem solchen Festival hatte und vor allem: warum es so dringend echte Begegnungen und analogen Austausch braucht, um über die Zukunft der digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Wie kann es gelingen, noch mehr Menschen für die Gestaltung des digitalen Raums zu gewinnen? Wie bleibt man unabhängig in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen? Und wie gelingt es, an digitalen Utopien festzuhalten – in Zeiten der Polykrisen? Andreas Gebhard nannte die re:publica einmal einen Seismografen für die Trends und Entwicklungen der digitalen Gesellschaft. Angesichts ständiger Erregungen und rasanter politischer und gesellschaftlicher Verschiebungen müsste dieser Seismograf ja eigentlich ständig ausschlagen. Wie man dabei den Überblick behält und schlussendlich eine Plattform für konstruktiven Austausch bleibt, darum geht es in dieser Folge.

Wie bleibt die re:publica ein "Hoffnungsort", Andreas Gebhard?

Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 1: Was ist die digitale Zivilgesellschaft, Carla Hustedt?

Wer ist die digitale Zivilgesellschaft? Was motiviert sie? Wie kann sie besser und erfolgreicher werden? Wie kann unser digitales Leben demokratisch geprägt werden? Diesen Fragen widmet sich unser „re:publicast-Spezial“. In sechs Sonderfolgen widmet sich re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl der digitalen Zivilgesellschaft. Denn die Digitalisierung durchzieht längst sämtliche Bereiche unseres Lebens: Alltag, Beruf, Gesundheit, Verwaltung, Bildung. Wir alle sind Teil einer digitalen Gesellschaft, deren Infrastruktur auf verteilten Systemen und komplexer Softwarearchitektur beruht. Damit einher geht eine zunehmende Abhängigkeit von großen Tech-Playern, und immer brennender werden daher die Fragen nach Rechtssicherheit, Transparenz und demokratischer Mitgestaltung im digitalen Raum. Deshalb geht es in diesem re:publicast-Spezial um Menschen, die Teil der digitalen Zivilgesellschaft sind und sich jeden Tag genau diesen Fragen widmen, die für die Rechte im digitalen Raum kämpfen und zu diesen Themen forschen. Im ersten Teil spricht Markus Beckedahl mit Carla Hustedt. Sie leitet den Bereich „Digitalisierte Gesellschaft“ bei der Stiftung Mercator. Seit vielen Jahren forscht, kommuniziert und entwickelt sie Projekte zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Auch zu hören ist Prof. Dr. Leonhard Dobusch. Er forscht als Professor für Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Organisation am Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck. Eine Folge zur digitalen Zivilgesellschaft, wie ihr Wirken verstärkt werden kann und wie Machtverhältnisse im digitalen Raum gerechter verteilt werden können. Die Sonderfolgen „digitale Zivilgesellschaft“ wird von der Stiftung Mercator unterstützt. Interview: Markus Beckedahl Intro & Sound: Jonas Ross

Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 1: Was ist die digitale Zivilgesellschaft, Carla Hustedt?

Geld für alle: Wie realistisch ist das bedingungslose Grundeinkommen, Miriam Witz?

