Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur.

SWR Kultur

Der Podcast spürt dem hinterher, was wichtig bleibt vom aktuellen Kulturgeschehen. Was sagt das Gegenwartskino aus über unser Verhältnis zum Militär? Warum erscheinen zurzeit so viele autobiografische Romane? Was machen NFTs mit dem Kunstmarkt? Autorinnen und Autoren aus der SWR Kultur-Redaktion Aktuelle Kultur verfolgen den Zeitgeist, mal feuilletonistisch, mal nüchtern auf den Punkt, immer interessiert. Schlicht: Die Seite 3 unter den Podcasts!

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It’s a Man’s World: Wie halten Frauen mehr zusammen?

“Ich bin nicht frei, solange noch eine einzige Frau unfrei ist, auch wenn sie ganz andere Fesseln trägt als ich”, sagte einst die US-amerikanische Aktivistin Audre Lorde. Wie können sich Frauen gemeinsam aus ihren Fesseln befreien? Sich verbünden und gegenseitig stärken? Anstatt sich als Konkurrenz wahrzunehmen, wie es uns das Patriarchat lehrt? “Wir haben ein Potential, das wir viel besser politisch nutzen könnten”, glaubt die Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal. “Frauen haben Freundschaften ihr Leben lang.” Das Potential, das aus dieser Verbundenheit folgen könnte, sei tatsächlich noch wenig präsent, so die Protestforscherin Julia Zilles. Gerade das Thema Gerechtigkeit könne Menschen verbinden und politisieren. Wie aber lebt man Solidarität im Alltag? Welche Vorbilder haben wir? Und kann so eine weibliche Verbundenheit ein Mittel sein gegen Rechts? Und gegen die antifeministische Welle, die Teile der Welt gerade erfasst? Das ist unsere letzte Folge von “Was geht – was bleibt?”. Danke fürs Zuhören in den vergangenen drei Jahren! Host und Redaktion: Philine Sauvageot Weiterführende Links: Mithu Sanyals Roman “Antichristie”: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/mithu-sanyal-antichristie-9783446280762-t-5361 Mareike Fallwickls Roman “Und alle so still”: https://www.rowohlt.de/buch/mareike-fallwickl-und-alle-so-still-9783498002985 Franziska Schutzbachs Sachbuch “Revolution der Verbundenheit. Wie weibliche Solidarität die Gesellschaft verändert”: https://www.droemer-knaur.de/buch/franziska-schutzbach-revolution-der-verbundenheit-9783426279045

It’s a Man’s World: Wie halten Frauen mehr zusammen?

AfD-Erfolge bei den Landtagswahlen: Wie kann eine Gegenkultur jetzt aussehen?

AfD-Erfolge bei den Landtagswahlen: Wie kann eine Gegenkultur jetzt aussehen? Nie wieder ist jetzt. Oder nie wieder ist gestern? Die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen beschäftigen seit knapp einer Woche Deutschland. Und so verständlich der Wunsch auch ist, sich bei den Ergebnissen einfach unter der Bettdecke zu verkriechen, sollte genau das nicht passieren. Resignation? Keine Option für den Politikwissenschaftler und Autor Arne Semsrott: „Es wird natürlich schwerer mit der Zeit, aber aufgeben? Das ist einfach nicht. Wenn es darum geht, dass es 1.000 Schritte auf dem Weg dahin gibt, dann gibt’s eben auch 1.000 Schritte, um das aufzuhalten“. Genau das beginne meistens vor der eigenen Haustür, durch Vereine, Initiativen und vor allem mit viel Durchhaltevermögen: „Gesellschaftspolitisches Engagement geht über rein politische Reaktionen hinaus. Es ist wichtig, dass man den Hass und die Kälte der Rechten kontert,“ sagt Sven Kaseler, Gründer der sächsischen Initiative „Augen auf - Zivilcourage zeigen“. Wir fragen uns: Welche Möglichkeiten haben wir, um rechte Wahlerfolge und Regierungen abzuwenden? Warum muss Prepping für den Ernstfall nicht nur heißen, Dosenravioli zu bunkern? Und was hat das Editieren von Wikipedia mit der Bekämpfung von Rechtsextremismus zu tun? Unsere Gäste: Arne Semsrott, Journalist und Politikwissenschaftler Sven Kaseler, Vorstand des Vereins „Augen auf - Zivilcourage zeigen“ Hosts: Philine Sauvageot und Kristine Harthauer Showrunner: Betti Losch und Christian Batzlen Arne Semsrotts Buch “Machtübernahme - Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren. Eine Anleitung zum Widerstand”: https://www.droemer-knaur.de/buch/arne-semsrott-machtuebernahme-9783426659847

