Folge 115 – Märchenkunde: Cat Content

Es war einmal... die Katze. Elegant und tollpatschig. Würdevoll und komplett am Ausrasten. Königlich und gleichzeitig bereit, einen Karton anzubeten. In einem Moment Schmusekätzchen, im nächsten Jägerin. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Aber wenn sie dir ihre Aufmerksamkeit schenkt, fühlst du dich auserwählt. Sie kann 16 Stunden schlafen und trotzdem aussehen, als hätte sie einen anstrengenden Tag gehabt. Sie verhungert mindestens zehn Mal täglich und stimmt auch nachts um vier gerne mal das Lied ihres Volkes an. Und wenn sie dich anschaut, ist da immer dieses Gefühl, als wisse sie mehr als du. Ihre Gesellschaft ist beruhigend, ihr Schnurren heilsam, die Beziehung zu ihr komplex. Denn mit einer Katze zusammenzuleben bedeutet: Grenzen akzeptieren. Nähe verdienen. Geschickte Räuberin, launische Diva, drolliger Kasper, treue Gefährtin, aufmerksame Wächterin, liebevolle Trösterin, kleiner Pausenclown, zärtlicher Schmusetiger und ganz klar die Herrin des Hauses: Kein Tier ist uns so nah und gleichzeitig noch immer ein Rätsel. Spiegelt sich das auch im Märchen wider? Welche Rolle nimmt die Katze da ein? Zeigt sich auch im Märchen ihr ambivalentes Wesen? Und wie steht es um die Beziehung zwischen Mensch und Katze? In dieser Märchenkunde gibt es jede Menge Cat Content. So viel können wir verraten: Die Katze im Märchen ist nicht weniger faszinierend als die Katze in der realen Welt.