Geld ist nicht alles – aber die wachsende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen auf der Welt wirkt demokratiegefährdend. Geld ist nicht alles, aber finanzielle Zwänge sind ein alltägliches Thema für die allermeisten Menschen. Geld ist nicht alles, aber entscheidende Bedingung für ein freies, gesundes und selbstbestimmtes Leben. Seit Jahrzehnten wird als mögliche Reaktion auf diese Situation immer mal wieder vorsichtig über das „bedingungslose Grundeinkommen“ diskutiert. Ein fester Betrag für alle, eine Summe, die unabhängig von Leistung oder Arbeit ist. Es ist ein Gedankenspiel, das von der realpolitischen Umsetzung ziemlich weit entfernt ist. Aber wäre es überhaupt eine passende Antwort? Wie also wirkt das BGE wirklich? Um diese Frage zu klären, lief von 2021 bis 2024 Deutschlands erste wissenschaftliche Studie dazu: 122 Menschen erhielten drei Jahre lang monatlich 1.200 Euro, begleitet durch regelmäßige Befragungen. Das Pilotprojekt Grundeinkommen. Das Ergebnis: Eine Studie, die nicht nur Zahlen liefert, sondern zeigt, wie das Grundeinkommen Leben verändern kann. Die Ergebnisse der Studie stellte Miriam Witz auf der re:publica 2025 vor. Sie ist Projektentwicklerin bei Mein Grundeinkommen e. V. und Kampagnenleiterin des Pilotprojekts Grundeinkommen. Über die vier erforschten Bereiche der Studie – Arbeit, Selbstbestimmung, Wohlbefinden und Finanzen –, über die realpolitischen und wirtschaftlichen Fragen zum Grundeinkommen und über die Suche nach finanzieller Generationengerechtigkeit spricht Miriam Witz auch in dieser Folge vom re:publicast mit Jonas Ross.

Geld für alle: Wie realistisch ist das bedingungslose Grundeinkommen, Miriam Witz?

Gedenken an die Shoa: Wie wird „Erinnerungskultur“ zu „Gedenkarbeit“, Susanne Siegert?

Über 6 Millionen Menschen in Deutschland sind über 80 Jahre alt – viele von ihnen sind Zeitzeug*innen des NS-Regimes. Doch diese Generation stirbt langsam aus. Was bedeutet das für unsere Erinnerungskultur? Wie erinnern wir an die Shoa, wenn niemand mehr erzählen kann? Und wie kann Gedenken heute aussehen – auf Instagram oder TikTok? Und wie kann Gedenken mehr sein als hohle Phrasen und Pflichtveranstaltung? In dieser Folge spricht Jonas Ross mit Susanne Siegert, genannt Susi. Sie ist Journalistin und Creatorin hinter dem Account „keine.erinnerungskultur“ auf TikTok und Instagram. Siegert bringt die Geschichten von NS-Verfolgten und bisher wenig beleuchtete Perspektiven von Opfern der Shoa in Kurzvideos auf Social-Media-Plattformen. 2024 erhielt sie dafür den Grimme Online Award. Auf der re:publica sprach Susanne Siegert auf der Bühne über ihren Wunsch, dass sich die deutsche Erinnerungskultur an die NS-Zeit ändern muss. Sie sagt: „Ciao Erinnerungskultur, hallo Gedenkarbeit – und jede*r muss mitmachen.“ Wie kann das aussehen? Im re:publicast spricht sie über ihre Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur, über Defizite beim öffentlichen Gedenken an die Shoa und über die Gefahr geschichtsrevisionistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen. Sie erklärt außerdem den Slogan von keine.erinnerungskultur: „Alles, was du in der Schule garantiert NICHT über Nazi-Verbrechen lernst“.

Gedenken an die Shoa: Wie wird „Erinnerungskultur“ zu „Gedenkarbeit“, Susanne Siegert?

Lernen von Internet-Hypes: Was ist eigentlich ein Meme, Magdalena Pulz und Dennis Kogel?

Sinneinheit, Kulturgut, Kurzvideo – was genau ist denn nun eigentlich ein Meme? Und was sagt diese Art der Kommunikation über uns und über die Generationen der Internetnutzer*innen aus? Magdalena Pulz und Dennis Kogel kennen sich bestens mit Internetphänomenen aus. In ihrem Podcast „Browser History“ haben sie sich bis zuletzt in jeder Folge einem Meme oder einem Hype aus den sozialen Netzen gewidmet. Auf der re:publica 2025 haben sie einige dieser Geschichten auf der Bühne vorgestellt und dabei herausgearbeitet: Die Art, wie wir kommunizieren, verrät eine ganze Menge über die Unterschiede der Generationen – und interessanterweise noch mehr über ihre Gemeinsamkeiten. Darum geht es auch in dieser Folge des re:publicast. Mit Jonas Ross begeben sich die beiden Journalist*innen auf eine Reise durch nostalgische Geschichten aus dem Internet. Sie gehen der Frage auf den Grund, was eigentlich das erste Meme war und wie man dieses mittlerweile alltägliche Wort definieren könnte. Es geht auch um die Lehren, die man aus der Beschäftigung mit vermeintlich trivialen Internetphänomenen ziehen kann – und wie Trends und Hypes in verschiedenen Generationen mit neuem Gesicht wieder auftauchen.