AfD-Erfolge bei den Landtagswahlen: Wie kann eine Gegenkultur jetzt aussehen?

Wir und Europa: Was ist europäische Identität?

Europa wählt und alle sind im Krisenmodus: Putin, Rechtsextremismus, schwächelnde Wirtschaft. “Europa schützen, damit es uns schützt”, heißt es zum Beispiel auf einem Wahlplakat der Grünen. Und wer soll es retten? Wir Europäer*innen! Aber dieses “Wir” ist ganz schön vertrackt.

Wir und Europa: Was ist europäische Identität?

Science Fiction und Design: Wie sieht unsere Zukunft aus?

Der Weltraum hat vor allem die Zukunftsvorstellung in den 60er- und 70er-Jahren geprägt. Schriftsteller*rinnen und Filmemacher*innen begannen damals, Science-Fiction-Szenarien zu entwerfen; die vielleicht bekanntesten, darunter natürlich die verschiedenen Star Trek-Serien. Darin entstand ein ganzes Design-Universum mit Innenausstattungen, die heute Klassiker sind. Irgendwo zwischen pragmatischer Form und bunter Fantasiewelt. Was ist vom utopischen Gehalt dieser Zukunftsdesigns damals geblieben und welche Ideen haben und brauchen wir heute als Gesellschaft? „Die Neugierde für das Unbekannte, für neue Technologien bleibt heute noch aus dieser Zeit“, meint Susanne Graner, die die Ausstellung „Science Fiction Design“ vom Vitra Design Museum mit kuratiert hat. Auch im Design zeige sich diese Neugierde in einer immer wiederkehrenden Lust, mit neuen Materialien zu arbeiten und Formen auszuprobieren. Allerdings war damals das Zukunftsbild sehr positiv konnotiert, sagt sie. Es wurden Utopien geschaffen. Heute hingegen gehe es mehr um zukünftige Dystopien, erklärt Friedrich von Borries, Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. „Die Szenarien, die wir heute haben, sind beklemmender und weniger begeisternd“, sagt er. Statt um die Entdeckung fremder Planeten geht es heute um die Eroberung einer virtuellen Welt: Das Metaverse. Eine tolle Möglichkeit für Gesellschaftsentwürfe, sagt Susanne Graner. Das, was das Metaverse gerade anbiete, sei „echt nicht aufregendes“, kontert Friedrich von Borries. Denn es gebe reelle Räume, wie zum Beispiel historische Orte und Gebäuden, die „aufregendere und abgefahrene Räume als das Metaverse erzeugen“. Wie schaut für euch die Zukunft aus? Habt ihr bereits tolle Möbelstücke aus der Zukunft? Schickt uns eure Meinungen per E-Mail an kulturpodcast@swr.de. Host: Christian Batzlen, Pia Masurczak Showrunner: Giordana Marsilio Links: Fan-Seiten mit Design-Klassikern aus Star Trek gibt es viele, Star Trek + Design ist eine besonders schön aufbereitete: https://star-trek.design/ Ausstellung „Science Fiction Design: Vom Space Age zum Metaverse”: http://www.design-museum.de/de/ausstellungen/detailseiten/science-fiction-design.html Friedrich von Borries – „Stadt der Zukunft“ https://www.fischerverlage.de/buch/friedrich-von-borries-benjamin-kasten-stadt-der-zukunft-wege-in-die-globalopolis-9783596704323

Science Fiction und Design: Wie sieht unsere Zukunft aus?

