Archivradio – Geschichte im Original

SWR

Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog

Alle Folgen

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und die Folgen

Das Kernkraftwerk Tschernobyl war im Ukraine-Krieg schon früh Angriffsziel der russischen Streitkräfte. Das weckte bei vielen Erinnerungen an die Reaktorkatastrophe vom 26.4.1986. Gábor Paál und Miriam Mörtl sprechen über Tonaufnahmen von damals. SWR 2011/2026) | Mehr zur Sendung: http://swr.li/tschernobyl-folgen | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: @daswissen@ard.social

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und die Folgen

Vom Widerstand zum Atomausstieg – Die Epoche der Kernenergie in Deutschland (2/2)

Der Widerstand gegen das AKW Wyhl in den 1970ern war die Keimzelle der großen Anti-Atomkraft-Bewegung. Am Ende hat sie gesiegt, die letzten Meiler sind 2023 vom Netz gegangen – anders als im Ausland. Wie kam es dazu?

Vom Widerstand zum Atomausstieg – Die Epoche der Kernenergie in Deutschland (2/2)

Frühe Atom-Euphorie – Die Epoche der Kernenergie in Deutschland (1/2)

In Deutschland war die Begeisterung für die Atomkraft zunächst groß: unerschöpfliche Energie! 1960 wird im Kernkraftwerk Kahl am Main "das atomare Feuer entfacht", wie der Reporter damals schwärmt.

Frühe Atom-Euphorie – Die Epoche der Kernenergie in Deutschland (1/2)

Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter zum Umgang mit der Atom-Angst | 12.12.1986 | Tschernobyl

Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht über den Umgang mit der Angst nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Er warnt vor dem Glauben, alle Gefahren mit dem Fortschritt der Technik beherrschen zu können. https://archivradio.de/

Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter zum Umgang mit der Atom-Angst | 12.12.1986 | Tschernobyl

Walter Wallmann (CDU) wird erster Bundesumweltminister | 4.6.1986 | Tschernobyl

Infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl in der Sowjetunion schuf die Bundesregierung eine neue Behörde: das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Erster Bundesumweltminister wurde Walter Wallmann (1932 - 2013) von der CDU. Wallmanns Amtszeit begann am 6. Juni 1986. Ein Interview im Hessischen Rundfunk vom 4. Juni 1986, kurz vor dem Amtsantritt. https://archivradio.de/

Walter Wallmann (CDU) wird erster Bundesumweltminister | 4.6.1986 | Tschernobyl

Großdemo gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf

18. und 19.5.1986 | An Pfingsten 1986 demonstrieren Zehntausende gegen den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. Der Rundfunkjournalist Ulrich Böken war mit dem Mikrofon vor Ort. Sein Rohmaterial zeichnet ein Stimmungsbild der Demonstranten im Taxöldener Forst. https://archivradio.de/

Großdemo gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf

Stellungnahme von Gorbatschow nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl | 14.5.1986 | Tschernobyl

In der ersten öffentlichen Stellungnahme der Sowjetunion nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl reagierte Michail Gorbatschow auf die Kritik des Westens. Er forderte zur internationale Zusammenarbeit in Kernenergiefragen auf.

Stellungnahme von Gorbatschow nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl | 14.5.1986 | Tschernobyl

Bundestagsdebatte zu Tschernobyl und Atomkraft | 14.5.1986 | Tschernobyl

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist am 14. Mai 1986 Thema im Bundestag. Die Debatte ist für 2 Stunden angesetzt und dauert mehr als doppelt so lang. Sie zeigt, welche Zäsur das Ereignis bedeutete.

Bundestagsdebatte zu Tschernobyl und Atomkraft | 14.5.1986 | Tschernobyl

Nach der Giftwolke: Was darf man noch essen? | 6.5.1986 | Tschernobyl

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl war die Verunsicherung groß. Was hat die Giftwolke angerichtet? Kann man bei Regen raus? Den Salat aus dem Garten essen? Kinder draußen spielen lassen?

Nach der Giftwolke: Was darf man noch essen? | 6.5.1986 | Tschernobyl

Berichterstattung in der DDR über das Reaktorunglück in Tschernobyl | 29. und 30.4.1986 | Tschernobyl

Auch die Medien in der DDR berichteten über die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Hier ein Gespräch der DDR-Wissenschaftler Prof. Dr. Günther Flach und Prof. Dr. Karl Lagius im Radio DDR am 30. April 1986.

Berichterstattung in der DDR über das Reaktorunglück in Tschernobyl | 29. und 30.4.1986 | Tschernobyl

Erste internationale Reaktionen auf den Reaktorunfall in Tschernobyl | 29.4.1986 | Tschernobyl

Nach Bekanntwerden des Reaktorunfalls in Tschernobyl war das Informationsbedürfnis der westlichen Staaten groß. Das Korrespondentennetzwerk der ARD lieferte Informationen aus allen von der Radioaktivität betroffenen Ländern.

Erste internationale Reaktionen auf den Reaktorunfall in Tschernobyl | 29.4.1986 | Tschernobyl

Das Reaktorunglück in Tschernobyl wird bekannt | 28.4.1986 | Tschernobyl

Am 26. April 1986 explodierte um 1.24 Uhr Ortszeit der Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe dem Ort Prypjat in der Ukraine. Bei der Explosion wurden radioaktive Stoffe rund 1.200 Meter hoch in die Luft geschleudert. Drei großen Wolken verteilten die radioaktiven Partikel in den darauffolgenden Tagen über Europa. Die Öffentlichkeit war bis zum Abend des 28. April 1986 ahnungslos.

Das Reaktorunglück in Tschernobyl wird bekannt | 28.4.1986 | Tschernobyl

Hitlers Luftschiff-Propaganda 1936 – Zwei Zeppeline über Hamburg | 27.3.1936

Die Wahlen waren eine Farce, trotzdem machte Hitler "Wahlkampf" – mithilfe eines Deutschlandfahrt der Luftschiffe "Hindenburg" (LZ 129) und "Graf Zeppelin" (LZ 127).

Hitlers Luftschiff-Propaganda 1936 – Zwei Zeppeline über Hamburg | 27.3.1936

Rudi-Carrell-Witz führt zu diplomatischer Krise mit Iran | 18. bis 20.2.1987

Slips und BHs für Ayatollah Khomeini? Showmaster Rudi Carrell löst in "Rudis Tagesshow" durch einen Satire-Beitrag diplomatische Verstimmungen aus und entschuldigt sich.