Lernen von Internet-Hypes: Was ist eigentlich ein Meme, Magdalena Pulz und Dennis Kogel?

Die Macht des Tabus: Wie ethisch kann Pornografie sein, Denise Kratzenberg (Cheex)?

Sexualität ist ein Tabu. Über Generationen hinweg gibt es ein paradoxes Verhältnis zu diesem zutiefst menschlichen Thema: Viele wollen nicht darüber reden, weibliche Sexualität wird verklärt und gleichzeitig findet sich Sex in Film, Werbung und vor allem im Internet. In Form von Pornografie ist Sex im Internet häufig wie ein Produkt des Massenkonsums. In dieser Folge geht es um neue Perspektiven auf Lust, Körper und Sichtbarkeit, um die Frage, wie große Plattformen heute Sexualität erzählen – und beeinflussen – und die Frage, ob das so bleiben muss… Denise Kratzenberg ist Chefredakteurin von Cheex, einer Online-Plattform für sexuelle Unterhaltung und Aufklärung. Cheex ist mehr als eine „Porno-Seite“. Kratzenberger und ihrem Team geht es um einen „zeitgemäßen und diversen Raum für Pornografie“ mit dem Ziel, Pornografie neu zu denken. Ethisch, sozial, fair und divers. Im Gespräch mit Jonas Ross geht es um die Unterschiede zwischen Plattform-Logiken im Mainstream und den kuratierten Formaten von Cheex. Es geht um sexuelle Bildung, die weiß Gott nicht im Klassenzimmer enden sollte. Und es geht um das Verhältnis zwischen Körpern und Algorithmen, um die Schwierigkeit, als Plattform für Pornografie Reichweite zu bekommen, und wie Ethik und Fairness in die Porno-Industrie Einzug erhalten können.

Die Macht des Tabus: Wie ethisch kann Pornografie sein, Denise Kratzenberg (Cheex)?

Das Unbehagen der Gegenwart: Was ist Neo-Faschismus, Natascha Strobl?

In dieser Folge geht es um Faschismus. Seit dem Zerfall der faschistischen Systeme in Deutschland, Italien und später in Spanien tendiert man in der Öffentlichkeit dazu, den Faschismus als historisches, als vergangenes Phänomen zu betrachten. Und die Gästin in dieser Folge meint, das ist ein großer Fehler. In einer Zeit, in der politische Rhetorik radikaler wird, soziale Netzwerke rechte Narrative befeuern und der Kulturkampf zur Strategie geworden ist, lohnt sich ein genauer Blick auf die Mechanismen, die dahinterstehen. Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin, Autorin und eine der wichtigsten Stimmen, wenn es darum geht, rechte Sprache und politische Dynamiken zu entschlüsseln. In dieser Folge spricht sie über die Ideengeber des historischen Faschismus – und warum deren Gedanken in modernen Gewändern zurückkehren. Sie analysiert, wie sich rechte Bewegungen Begriffe aneignen, welche Rolle „radikalisierter Konservatismus“ dabei spielt und warum es nicht reicht, Faschismus als historisches Phänomen zu betrachten. Im Gespräch mit Jonas Ross geht es um alte Bücher und neue Strategien, um politische Kommunikation im digitalen Zeitalter, um Memes und Märtyrer, um kulturelle Codes und kalkulierte Provokationen. Es geht aber auch um Verantwortung – darum, wie Gesellschaften auf Bedrohungen reagieren, welche Begriffe wir schärfen sollten und warum ein klarer antifaschistischer Kompass gerade jetzt so wichtig ist. Eine Folge über das Unbehagen der Gegenwart. Und darüber, wie man ihm begegnet – mit Wissen, Haltung und einem wachen Blick. Und es geht um die entscheidende Rolle von „Kulturkampf“ in der Strategie des „Neo-Faschismus“.