Wir machen Winterschlaf!

Zumindest einen kurzen: Am 12. Januar sind wir dann mit neuen Debatten aus Kultur und Gesellschaft wieder für euch da. Abonniert "Was geht was bleibt", dann seid ihr immer auf dem Laufenden. Und schreibt uns gern mit Themen, über die wir mit unseren Gästen sprechen solletn! Feedback und Anregungen könnt ihr an kulturpodcast@swr.de schicken. Wir freuen uns auf euch!

Wir machen Winterschlaf!

WM23: Was können Männer vom Frauenfußball lernen?

Einiges können die Männerfußballer von Frauenteams abschauen. Die Spielerinnen geben sich in den Medien und auf ihren Profilen im Netz viel nahbarer, offener, persönlicher. Die Überinszenierung der Männer bleibt hier aus. Sei es bei TikTok, wo sie ungezwungen in die Kamera sprechen können oder bei Fernsehdokus, wo sie ihre Hobbys präsentieren oder Tränen über das Ende einer lesbischen Liebesbeziehung nicht zurückgehalten werden. Ist das ein Gegenentwurf zu den männlichen Fußball-Stars, die vor Sportwagen ihre gestählten Körper präsentieren? Oder doch nur wieder ein Geschlechterstereotyp? Jörg-Uwe Nieland findet, es sei erfrischend und interessant, Fußballprofis mit Ecken und Kanten zu erleben. Der Soziologe und Kommunikationswissenschaftler forscht zur medialen Darstellung des Frauenfußballs und hat zusammen mit Daniela Schaaf das Buch “Die Sexualisierung des Sports in den Medien” herausgebracht. Derzeit schreibt er an einer internationalen Studie, wie sich verschiedene Länderteams inszenieren. “Die Deutschen Spielerinnen sind in der Medienarbeit weit vorne und treten für Diversität ein”, erzählt er in dieser Folge “Was geht, was bleibt”. Und dies ist auch eine große Chance für den Männerfußball. Solch ein Identifikationspotenzial brächte auch den überinszinierten Männerfußball wieder näher an die Fans. Man brauche Typen, die auch anecken, die auch mal eine politische Meinung äußern. “Was wir derzeit bei den Fußballerinnen in Australien und Neuseeland sehen, ist ein richtiger Schritt, auch in der Selbstvermarktung”, analysiert er. Unser Podcast-Tipp für diese Woche: “Der KI-Podcast” mit Marie Kilg, Gregor Schmalzried und Fritz Espenlaub. In der riesigen Flut an Informationen und Sorgen, die das Thema betreffen stellen sie sich den großen und den kleinen Fragen, die künstliche Intelligenz betreffen: https://1.ard.de/der_ki_podcast Wie nehmt ihr den Unterschied in der Wahrnehmung von Spieler und Spielerinnen wahr? Mailt uns, auch mit Feedback und Themenvorschlägen, an kulturpodcast@swr.de! Hosts: Christian Batzlen Showrunner: Pia Masurczak Links: Daniela Schaaf / Jörg-Uwe Nieland. “Die Sexualisierung des Sports in den Medien” https://www.halem-verlag.de/produkt/die-sexualisierung-des-sports-in-den-medien/

WM23: Was können Männer vom Frauenfußball lernen?

Nach dem AfD-Wahlsieg in Sonneberg: Was kann Kultur gegen Rechts ausrichten?