Rudi-Carrell-Witz führt zu diplomatischer Krise mit Iran | 18. bis 20.2.1987

Jürgen Habermas über Wissenschaft und Ideologie | 5.8.1974

Jürgen Habermas (1929 – 2026) gehört zu den bedeutendsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er war ein politischer Philosoph, Forschungsassistent bei Theodor W. Adorno und Max Horckheimer und wird somit der zweiten Generation der sogenannten „Frankfurter Schule“ zugerechnet. Sein bekanntestes Werk ist die „Theorie des kommunikativen Handelns“, er nahm aber häufig auch zur Tagespolitik Stellung. Habermas starb am 14. März 2026. Er hatte eine angeborene Sprachbehinderung. Aufgrund einer angeborenen Gaumenspalte war seine Aussprache sehr nasal. Er blieb deshalb bis zuletzt deshalb vor allem über seine Schriften bekannt, während er in Radio und Fernsehen selten zu hören war. Eine Ausnahme ist der folgende Vortrag über Wissenschaft und Ideologie vom 5. August 1974.

Jürgen Habermas über Wissenschaft und Ideologie | 5.8.1974

Podcast-Tipp: NEIN DANKE? – Warum Atomkraft uns spaltet

15 Jahre nach Fukushima ist Atomkraft in Deutschland vorbei. Ein paar Kilometer von uns, in Frankreich, sieht’s ganz anders aus: Da ist Kernkraft King. Woher kommen diese Unterschiede15 Jahre nach Fukushima ist Atomkraft in Deutschland vorbei. Ein paar Kilometer von uns, in Frankreich, sieht’s ganz anders aus: Da ist Kernkraft King. Woher kommen diese Unterschiede15 Jahre nach Fukushima ist Atomkraft in Deutschland vorbei. Ein paar Kilometer von uns, in Frankreich, sieht’s ganz anders aus: Da ist Kernkraft King. Woher kommen diese Unterschiede15 Jahre nach Fukushima ist Atomkraft in Deutschland vorbei. Ein paar Kilometer von uns, in Frankreich, sieht’s ganz anders aus: Da ist Kernkraft King. Woher kommen diese Unterschiede – und wieso löst ein Reaktorunfall in Japan gerade bei uns so viel aus?

Podcast-Tipp: NEIN DANKE? – Warum Atomkraft uns spaltet

Kretschmanns Triumph – Baden-Württemberg wählt ersten grünen Ministerpräsidenten | 28.3.2011

Jahrzehntelang war Baden-Württemberg CDU-Land. Von 1953 bis 2011 stellten die Christdemokraten den Ministerpräsidenten. Dann kommt Winfried Kretschmann an die Macht.

Kretschmanns Triumph – Baden-Württemberg wählt ersten grünen Ministerpräsidenten | 28.3.2011

Erdbeben, Tsunami, Reaktorunglück – Die Katastrophe von Fukushima | 11.3.2011

Am Morgen des 11. März 2011 melden die deutschen Nachrichten ein schweres Erdbeben vor der japanischen Küste. Auf das Erdbeben folgt ein Tsunami – der bis dahin größte der japanischen Geschichte, soweit bis dahin bekannt.

Erdbeben, Tsunami, Reaktorunglück – Die Katastrophe von Fukushima | 11.3.2011

Islamische Revolution – Ayatollah Khomeini kehrt in den Iran zurück | 1.2.1979

Am 16. Januar 1979 hatte der Schah, der fast 50 Jahre lang über den Iran herrschte, das Land verlassen. Zuvor hatte er noch Schapur Bachtiar zum Premierminister ernannt. Bachtiar blieb im Land, konnte aber die Entwicklung nicht aufhalten. Am 1. Februar kommt Ajatollah Khomeini aus seinem Exil in Paris zurück, er landet in Teheran. Zunächst ein Bericht von ARD-Korrespondent Ulrich Encke, anschließend ein Hintergrundbericht im Süddeutschen Rundfunk.

Islamische Revolution – Ayatollah Khomeini kehrt in den Iran zurück | 1.2.1979

Der Schah verlässt Persien | 16.1.1979

48 Jahre lang herrschte Schah Reza Pahlavi über den Iran, den damals die meisten Deutschen noch Persien nannten. Er regierte autokratisch, Oppositionelle wurden verfolgt. Die USA unterstützten ihn, primär aus sicherheitspolitischen Gründen, und rüsteten den Iran auf. Sie sahen in ihm einen wichtigen Gegenspieler zur nördlich angrenzenden Sowjetunion. Das iranische Erdöl spielte dabei auch eine wichtige Rolle. Insgesamt hielten sich die westlichen Regierungen deshalb auch mit Kritik an den Menschenrechtsverletzungen zurück.

Der Schah verlässt Persien | 16.1.1979

Irans Todesurteil gegen Autor Salman Rushdie | 15. bis 17.2.1989

1988 schrieb der aus Indien stammende und in England lebende Schriftsteller Salman Rushdie seinen Roman "Die satanischen Verse". Der Roman enthält viele Anspielungen auf den islamischen Propheten Mohammed. Fundamentalreligiöse Muslime weltweit empfanden ihn als Beleidigung und Gotteslästerung. Wenige Wochen nach Erscheinen wurde der Roman in Indien verboten.

Irans Todesurteil gegen Autor Salman Rushdie | 15. bis 17.2.1989

Abrechnung mit Stalins Personenkult: Chruschtschows Geheimrede

1953 starb Diktator Josef Stalin. Sein Nachfolger als Parteichef der KPdSU wurde Nikita Chruschtschow. 1956 rechnete er mit Stalin ab.

Abrechnung mit Stalins Personenkult: Chruschtschows Geheimrede

Bundeskanzler Adenauer will Atomwaffen: Bundestag debattiert tagelang | 20. bis 25.3.1958 | Kernenergie

Bundeskanzler Konrad Adenauer strebt in den 1950er-Jahren nicht nur die friedliche Nutzung der Atomenergie an, sondern will auch die Bundeswehr im Rahmen der NATO atomar bewaffnen. Sein Hauptargument ist die mächtige Sowjetunion, der man etwas entgegensetzen müsse.

Bundeskanzler Adenauer will Atomwaffen: Bundestag debattiert tagelang | 20. bis 25.3.1958 | Kernenergie

Plagiatsaffäre zwingt Guttenberg zum Rücktritt | 16.2. bis 1.3.2011

Karl-Theodor zu Guttenberg gehörte zu den beliebtesten Politikern. Seine politische Karriere endete aber abrupt, als er sich in seiner Doktorarbeit mit fremden Federn schmückte. Was war passiert?