Das Unbehagen der Gegenwart: Was ist Neo-Faschismus, Natascha Strobl?

KI & Storytelling: Wie arbeiten wir künftig kreativ, Franziska Hansel?

Kreativprozesse im Wandel? Durch KI wird Kreativarbeitenden nicht nur Arbeit abgenommen, ihre Art des kreativen Arbeitens könnte sich ändern. Das gilt für Fleißarbeit, aber zum Beispiel auch für unsere Hormonausschüttung im Kreationsprozess. Wer hätte das gedacht? Künstliche Intelligenz kann heute Texte schreiben, Bilder generieren und im Prinzip ganze Filme produzieren. Und um die Zukunft der Filmproduktion geht es in dieser Folge. Darum, was passiert, wenn KI nicht nur Werkzeug ist, sondern Co-Autorin? Wenn sie mitredet bei Ideen, Emotionen und Erzählstrukturen. Können wir die KI nutzen, ohne unsere Vorstellungskraft zu verlieren? Franziska Hansel ist AI-Filmemacherin, Teamlead und Ethics & Bias Officer bei Storybook Studios – der ersten Produktionsfirma Europas, die KI in allen Schritten des Filmemachens einsetzt. Auf der Bühne der re:publica 2025 und im re:publicast mit Jonas Ross erzählt sie, wie sich kreative Arbeit verändert und verändert wird. Was geschieht, wenn Maschinen „mitschreiben“. Und wie muss beim Einsatz von KI auch ganz neu über Verantwortung, Vielfalt und Kontrolle nachgedacht werden? Frani Hansel spricht über Produktionsprozesse und ethische Stolperfallen, über den Unterschied zwischen künstlicher Effizienz und echter Kreativität – und über eine neue Generation von Filmemacher*innen, die nicht gegen, sondern mit KI arbeiten will. Keine Sorge, es geht nicht nur um technische Spielereien, sondern um Haltung: Wer entscheidet, welche Geschichten erzählt werden? Eine Folge über das, was KI schon heute kann.

KI & Storytelling: Wie arbeiten wir künftig kreativ, Franziska Hansel?

Digitale Heimaten: Wie sozial sind unsere Netzwerke, Oğuz Yılmaz?

Alles begann mit einem Zoobesuch… Im Jahr 2005 entsteht das erste YouTube-Video – „Me at the Zoo“. Es ist der Beginn einer Revolution, die unsere Medienlandschaft für immer verändert. 20 Jahre später spricht Jonas Ross im re:publicast mit einem, der mittendrin war: Oğuz Yılmaz. Mit dem YouTube-Kanal Y-Titty wurde er zu einem der erfolgreichsten Creator*innen Deutschlands, tourte durch ausverkaufte Hallen und gewann 2014 den Echo. Dann wechselt er hinter die Kamera. Er ist Mitgründer des Talentmanagements YilmazHummel und kämpft für faire Bedingungen in der Creator Economy – und gegen die Machtmonopole großer Plattformen. In dieser Auftaktfolge der zweiten Staffel des re:publicast sprechen wir über digitale Karrieren und digitale Heimat. Über das goldene Zeitalter von YouTube – und seinen Wandel. Es geht auch um ein Paradox: Soziale Medien, die durch ihre Algorithmen soziale Bindungen verhindern. Oguz spricht darüber, wie Plattformen Creator*innen entmachten und was das mit digitalem Gemeinwohl zu tun hat. Zudem sprechen wir darüber, wie seine Leidenschaft für Onlinevideos begann – mit ICQ-Downloads und Bruce-Lee-Parodien – und Oguz erklärt, warum er sich heute als Vertreter versteht und versucht, jungen Talenten eine nachhaltige Karriere zu ermöglichen. Machtverhältnisse zwischen Plattformen und Content-Creatorinnen, Kurzformate, die gut funktionieren und gleichzeitig wenig einbringen, und Creator*innen, die sich zusammenschließen müssten, um nicht allein auf die Gnade des Algorithmus angewiesen zu sein – darum geht es in dieser Folge des re:publicast.