Und wieder ist das Entsetzen groß, weil die AfD ihre politische Macht ausbauen konnte: Robert Sesselmann ist nun der erste Landrat der AfD in Deutschland, im südthüringischen Sonneberg. Monchi, Frontmann der Punkband Feine Sahne Fischfilet, kann sich darüber nur wundern: „Das hat sich seit Jahren angebahnt. Keiner, der sich mit rechten Strukturen beschäftigt, war überrascht.” Seine Band also auch nicht, denn die engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt gegen Neonazis. Die sind genau dort besonders stark, wo Feine Sahne Fischfilet herkommt: auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern. Monchi und seiner Band geht es vor allem darum, die Aktiven vor Ort zu stärken und zu zeigen: Hey, ihr seid nicht allein in eurem Engagement gegen Neonazis. Und da könne, erzählt er im Gespräch, Musik richtig viel bewirken. Das merke die Band zum Beispiel beim Festival “Wasted in Jarmen”, das sie ins Leben gerufen hat - auch, weil es sonst bislang viel zu wenig Kulturangebote in der Region gebe: “Es gibt an so vielen Orten nicht mal mehr einen Jugendclub. Und die Rechten gehen da gezielt rein.” Ein Aufschrei wie jetzt nach der Landratswahl in Sonneberg sei nicht genug, sagen Monchi und auch Romy Arnold von der Mobilen Beratung für Thüringen und gegen Rechtsextremismus MOBIT. Die Zivilgesellschaft vor Ort müsse permanent unterstützt werden, nicht nur kurz vor Landtagswahlen, wenn alle einen Wahlsieg der Rechten fürchten, fordert Monchi: „Wir spielen seit Jahren Konzerte gegen Rechts, immer als Feuerwehr und ständig brennt es irgendwo. Manchmal reicht die Kraft einfach nicht mehr.” Mailt uns, auch mit Feedback und Themenvorschlägen, an kulturpodcast@swr.de! Hosts: Kristine Harthauer und Philine Sauvageot Showrunner: Pia Masurczak

Nach dem AfD-Wahlsieg in Sonneberg: Was kann Kultur gegen Rechts ausrichten?

Dragqueens erobern die Popkultur: Mehr Mainstream, weniger Hass?

Erst haben sich Dragqueens über ihr Make-Up amüsiert, dann hat die Schauspielerin Melissa McCarthy doch noch weltweit die Fans von sich überzeugt: als Meereshexe Ursula im Kinofilm “Arielle, die Meerjungfrau”. Ihre Figur soll von der Dragqueen-Ikone Divine inspiriert sein. Aber wie so oft bei Disney: Die queeren Rollen sind Bösewichte. Was immer noch besser sei als gar keine queeren Menschen in der Popkultur zu haben, meint der Soziologe Jeff Manners. Dass die Dragkultur längst auch positiv den Mainstream prägt, betont die Dragqueen Betty BBQ aus Freiburg. Ihr Markenzeichen ist der Schwarzwald-Bollenhut. „Angekommen sind wir definitiv“, sagt sie. Was nicht gleichzusetzen sei mit sozial akzeptiert. Drag-Kultur im Mainstream bedeutet nicht automatisch weniger Hass und Hetze gegen queere Menschen. Besonders in den USA tobt ein Kulturkampf: Ein Dutzend republikanisch geführter Bundesstaaten wollen Drag-Shows gesetzlich verbieten. Und in München platzt die CSU vor Wut über eine Kinderbuchlesung mit einer Dragqueen. “Populisten haben erkannt, dass man aus queeren Themen politisches Kapital schlagen kann, indem man Minderheiten zu Sündenböcken macht“, sagt Jeff Mannes. Für Betty BBQ eine beängstigende Entwicklung: „Ich habe mich die letzten 20 Jahre nie in einem Kulturkampf gesehen. Auf einen Schlag ist das anders, das belastet mich sehr.“ Diese Gleichzeitigkeit von Emanzipation und Repression - sie ist nicht neu, wie der Blick in die Geschichte zeigt. Der Historiker Benno Gammerl zieht mit uns Parallelen zum Deutschland der 1920er Jahre. Habt ihr auch schon alle Staffeln der Serie „Pose“ über die Ballroom-Szene gesehen, irgendwann mal zu Madonnas „Vogue“ getanzt und sucht noch mehr Inspiration zum Thema? Mailt uns, auch mit Feedback und Themenvorschlägen, an kulturpodcast@swr.de! Hosts: Kristine Harthauer und Philine Sauvageot Showrunner: Stephanie Metzger Benno Gammerls Buch “Queer. Eine deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis heute”: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/queer/978-3-446-27607-9/ Die fünfteilige SWR-Dokuserie “Drags of Monnem”: https://www.ardmediathek.de/serie/drags-of-monnem/staffel-1/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9zZGIvc3RJZC8xNTMw/1

Dragqueens erobern die Popkultur: Mehr Mainstream, weniger Hass?