Plagiatsaffäre zwingt Guttenberg zum Rücktritt | 16.2. bis 1.3.2011

Rita Süssmuth über ihren Kampf in der Aids-Politik

23.11.1988 | Rita Süssmuth ist Bundesgesundheitsministerin bis 1988, als der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Helmut Kohl sie zur Bundestagspräsidentin vorschlägt. Süssmuth folgt diesem Ruf nicht ohne zu betonen, dass sie in der Aids-Politik weiter mitreden werde. Am 23. November 1988 gibt sie zur Überraschung vieler eine Abschiedspressekonferenz und zieht eine deutliche Bilanz. Sie habe in der Regierung oft mit dem Rücken zur Wand gestanden.

Rita Süssmuth über ihren Kampf in der Aids-Politik

Erstes Zuwanderungsgesetz in Deutschland | 9.7.2004

Deutschland sei kein Einwanderungsland – das war das Mantra der Bundesregierung Kohl bis 1998. Es war einfach nicht vorgesehen, dass Menschen – abgesehen von humanitären Gründen – dauerhaft nach Deutschland zogen. Die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder sieht das anders. Und die Wirtschaft macht auch Druck, ihr fehlen schon damals qualifizierte Fachkräfte. Im Jahr 2000 kündigt Kanzler Schröder erstmals an, qualifizierten IT-Fachkräften einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu gewähren. Bald darauf beschließt die Bundesregierung das erste echte Zuwanderungsgesetz – ein Gesetz, das sich eben auch am Arbeitsmarkt orientiert. Doch das scheitert zunächst am Hickhack im Bundesrat. Am Ende geht Gerhard Schröder auf die Opposition zu. Nach jahrelangen Verhandlungen verabschiedet zunächst der Bundestag und am 9. Juli 2004 auch der Bundesrat das Zuwanderungsgesetz, das auch von Union und FDP mitgetragen wird. Dass der Kompromiss zustande kam, war auch der CDU-Politikerin Rita Süssmuth zu verdanken. Sie leitete damals den Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration. Dessen Berichte haben damals geholfen, die Debatte zu versachlichen. Als das Gesetz verabschiedet wird, äußert sie sich dazu im SWR.

Erstes Zuwanderungsgesetz in Deutschland | 9.7.2004

Physiker Werner Heisenberg über sein Leben | 30.3.1968

Werner Heisenberg prägte die Grundlagen der Kernphysik und ihre Anwendung, die Kernenergie. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er an einem ersten deutschen Kernreaktor.

Physiker Werner Heisenberg über sein Leben | 30.3.1968

Die "Challenger" explodiert | 28.1.1986

Die Raumfähre "Challenger" explodiert kurz nach dem Start. Die sieben Astronauten an Bord sterben. Keine "Sternstunde der Wissenschaft", sondern eine Katastrophe der Raumfahrt.

Die "Challenger" explodiert | 28.1.1986

Das Wirtschaftswunder – Kaufrausch, Elvis, Urlaubsreisen

1957 eröffnet der erste Supermarkt, die Deutschen entdecken Autos, Mallorca und das Fernsehen. Die Gegenbewegung der "Gammler" entzieht sich dem Ideal von Fleiß und Konsum.

Das Wirtschaftswunder – Kaufrausch, Elvis, Urlaubsreisen

Gammler in München-Schwabing verärgern die Deutschen | 14.4.1966

In den 1960er-Jahren entwickelt sich in den beiden deutschen Staaten die Subkultur der Gammler – eine Art Gegenentwurf zum arbeitsamen Deutschen der Wirtschaftswunderjahre.

Gammler in München-Schwabing verärgern die Deutschen | 14.4.1966

Elvis Presley landet als GI in Bremerhaven | 1.10.1958

Elvis Presley war schon ein junger Weltstar, als er einen Einberufungsbefehl zum Militärdienst erhielt. Er absolvierte seine Grundausbildung in Texas und wurde schließlich in Deutschland stationiert. Am 1. Oktober 1958 trifft er, von New York kommend, mit dem Schiff in Bremerhaven ein. Hunderte Fans warten auf ihn. Am Ende der Reportage hört man ihn auch selbst kurz nach der Ankunft.

Elvis Presley landet als GI in Bremerhaven | 1.10.1958

Die Deutschen entdecken Mallorca | 16.3.1957

Bis 1956 war Mallorca für die meisten Deutschen eine eher unbekannte Insel im Mittelmeer – der Weg dorthin wäre für einen Urlaub viel zu weit und zu teuer gewesen. Doch im Frühjahr 1956 nimmt die Deutsche Flugdienst GmbH ihren Betrieb auf, der Vorläufer der späteren Charter-Fluggesellschaft Condor. Als erste Ziele für Charterreisen bietet sie an: das Heilige Land, Kairo mit den Pyramiden, und eben: Mallorca. Es sind Propellerflugzeuge, geflogen von US-amerikanischen Militärpiloten. Deutsche Piloten müssen erst noch ausgebildet werden bzw. diejenigen, die vor Kriegsende ihre Fluglizenz erworben hatten, dürfen noch nicht wieder fliegen. Ein solcher Flug ist damals etwas Besonderes, eine Mallorca-Reise deutlich teurer als eine Autofahrt nach Italien. Die Reportage aus dem Jahr 1957 zeigt, wie schnell sich der Urlaubstipp Mallorca herumspricht. Reporter ist Markus Joachim Tidick vom Südwestfunk. Der Bericht wird am 16. März 1957 unter dem Titel "Deutsche Luft-Touristen auf Mallorca" gesendet.

Die Deutschen entdecken Mallorca | 16.3.1957

Bundespräsident Theodor Heuss begrüßt Kriegsgefangene in Friedland | 18.10.1955

Konrad Adenauer und Nikita Chruschtschow hatten die Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen vereinbart. Gut einen Monat später begrüßt Theodor Heuss Heimkehrer in Friedland.

Bundespräsident Theodor Heuss begrüßt Kriegsgefangene in Friedland | 18.10.1955

Besuch in der modernsten Zeche Europas: Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort | 22.3.1952

Das Ruhrgebiet ist in den 1950ern Zentrum des wirtschaftlichen Aufschwungs; Kohle treibt die Wirtschaft an. Reportage aus der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort.

Besuch in der modernsten Zeche Europas: Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort | 22.3.1952

Konrad Adenauer unterschreibt den "Marshallplan" | 15.12.1949

Nach dem Zweiten Weltkrieg schlägt US-Außenminister George C. Marshall(1880 - 1959) ein 12 Milliarden Dollar schweres Aufbauprogramm für Westeuropa vor. Seine Vorstellung vom Wiederaufbau hatte Marshall erstmals am 5. Juni 1947 in einer Rede vor Studenten präsentiert. Neben humanitären Erwägungen ging es dabei auch um eigene Interessen. Die USA hofften, den Einfluss der Sowjetunion zurückzudrängen und den eigenen Handel zu beleben. Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet den Marshallplan (offiziell European Recovery Program (ERP) genannt) – zusammen mit dem Hohen Kommissar der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik John Jay McCloy. Reporter Hans Jesse berichtet von der Zeremonie im Bonner Kanzleramt.