Digitale Heimaten: Wie sozial sind unsere Netzwerke, Oğuz Yılmaz?

Digitale Utopien und Netzpolitik mit Markus Beckedahl

Wie soll man sich die digitale Zukunft eigentlich vorstellen? Mit re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl wagen wir den Versuch: Und träumen von digitalen Utopien und einem Internet, das auf Open Source, einem fairen Miteinander und im Sinne der Nutzer*innen gestaltet ist. Wer über digitale Utopien spricht, spricht automatisch über Netzpolitik. Welche Entwicklungen lassen Markus Beckedahl optimistisch werden? Und wo hat er sich in 17 Jahren re:publica auch mal geirrt? Ihr hört es in dieser Folge.

Digitale Utopien und Netzpolitik mit Markus Beckedahl

Liebe und Hass mit Dr. Johanna Degen

Alle wollen beim Onlinedating eine gute Zeit haben, die wenigstens können es wirklich genießen. Warum ist das so? Darüber sprechen wir mit Dr. Johanna Degen a.k.a. “Dr Tinder”. Im Gespräch erklärt die Sozial- und Medienpsychologin, wie es zur „Dating-App Fatigue“ kommt, was man dagegen tun kann und warum Ghosting nie eine Option sein sollte. Wenn es um Liebe geht, dann geht es leider oft auch um Hass. Und davon gibt es im Internet gar nicht wenig. Und jetzt? Wir haben uns auf der re:publica Berlin umgehört, was gegen Hatespeech getan werden muss.

Liebe und Hass mit Dr. Johanna Degen
Trailer

Trailer: Der re:publicast ist zurück mit Staffel 2 – Generation XYZ

Von der Macht digitaler Plattform, über die Strategien des Neo-Faschismus bis zum Verhältnis von Internet und Sexualität. In Staffel 2 des re:publicast spricht Host Jonas Ross mit einigen der Menschen, die auf der Bühne, in Gesprächen und mit Vorträgen auf der re:publica 2025 die Themen unserer Zeit verhandelt haben. Unter dem Motto "Generation XYZ" beleuchtet der re:publicast die unterschiedlichsten Themen. Wie schleichen sich 100 Jahre alte faschistische Schriften in unsere Social Media Timelines? Wie wird sich unsere Kreativität durch KI verändern? Ist ethische Pornographie im Internet möglich? Und was ist eigentlich ein Meme? All das und so viel mehr finden wir in diesem Podcast heraus. Ein Podcast der re:publica, produziert und moderiert von Jonas Ross.

Trailer: Der re:publicast ist zurück mit Staffel 2 – Generation XYZ

Künstliche Intelligenz und Internet mit Eva Wolfangel

Eva, wie wickelt man einen Chatbot um den Finger? Und warum lohnt sich das? Und was machen wir, wenn eine Künstliche Intelligenz einem die Liebe gesteht? Genau das ist der Journalistin und re:publica-Sprecherin Eva Wolfangel passiert. Im Interview erzählt sie uns, wie es dazu kam – und ordnet ein, wo Künstliche Intelligenz in Form von Sprachmodellen unser Leben leichter macht. Und wo eben auch nicht. Ach ja, und ganz nebenbei erzählen wir, was 2007 so los war. Achtung, Spoiler: Wart ihr bei der ersten re:publica in der Kalkscheune dabei?

Künstliche Intelligenz und Internet mit Eva Wolfangel