Wir gehen in einen kurzen Winterschlaf

Wir gehen in einen kurzen Winterschlaf! Mitte Februar wachen wir dann wieder auf und sind mit neuen Debatten und aktueller Kultur zu zeitgeistigen Themen zurück. Wer den Podcast abonniert hat, wird es mitbekommen. Ihr könnte jederzeit unsere bisherigen Folgen durchhören und uns Feedback und Anregung geben. Schreibt uns einfach an: kulturpodcast@swr.de. Bis dahin. Wir freuen uns!

Wir gehen in einen kurzen Winterschlaf

Zwischen Boykott und Jubel - Ist der Fußball endlich global geworden?

Der deutsche Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft hat den Rest der Welt kaum beeindruckt. Die Einschaltquoten auch in anderen westlichen Demokratien brechen Rekorde. Zum Ende der WM in Katar versuchen wir mit dem Sportjournalisten Ronny Blaschke eine Bilanz: Haben die Deutschen den Boykott so stoisch durchgezogen, weil ihre Mannschaft früh ausgeschieden ist? „Es hat kaum ein Land von dieser WM profitiert wie Deutschland. Die Metro in Katar wurde von deutschen Firmen mitentwickelt. Einige deutsche Architekturbüros haben gutes Geld verdient mit den schönen neuen Stadien“, erzählt Blaschke. Über diese Doppelmoral seien viele Menschen in der arabischen Welt erzürnt. Die Deutschen stehen mit ihrem Boykott also recht einsam da. Ist der Fußball derweil globaler geworden? Ist der Fußball letztlich doch mehr als nur der Sport der Europäer und Südamerikaner? Die Marokkaner machen es als erste arabische und erste afrikanische Mannschaft im Halbfinale einer WM vor. Habt ihr weitere Themen oder Feedback? Schreibt uns an kulturpodcast@swr.de. Host: Pia Masurczak Redaktion: Pia Masurczak und Philine Sauvageot Ronny Blaschke hat dieses Buch zum Thema geschrieben: „Machtspieler - Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution", Die Werkstatt, 2020, broschiert 22€.

Zwischen Boykott und Jubel - Ist der Fußball endlich global geworden?

Warenhäuser im Wandel: Aufbruch in eine neue Erlebniskultur?

Der Online-Handel boomt, der stationäre Handel ist gerade in der Pandemie dramatisch eingebrochen. Und ein Symptom dessen tritt gerade wieder offen zutage: Galeria Karstadt Kaufhof ist wieder insolvent - das Ziel des Verfahrens lautet Sanierung. Aber wie wäre es gleich mal mit der Komplettsanierung aller deutschen Innenstädte? Wie macht das Einkaufen in den immer gleichen, erlebnisarmen Shoppingmeilen der Republik wieder Spaß? Was könnte kommen, wenn die Konsumtempel weichen? Dazu haben befragen wir den Stadtplaner Thomas Krüger, den Konsumforscher Dirk Hohnsträter und die stellvertretende Direktorin des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, Andrea Jürges. Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns an kulturpodcast@swr.de Host: Jan Tussing Redaktion: Jan Tussing und Philine Sauvageot

Warenhäuser im Wandel: Aufbruch in eine neue Erlebniskultur?

Tinder wird zehn: Freiere Liebe oder profaner Konsum?