Konrad Adenauer unterschreibt den "Marshallplan" | 15.12.1949

Ludwig Erhard begrüßt die Währungsreform | 21.6.1948

Mehr Freiheit in der Wirtschaft. Freier Konsum, freie Berufswahl: Die Währungsreform wird ein drohendes politisches Chaos verhindern – hofft Ludwig Erhard, Wirtschaftsdirektor der vereinigten Westzonen.

Ludwig Erhard begrüßt die Währungsreform | 21.6.1948

Mädchen auf dem Kölner Schwarzmarkt | 9.2.1948

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg liegt die deutsche Wirtschaft am Boden. Die Städte sind zerstört, viele Menschen leben von der Hand in den Mund. Die Schwarzmärkte florieren, sie sind für viele Familien oft die einzige Möglichkeit, über die Runden zu kommen. Unter den Händlerinnen und Händlern auf den Straßen sind auch viele Kinder, wie hier in einem Beitrag aus Köln von 1948 zu hören. Im Bild: Kinder auf dem Schwarzmarkt in Berlin 1947

Mädchen auf dem Kölner Schwarzmarkt | 9.2.1948

Hamas gewinnt die Wahlen in Palästinensergebieten | 25. und 26.1.2006

Die regierende Fatah von Präsident Mahmud Abbas wird 2006 abgewählt. Sie gilt als korrupt und hat die Bevölkerung enttäuscht. Viele setzten deshalb ihre Hoffnung in die Hamas.

Hamas gewinnt die Wahlen in Palästinensergebieten | 25. und 26.1.2006

Grönland stimmt für Autonomie | 18.1.1979

Bis 1953 war Grönland dänische Kolonie. Dann wurde es ein Teil Dänemarks. Doch die Unzufriedenheit wuchs; nicht zuletzt wegen der Zwangssterilisation indigener Frauen.

Grönland stimmt für Autonomie | 18.1.1979

Werner Heisenberg über die Chancen der Kernenergie – Atomkocher für die Hausfrau? | 3.1.1951

Die neue Atomtechnik kommt in den 1950er-Jahren wie gerufen: Die Kohlevorkommen in Deutschland drohen knapp zu werden für den steigenden Energiebedarf der Bevölkerung. Die Uranvorkommen dagegen versprechen eine zusätzliche Energiequelle.

Werner Heisenberg über die Chancen der Kernenergie – Atomkocher für die Hausfrau? | 3.1.1951

Paul Watzlawick über seine Kommunikationstheorie und das Unglücklichsein | 5.11.1985

Die meisten kennen Paul Watzlawick (1921 - 2007) von seinem Bestseller "Anleitung zum Unglücklichsein", er war aber auch ein großer Wissenschaftler, der eine bis heute einschlägige Kommunikationstheorie verfasste, die sich für ein theoretisches Werk sogar recht flüssig liest.

Paul Watzlawick über seine Kommunikationstheorie und das Unglücklichsein | 5.11.1985

Donald Trump und der Sturm aufs Kapitol – Nationalgarde wird nicht gerufen | 6.1.2021

Der bei den Wahlen unterlegene US-Präsident Donald Trump weigert sich noch immer, seine Niederlage anzuerkennen. Den 6. Januar 2021 sieht er als letzte Chance, im Amt zu bleiben. An dem Tag werden im Kapitol offiziell die Voten der Wahlleute aus den Bundesstaaten ausgewertet und so der Wahlsieg festgestellt. Die Sitzung wird formal geleitet vom amtierenden Vize-Präsidenten Mike Pence. Trump fordert von Pence, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Pence, war zwar immer loyal zu Trump, weiß aber, dass seine Funktion an diesem Tag rein protokollarisch ist und hat Trump zu verstehen gegeben, dass er das Ergebnis anerkennen wird. Trump hat seine Anhänger zu einer Kundgebung nach Washington gerufen. #jetztschonhistorisch | http://swr.li/sturm-aufs-kapitol

Donald Trump und der Sturm aufs Kapitol – Nationalgarde wird nicht gerufen | 6.1.2021

USA verhaften Panamas Machthaber Noriega – Streit mit Vatikan | 29.12.1989 - 4.1.1990

Die Invasion in Panama am 20. Dezember 1989 begründet die US-Regierung auch damit, dass sie Machthaber Manuel Noriega für seine Drogengeschäfte zur Verantwortung ziehen will. Doch so schnell findet sie ihn nicht. An Heilig Abend findet Noriega ausgerechnet Unterschlupf in der Nuntiatur – also der Botschaft des Vatikan in Panama. Die USA scheuen davor zurück, in die Botschaft einzudringen und versuchen es mit anderen Methoden. Am 29. Dezember beschallen sie die Botschaft extrem laut mit Rockmusik. Nachdem auch das nicht hilft, blockieren die USA erstmal die Botschaften von Kuba und Nicaragua, damit Noriega nicht noch womöglich dorthin wechselt. Unterdessen spekuliert ein Bericht vom 2. Januar darüber, welches Interesse ausgerechnet der Vatikan hat, einen Schwerverbrecher wie Noriega Schutz zu bieten. Erpresst Noriega womöglich den Vatikan möglich mit Dokumenten über dessen Kontakte zur Drogenmafiaß Am 3. Januar schließlich ist es soweit, Noriega verlässt die vatikanische Botschaft und stellt sich. Noriega wird nach Florida gebracht. Ein Gericht in Miami verurteilt ihn schließlich zu einer Freiheitsstrafe von 40 Jahren. In Frankreich und in Panama selbst folgen weitere Prozesse. Noriega stirbt 2017 an einem Hirntumor.

USA verhaften Panamas Machthaber Noriega – Streit mit Vatikan | 29.12.1989 - 4.1.1990

US-Invasion in Panama – Fahndung nach Machthaber Noriega

20.-22.12.1989 | Manuel Noriega, der langjährige Machthaber in Panama, stand lange auf der Gehaltsliste der CIA. Denn über Panama konnten die USA Waffen ins benachbarte Nicaragua schmuggeln, um die dortigen Contra-Rebellen zu unterstützen. Doch 1988 hat Washington genug von Noriega. Der ist offensichtlich in Drogenhandel und Geldwäsche verstrickt. Die USA sorgen sich außerdem um den freien Zugang zum Panamakanal. 1989 gibt es Wahlen in Panama – doch Noriega ignoriert sie und bleibt mit Gewalt an der Macht. Ende des Jahres spitzt sich die Situation weiter zu. Bis US-Präsident George Bush (sen.) befiehlt kurz vor Weihnachen, in Panama einzumarschieren und Noriega festzunehmen. Bemerkenswert ist, dass diese Ereignisse in den bundesdeutschen Nachrichten oft nicht an erster Stelle stehen – denn zeitgleich kommt es auch in Rumänien zum Sturz von Diktator Ceaucescu. Diese Meldungen aus Bukarest sind oft der Aufmacher in den Nachrichten, dann erst kommen die Nachrichten aus Panama. Die ersten Berichte von der Invasion erreichen das deutsche Radiopublikum am Morgen des 20. Dezember 1989. 20.000 US-Soldaten sind an der Invasion beteiligt. Doch so schnell wie erhofft, kommen sie nicht zum Ziel. Am Folgetag wird die Lage erstmal unübersichtlich. Finden am Tag der Invasion mehr als 90 Prozent der US-Bevölkerung die Militäraktion gut und richtig, fängt die Stimmung am zweiten Tag danach bereits an zu kippen. Noriega gelingt es, an Heilig Abend in die Botschaft des Vatikan in Panama zu fliehen. Wie es die danach weiterging und die USA mit dem Vatikan stritten, erzählt die Archivradio-Folge „USA verhaften Panamas Machthaber Noriega“. (http://swr.li/noriega)

US-Invasion in Panama – Fahndung nach Machthaber Noriega

Die ersten Soldatinnen der Bundeswehr | 2.1.2001

2. Januar 2001: Knapp 250 Frauen werden als Soldatinnen in die Bundeswehr aufgenommen. Sie sind erstmals für den Dienst an der Waffe zugelassen.

Die ersten Soldatinnen der Bundeswehr | 2.1.2001

Das ist das Archivradio – Geschichte in Originaltönen

Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom 19. Jahrhundert bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar.

Das ist das Archivradio – Geschichte in Originaltönen

Frühe Live-Reportage: nächtlicher Besuch im Kölner Dom | 28.4.1930

Eine der frühesten Live-Reportagen im deutschen Rundfunk. In dem Hörbild geht es weniger um den Dom als darum, die Grenzen der Klangkunst auszuloten.

Frühe Live-Reportage: nächtlicher Besuch im Kölner Dom | 28.4.1930

"Die Sünderin" mit Hildegard Knef darf im Kino gezeigt werden | 19.1.1951

Prostitution, Tötung auf Verlangen, Suizid: Die katholische Kirche protestiert 1951 vor der Premiere; die FSK will den Film nicht freigeben.

"Die Sünderin" mit Hildegard Knef darf im Kino gezeigt werden | 19.1.1951

Hildegard Knef wird 70 und spricht über rote Rosen | 28.12.1995

Die Knef (1925 - 2002) ist der erste deutsche Weltstar der Nachkriegszeit. Mit 15 geht sie von der Schule ab und landet beim Film. Ihre Karriere führt sie bis nach Hollywood. Das Interview führt die SDR-Redakteurin und spätere ARD-Kulturkorrespondentin Maria Ossowski.

Hildegard Knef wird 70 und spricht über rote Rosen | 28.12.1995

Podcast-Pionier Detlef Clas: Vom CERN über den Schulfunk zu "Das Wissen" | 5.12.2025

"Das Wissen" ist nicht nur ein erfolgreicher Podcast, es war auch einer der ersten öffentlich-rechtlichen Podcasts überhaupt. Und den wenigsten, die ihn heute hören, ist bewusst, dass dieser Podcast seine Ursprünge im alten Schulfunk hat. Der Schulfunk gab es schon im Radio der 1950er-Jahre. Es war, wie der Name ahnen lässt, ein gediegenes Bildungsprogramm mit zeitlosen Themen – viel Geschichte, Kultur, aber auch Naturwissenschaft. Offiziell gedacht für Schülerinnen und Schüler, hauptsächlich aber genutzt von erwachsenen Radiohörern. Der Physiker Detlef Clas kam 1977 vom Europäischen Kernforschungszentrum CERN in die Schulfunkredaktion des Süddeutschen Rundfunks. Er half mit, aus dem Schulfunk zunächst ein modernes, akustisch reizvolles Radiofeature zu machen. Mit der Entstehung des Radioprogramms SWR2 wurde auch der Name "Schulfunk" strichen und die Sendung in SWR2 Wissen umbenannt (seit 2024 "Das Wissen"). Ein Steckenpferd von Detlef Clas waren von Anfang an Computerthemen, später das Internet. Auch das war ein Einfluss seiner CERN-Vergangenheit. Er experimentierte früh mit den digitalen Möglichkeiten des Rundfunks und sorgte dafür, dass 2004 SWR2 Wissen einer der ersten und einer der meistgehörten öffentlich-rechtlichen Podcasts wurde. Seine Redaktion war es auch, die 2007 das Archivradio einführte – doch das ist ein anderes Thema. 2016 ging Detlef Clas in den Ruhestand. Neun Jahre später spricht er über diese Entwicklung. Weitere Aufnahmen zur Geschichte des Rundfunks: http://swr.li/rundfunkgeschichte

Podcast-Pionier Detlef Clas: Vom CERN über den Schulfunk zu "Das Wissen" | 5.12.2025

Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen" | 9.11.1964

Die jüdische Philosophin Hannah Arendt erläutert in einem Radiointerview die Thesen ihres Buchs "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen".

Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen" | 9.11.1964

Lise Meitner: "Frauen in der Wissenschaft" | November 1953

Die Kernphysikerin Lise Meitner (1878 - 1968) entdeckte zusammen mit Otto Hahn und Fritz Straßmann die Spaltung des Atomkerns. Mit dem Chemie-Nobelpreis hierfür wurde Hahn 1944 alleine ausgezeichnet. In einem Radiovortrag berichtet Meitner von ihren Erfahrungen als Frau im Wissenschaftsbetrieb.

Lise Meitner: "Frauen in der Wissenschaft" | November 1953

Der Rundfunk entdeckt Gespräche als neue Form | 2.3.1930

Dass im Rundfunk getalkt oder gar gelabert wird, war 1930 ganz neu. Friedrichkarl Roedemeyer, Ernst Schoen und Richard Plant diskutieren die Chancen.