Swipen und matchen - Die beliebteste Dating-App feiert ihren 10. Geburtstag: Tinder hat das Onlinedating zum Massenphänomen gemacht. Wie hat sich unsere Liebe dadurch verändert? Das Computer-Dating hat schon in den 1960er Jahren begonnen, wie uns der Historiker Michael Homberg erzählt. Da hat man einen elaborierten Fragebogen ausgefüllt, den ein Computer eingelesen hat. Damals galt noch: Je mehr Übereinstimmungen, desto besser! Und auch wenn das Onlinedating mehr Freiheiten gebracht hat: Der Partner wird zur Ware und die Liebe zu einer Konsumform. Die Sozialpsychologin und Paartherapeutin Johanna Degen beschreibt das Phänomen der "Tinder fatigue": "Man erlebt sich selber als ein Produkt auf einem Markt und das schreibt sich in die Beziehung fort." Im Moment überwiege der Stress. Und in Zukunft? "Das geht erstmal neoliberal-kapitalisitisch weiter. Die Erschöpfung ist da nicht: Oh, wir gehen offline daten. Sondern sie führt zu: Wann kommt eine bessere App?" Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de Moderation: Max Knieriemen Redaktion: Philine Sauvageot

Tinder wird zehn: Freiere Liebe oder profaner Konsum?

Wir gehen in die Sommerpause

Der Podcast geht in eine Sommerpause. Wir holen kurz Luft und Energie, und machen dann bald weiter mit Zeitgeist, Debatten und Kultur. Bis dahin könnt ihr die vergangenen Folgen aufholen, falls noch nicht geschehen - denn unsere Themen bleiben relevant! Abonniert uns in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de

Wir gehen in die Sommerpause

Antisemitismus: Die Desaster-Documenta

Monatelange Warnungen und Debatten und dann ist es genauso gekommen: Antisemitische Abbildungen auf der Documenta. Der Schaden für die weltweit wichtigste Kunstausstellung ist enorm. Zu allem Überfluss fehlt eine Person, die klar die Verantwortung übernimmt, sagt Jan Tussing im Podcast. Außerdem erklärt Andrea Geier, Kulturwissenschaftlerin von der Uni Trier, die vertrackte Geschichte des Antisemitismus in antikolonialen Kontexten. Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de Host: Philine Sauvageot Redaktion: Max Knieriemen, Pia Masurczak und Philine Sauvageot

Antisemitismus: Die Desaster-Documenta

Debatte um LaMDA – Haben Algorithmen Gefühle?

Google-Mitarbeiter Blake Lemoine wurde suspendiert, weil der Chatbot LaMDA aus seiner Sicht ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat. Er fordert: LaMDA müsse weiteren Experimenten zuerst zustimmen. Das wirft weitreichende ethische Fragen auf, denn wenn Algorithmen leiden, folgt eine moralische Verpflichtung das zu unterbinden. Kognitionsforscher Thomas Metzinger führt ein in die Debatte und Literaturwissenschaftler Philipp Theison erklärt wie Science Fiction-Autoren hier schon viele Fälle durchgespielt haben. Weiterhören nach dem Podcast: Thomas Metzinger in der SWR2 Aula über tierisches und menschliches Leiden: https://www.swr.de/swr2/wissen/aexavarticle-swr-49688.html Weiterlesen nach dem Podcast: Philipp Theison empfiehlt diese Romane, um die Thematik besser zu durchdringen: William Gibson: Neuromancer, 368 Seiten, Klett-Kota, 2022 (3. Aufl.). Ted Chiang: The Lifecycle of Software Objects, auf Deutsch: Der Lebenszyklus von Software-Objekten. Erschienen in: Das wahre Wesen der Dinge, 284 Seiten, Golkonda Verlag, 2014. Rudy Rucker: The Ware Tetralogy, auf Deutsch sind nur die beiden ersten Teile erschienen: Software und Wetware, als E-Book erhältlich bei Heyne. Daniel Suarez: Daemon, Bd.1: Die Welt ist nur ein Spiel, 640 Seiten, Rowohlt , 2011. Daniel Suarez: Daemon, Bd.2: Darknet, 480 Seiten, Rowohlt , 2011. Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns an kulturpodcast@swr.de Host: Max Knieriemen Redaktion: Max Knieriemen und Pia Masurczak

Debatte um LaMDA – Haben Algorithmen Gefühle?