Der Rundfunk entdeckt Gespräche als neue Form | 2.3.1930

Vor Ende der Großen Koalition: Debatte über "Probleme des Parlamentarismus" | 25.3.1930 | Weimarer Republik

25.3.1930 | Am 27. März 1930 zerbricht die letzte Große Koalition der Weimarer Republik, die Regierung unter dem sozialdemokratischen Reichskanzler Hermann Müller.

Vor Ende der Großen Koalition: Debatte über "Probleme des Parlamentarismus" | 25.3.1930 | Weimarer Republik

Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess in Originaltönen

Von November 1945 bis Oktober 1946 saßen die führenden Nationalsozialisten auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofs, den die Alliierten eingerichtet hatten. Filme wurden im Gerichtssaal gezeigt, Augenzeugen kamen zu Wort. Auch der Rundfunk berichtete. Damit war der Prozess ein Stück Mediengeschichte. Christoph König im Gespräch mit Prof. Peter Steinbach, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin (SWR 2016) Alle Originaltöne und mehr zur Sendung: http://swr.li/nuernberg-kriegsverbrecherprozess Mehr zum Archivradio: archivradio.de Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@Archivradio

Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess in Originaltönen

Kommentar Markus Wolf: "Weltgericht hat Urteil gefällt" | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Markus Wolf (1923 - 2006) ist vor allem als DDR-Spion bekannt. Zu Kriegszeiten lebte er im Exil in der Sowjetunion. 1945/46 war er als Berichterstatter beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher akkreditiert. Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen.

Kommentar Markus Wolf: "Weltgericht hat Urteil gefällt" | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Journalisten aus den Siegermächten kommentieren Nürnberger Urteil | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Im deutschen Radio kommen auch Reporter aus dem Ausland zu Wort, in diesem Fall Robert Cooper von der Londoner Times, Dominique Auclair vom Pariser Figaro und Victor Bernstein vom amerikanischen Magazin P.M.

Journalisten aus den Siegermächten kommentieren Nürnberger Urteil | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Umfrage nach der Urteilsverkündung im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Nach der Verkündung des Urteils am 1. Oktober 1946 befragt ein Reporter von Radio München Passanten, Schüler und Fabrikarbeiter und diskutiert mit ihnen über das Ausmaß der Strafen und die Schuld der Generäle.

Umfrage nach der Urteilsverkündung im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Nürnberger Prozesse: Reportage aus dem Gerichtssaal | 1.10.1946

Ausschnitt aus einer Reportage aus dem Gerichtssaal live von der Urteilsverkündung gegen die Hauptkriegsverbrecher. Am Mikrofon beschreiben Andreas Günther und Gregorvon Rezzori das Geschehen im Saal und die Reaktion der Angeklagten.

Nürnberger Prozesse: Reportage aus dem Gerichtssaal | 1.10.1946

Verkündung der Strafen im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer werden 12 der 24 Angeklagten zum Tode verurteilt. Die Urteilsverkündung in Nürnberg dauerte Stunden. Für die Zusammenfassungen in den einzelnen Rundfunkanstalten wurde diese Kurzfassung angefertigt und die Pausen zwischen den einzelnen Angeklagten entfernt. | Nürnberger Prozesse

Verkündung der Strafen im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Albert Speers Schlusswort: "Die Welt wird aus Krieg lernen" | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse

Albert Speer sieht im Nürnberger Prozess einen Beitrag dazu, Kriege in Zukunft zu verhindern. Nur knapp entgeht er einem Todesurteil.

Albert Speers Schlusswort: "Die Welt wird aus Krieg lernen" | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse

Hermann Görings Schlusswort: Nummer zwei gibt sich ahnungslos | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse

Herrmann Göring bleibt bis zum Ende bei seiner Version der Geschichte: Er habe nichts vom Massenmord an den Juden gewusst und keinen Krieg gewollt.

Hermann Görings Schlusswort: Nummer zwei gibt sich ahnungslos | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse

Rudolf Heß bereut nichts | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse

Der ehemalige Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß erklärt in seinem Schlusswort, weshalb er das Gericht nicht anerkennt. Er stellt sich als gottesfürchtigen Christen dar. Er bereue nichts. Heß wird in zwei von vier Anklagepunkten für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verbrachte den Rest seines Lebens im alliierten Militärgefängnis Berlin-Spandau, wo er sich 1987 das Leben nahm.

Rudolf Heß bereut nichts | 31.8.1946 | Nürnberger Prozesse

US-Chefankläger Robert H. Jackson hält sein Schlussplädoyer | 26.7.1946 | Nürnberger Prozesse

US-Chefankläger Robert Jackson verliest sein Schlussplädoyer und nutzt es zu einer pointierten Abrechnung mit den Angeklagten, die von nichts gewusst haben wollen. | Nürnberger Prozesse

US-Chefankläger Robert H. Jackson hält sein Schlussplädoyer | 26.7.1946 | Nürnberger Prozesse

Generaloberst Alfred Jodl wird verhört | 7.6.1946 | Nürnberger Prozesse

7.6.1946 | Wie viele seiner Mitangeklagten will Alfred Jodl von der Judenvernichtung nichts gewusst haben. Hitler sei für ihn ein Scharlatan gewesen. Warum er ihm dann gefolgt sei, will der Ankläger wissen. | Nürnberger Prozesse

Generaloberst Alfred Jodl wird verhört | 7.6.1946 | Nürnberger Prozesse

Ehemaliger Lagerkommandant Rudolf Höß über Auschwitz | 15.4.1946 | Nürnberger Prozesse

Kurt Kauffmann, der Verteidiger von Ernst Kaltenbrunner, verhört Rudolf Höß, der von 1940 bis 1943 Lagerkommandant von Auschwitz war. Höß spricht offen über die Ankunft der Züge mit den Gefangenen, ihre Aufteilung in Zwangsarbeit oder Tod in der Gaskammer. Rudolf Höß, geboren am 25. November 1901 in Baden-Baden und aufgewachsen in Mannheim, wurde am 25. Mai 1946 den polnischen Behörden überstellt. Das Oberste Nationale Tribunal Polens verurteilte ihn am 2. April 1947 in Warschau zum Tode. Rudolf Höß wurde am 16. April 1947 in Auschwitz vor seiner ehemaligen Residenz mit Blick auf das Lager erhängt. Nürnberger Prozesse

Ehemaliger Lagerkommandant Rudolf Höß über Auschwitz | 15.4.1946 | Nürnberger Prozesse

Tipp: Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen

Vor 80 Jahren, im November 1945, haben in Nürnberg die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher der Nazizeit begonnen. Zum ersten Mal wurde dort Gerechtigkeit auf einer internationalen Ebene verhandelt und gleichzeitig der Grundstein für das moderne Völkerstrafrecht gelegt. Das Dokudrama "Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen" erzählt dieses geschichtliche Ereignis durch die Augen von zwei Überlebendenden des Konzentrationslagers Auschwitz. Die Nürnberger Prozesse sind auch ein großes Thema im History-Podcast "Alles Geschichte": In zwei besonderen Staffeln geht es um die Psyche der Angeklagten und um das dramatische Leben der polnischen Hauptzeugin Seweryna Szmaglewska.

Tipp: Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen

Gerichtsdrama um US-Präsidentenwahl Bush vs. Gore | Herbst 2000

Am 7.11.2000 wählen die US-Bürger einen Präsidenten. Am 12.12. entscheidet ein Gericht, dass George W. Bush der Sieger ist und nicht Al Gore.

Gerichtsdrama um US-Präsidentenwahl Bush vs. Gore | Herbst 2000

Ernst Kaltenbrunner will nichts von Gaskammern gewusst haben | 11.4.1946 | Nürnberger Prozesse

Ernst Kaltenbrunner, der Chef des Sicherheitshauptamtes und des Sicherheitsdienstes wird von seinem Verteidiger Kurt Kauffmann befragt. Er behauptet, niemals eine Gaskammer gesehen zu haben, auch nicht bei einem Besuch im KZ Mauthausen, von dem es einen Beweis gibt.

Ernst Kaltenbrunner will nichts von Gaskammern gewusst haben | 11.4.1946 | Nürnberger Prozesse

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und seine inneren Kämpfe | 8.4.1946 | Nürnberger Prozesse

Wilhelm Keitel war Generalfeldmarschall und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Alle Befehle hat er stets befolgt, obwohl er mit seiner inneren Stimme kämpfen musste, wie er vor Gericht sagt. | Nürnberger Prozesse

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und seine inneren Kämpfe | 8.4.1946 | Nürnberger Prozesse

Hermann Göring im Verhör | 20.3.1946 | Nürnberger Prozesse

US-Ankläger Robert Jackson verhört Herrmann Göring. Es geht um ein Dokument zur Enteignung der jüdischen Bevölkerung, das Görings Unterschrift trägt. Hier fällt ein Begriff, der im Zentrum der nationalsozialistischen Verbrechen steht.

Hermann Göring im Verhör | 20.3.1946 | Nürnberger Prozesse

Hermann Göring wird in Nürnberg vereidigt und erklärt, wie er zur NSDAP kam | 13.3.1946 | Nürnberger Prozesse

Am 13. März 1946 wird Hermann Göring im Nürnberger Prozess vereidigt. Er war unter Adolf Hitler zunächst Reichsluftfahrtminister, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Chef des Reichswirtschaftsministeriums. Und er hatte 1941 den Auftrag erteilt, die "erforderlichen Vorbereitungen" zu einer "Endlösung der Judenfrage" zu treffen. Zunächst wird er ausführlich zu seiner Person befragt. In den ersten 15 Minuten schildert er sein Leben von seiner Geburt 1893 in Rosenheim über seine frühe Sozialisierung bis zu seinem Eintritt in die NSDAP 1922. Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv Nürnberger Prozesse

Hermann Göring wird in Nürnberg vereidigt und erklärt, wie er zur NSDAP kam | 13.3.1946 | Nürnberger Prozesse

Hans Cappelen berichtet über die Gestapo-Folter | 29.1.1946 | Nürnberger Prozesse

29.1.1946 | Als Zeugen für die Verbrechen der Nazis kommen auch die Opfer zu Wort wie zum Beispiel der Norweger Hans Cappelen. Er war erst Gefangener der Gestapo und später im KZ Buchenwald. Er berichtet vor den Augen der Welt von den unmenschlichen Foltermethoden seiner Peiniger. Die wichtigsten Passagen werden im Radio gekürzt übertragen. | Nürnberger Prozesse

Hans Cappelen berichtet über die Gestapo-Folter | 29.1.1946 | Nürnberger Prozesse

US-Korrespondentin Erika Mann über den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess | 19.12.1945

Erika Mann, Tochter von Thomas Mann, lebte erst im Exil in der Schweiz und emigrierte dann in die USA. Im Krieg berichtet sie für britische und amerikanische Medien. Im Interview mit einem deutschen Kollegen schildert sie ihre Eindrücke von den Angeklagten im Gefängnis und aus dem Gerichtssaal.

US-Korrespondentin Erika Mann über den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess | 19.12.1945

21 Angeklagte bekennen sich "nicht schuldig | 21.11.1945 | Nürnberger Prozesse

21.11.1945 | Einen Tag nach Beginn der Verhandlung treten die Angeklagten nacheinander ans Mikrofon. Den Anfang macht Hermann Göring. Alle bekennen sich für "nicht schuldig".

21 Angeklagte bekennen sich "nicht schuldig | 21.11.1945 | Nürnberger Prozesse

Kommentar Fritz Eberhard: "Atombombe und Nürnberger Prozess prägen die Lage" | 24.11.1945 | Nürnberger Prozesse

24.11.1945 | Fritz Eberhard (1896 - 1982) war der Vorsitzende des beratenden Komitees der deutschen Mitarbeiter von Radio Stuttgart und von 1949 bis 1958 Intendant des Süddeutschen Rundfunks. Der Sozialdemokrat war während der NS-Herrschaft im Widerstand und musste 1937 auswandern. In seinem Kommentar mahnt er: Im Nürnberger Prozess geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern vor allem um die Zukunft. Die Welt müsse aus dem jüngsten Krieg lernen und nicht ein neues Wettrüsten beginnen – gerade auch angesichts der Zerstörungskraft der Atombombe. | Nürnberger Prozesse

Kommentar Fritz Eberhard: "Atombombe und Nürnberger Prozess prägen die Lage" | 24.11.1945 | Nürnberger Prozesse

Umweltministerin Angela Merkel über ökologische Marktwirtschaft

17.10.1995 | Die Ressourcen der Erde sind endlich. Wer Treibhausgase ausstößt, soll dafür einen Preis zahlen. Und das Bruttosozialprodukt, so wie es definiert ist, sagt wenig über den tatsächlichen Wohlstand einer Gesellschaft. Diese Aussagen klingen heute für viele banal, aber das waren sie 1995 noch nicht, als Angela Merkel als Bundesumweltministerin eine CDU-interne Arbeitsgruppe leitete, die sich Gedanken darüber machte, welche Rolle Ökologie in einer sozialen Marktwirtschaft spielen sollte. Sie spricht darüber auf dem CDU-Parteitag am 17. Oktober 1995.