Blinder Fleck der Erinnerungskultur: Unser kolonialistischer Blick nach Osteuropa

Ein Interview mit Timothy Snyder in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Wellen geschlagen: In der vielgepriesenen deutschen Erinnerungskultur soll eine Lücke klaffen. Übersieht Deutschland die eigene koloniale Tradition in Osteuropa? Wenn ein renommierter Yale-Historiker das sagt, muss was dran sein, oder? Seine Fachkollegin Franziska Davies stimmt ihm grundsätzlich zu, widerspricht aber auch: Es sei sicher nicht Hitlers Hauptziel gewesen, die Ukraine zu kolonisieren. Dennoch, ist auch heute noch unser Blick nach Osteuropa und unser Umgang mit Osteuropäer*innen kolonialistisch? Eine Frage für den Transformationsforscher Jannis Panagiotidis. Weiterhören nach dem Podcast: Timothy Snyders Vortrag am 20. Juni 2017 auf einem Fachgespräch der grünen Bundestagsfraktion zu "Deutschlands Verantwortung für die Ukraine“: https://www.youtube.com/watch?v=OTJwCCAF2lA&t=3s Das erwähnte Hörspiel zur Schriftstellerin und Übersetzerin Natascha Wodin "Fremdsein im eigenen Leben": https://www.hoerspielundfeature.de/frauenliteraturmonat-die-schriftstellerin-und-uebersetzerin-100.html Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de Host: Max Knieriemen Redaktion: Max Knieriemen und Philine Sauvageot

Blinder Fleck der Erinnerungskultur: Unser kolonialistischer Blick nach Osteuropa

Annie Ernaux' neues Buch: Warum boomt autobiografische Literatur?

Als „faktisch, unsentimental und präzise“ beschreibt Literaturkritikerin Iris Radisch den Schreibstil von Annie Ernaux. Sie hat schonungslos über ihr eigenes Erleben geschrieben. Eine Herangehensweise die viele zeitgenössische Schriftsteller beeinflusst. In „Was geht, was bleibt“ erklärt Literaturwissenschaftlerin Lea Sauer, warum autobiografische den Nerv der Zeit treffen und Schriftsteller Yannic Han Biao Federer erläutert, warum diese Texte helfen können mit den Zumutungen der Gegenwart besser umzugehen. Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend ansch_auen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de Host: Max Knieriemen Redaktion: Pia Masurczak und Max Knieriemen

Annie Ernaux' neues Buch: Warum boomt autobiografische Literatur?

Zeitenwende: Was bleibt übrig vom deutschen Pazifismus?

„Nie wieder Krieg“, das war mal so etwas wie der Grundkonsens der alten Bundesrepublik. Bis in die Gegenwart sind Teile der Popkultur in Deutschland pazifistisch geprägt. Durch Ukraine-Krieg und „Zeitenwende“ scheint diese Position derzeit in Bedrängnis. Was bleibt übrig vom Pazifismus in Deutschland? Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de Host: Max Knieriemen Redaktion: Max Knieriemen und Daniel Stender

Zeitenwende: Was bleibt übrig vom deutschen Pazifismus?

Friede, Freude und Lumbung? Streit um Antisemitismus auf der Documenta

Bitte im Hinterkopf behalten: Bei der Documenta gibt es großen Streit um ein Bild das eindeutig antisemitische Darstellungen enthält. Diese Podcastfolge ist Anfang Mai entstanden, wir und die beteiligten Interviewpartner diskutieren dementsprechend die Vorwürfe, die zu diesem Zeitpunkt bekannt waren. Solidarisch, bürgernah. und vor allem: ganz anders. So sollte die documenta fivteen in diesem Jahr werden –kurz vor der Eröffnung der wichtigen Ausstellung zur Gegenwartskunst aber sieht sich das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangrupa mit einer Debatte um Antisemitismus konfrontiert. Was ist an den Vorwürfen dran? Das untersucht diese Folge von Was geht, was bleibt – im Gespräch mit Elke Buhr vom Monopol-Magazin, dem Publizisten Micha Brumlik und der Kunsthistorikerin Dorothee Richter. Zaungast ist Joseph Beuys. Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de Host: Daniel Stender Redaktion: Daniel Stender und Pia Masurczak

Friede, Freude und Lumbung? Streit um Antisemitismus auf der Documenta