Umweltministerin Angela Merkel über ökologische Marktwirtschaft

Aktionsbündnis "Amoklauf Winnenden" schreddert “Killerspiele”

17.10.2010 | Das Aktionsbündnis "Amoklauf Winnenden" sammelt im Oktober 2010 in Stuttgart sogenannte Killerspiele in einem Container. Das Bündnis will damit symbolisch gegen Gewalt in der Gesellschaft vorgehen. Doch passionierte Computerspieler wehren sich gegen die Aktion. Sie fühlen sich missverstanden und pauschal verurteilt. | Amoklauf von Winnenden 2009 | archivradio.de

Aktionsbündnis "Amoklauf Winnenden" schreddert “Killerspiele”

Videoaufzeichnung mit dem entführten Hanns Martin Schleyer | 15.10.1977

Der entführte Hanns Martin Schleyer fleht in einer RAF-Videobotschaft um Hilfe.

Videoaufzeichnung mit dem entführten Hanns Martin Schleyer | 15.10.1977

Flugzeugentführung steht in Zusammenhang mit Schleyer-Entführung | 14.10.1977

Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" gerät in eine dramatische Phase. Der Pressesprecher der Bundesregierung beendet die Nachrichtensperre. | RAF

Flugzeugentführung steht in Zusammenhang mit Schleyer-Entführung | 14.10.1977

Endlich frei – Spätheimkehrer kommen im Lager Friedland an | 8. bis 11.10.1955

Mehr als 10 Jahre nach Kriegsende kommen rund zehntausend Kriegsgefangene, aber auch zivilinternierte Frauen und Kinder aus sowjetischer Gefangenschaft frei.

Endlich frei – Spätheimkehrer kommen im Lager Friedland an | 8. bis 11.10.1955

Deutschland ist kriegsschuldenfrei | 1.10.2010

Gebietsabtretungen, Demilitarisierung und vor allem: ein Riesenberg an Reparationszahlungen – das war der Preis, den Deutschland nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg zahlen musste. Was die Schulden betrifft, hat es fast hundert Jahre gedauert, bis diese abgezahlt waren. Am 1. Oktober 2010 schließlich war es so weit.

Deutschland ist kriegsschuldenfrei | 1.10.2010

Der Moment der Wiedervereinigung | 3.10.1990

Es ist Mitternacht: Auf dem Platz der Republik läuten die Glocken und dann spricht Bundespräsident Richard von Weizsäcker die ersten Worte zum wiedervereinigten Deutschland. Obwohl fast alle Rundfunkanstalten diesen Moment übertrugen, ist er nur in den wenigsten archiviert. Bemerkenswert auch: Nach der kurzen Ansprache Weizsäckers hört man ihn noch sagen "Jetzt muss die Nationalhymne kommen". Nach den ersten Tönen ermuntert ihn Hannelore Kohl noch: "Sag was zur Hymne." Doch dabei bleibt es. Nach der Nationalhymne ist dieser "offizielle Teil" erledigt.

Der Moment der Wiedervereinigung | 3.10.1990

Großalarm überall – Die Rolling Stones touren erstmals durch Deutschland

14.9.1965 | Am 11. September 1965 beginnt die erste Deutschland-Tournee der Rolling Stones. Düsseldorf, München, Hamburg: Wo immer die Stones hinkommen, ist die Polizei im Großeinsatz. Auch der Rundfunk berichtet von dieser "Bedrohung der öffentlichen Ordnung", von den "Lärm-Millionären" den "langhaarigen Sängern, die keine anständige Kleidung kennen". Es sei "wie in einem Irrenhaus". Ein Jugendpsychologe erklärt das Phänomen als Reaktion auf das städtische Leben, wo den Jugendlichen Grenzen gesetzt sind, sodass sie auch mal Dampf ablassen müssten. In der Musikgeschichte gäbe es jetzt einen Bruch, der Rhythmus habe die Führung übernommen.

Großalarm überall – Die Rolling Stones touren erstmals durch Deutschland

Adenauer in Moskau – Bundesrepublik und UdSSR nehmen diplomatische Beziehungen auf | 14.9.1955

Im September 1955 reist Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau. Er verhandelt dort über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion. In Bonn, auch in Adenauers CDU, ist dieser Schritt umstritten und wird mit großer Skepsis betrachtet. Diplomatische Beziehungen ausgerechnet mit der sowjetischen Diktatur, die aus Bonner Sicht den Osten Deutschlands, die DDR, vereinnahmt und so der Wiedervereinigung im Weg steht. Doch es ist, zwei Jahre nach dem Tod Stalins, in der Zeit des Tauwetters der Versuch einer Annäherung. Am Ende des Besuchs in Moskau, am frühen Morgen des 14. Septembers 1955, lädt Adenauer zu einer kurzen Pressekonferenz, bevor er mit der Delegation zurückfliegt. Wie außergewöhnlich der Moskauer Besuch war, wird auch in der anschließenden ausführlichen Reportage vom Abflug deutlich, wo Adenauer auf dem Flugfeld noch eine Erklärung abgibt. Am selben Tag kommentiert im DDR-Rundfunk Karl-Eduard von Schnitzler den Moskau-Besuch des Bundeskanzlers, wie üblich mit scharfer, hämischer Kritik am Bundeskanzler und unverhohlener Sympathie für Moskau. Adenauer hat auf der Pressekonferenz in Moskau erklärt, dass die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion nichts an der Haltung gegenüber der DDR ändert, in der die Bundesrepublik nach wie vor keinen eigenständigen Staat sieht. Moskau wieder sieht das erwartungsgemäß anders und gewährt der DDR wenige Tage später volle Souveränität – zumindest auf dem Papier. Am 22. September 1955 stimmt der Bundestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Moskau zu. Adenauer bekräftigt im Bundestag noch einmal die Haltung der Bundesrepublik und formuliert das, was später die Hallstein-Doktrin heißen sollte: Demnach sieht sich die Bundesregierung als alleinige Vertretung des deutschen Volkes und wenn ein anderes Land mit Ost-Berlin diplomatische Beziehungen aufnehmen sollte, werte die Bundesregierung das als unfreundlichen Akt.

Adenauer in Moskau – Bundesrepublik und UdSSR nehmen diplomatische Beziehungen auf | 14.9.1955

Das Wrack der "Titanic" wird gefunden | 8.9.1985

8.9.1985 | 1912 ist das damals größte Passagierschiff der Welt, die "Titanic", auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York. Im Nordatlantik, südlich von Neufundland, schrammt es einen Eisberg. Das Schiff läuft voll Wasser, drei Stunden später ist es gesunken. Mehr als 1.500 Passagiere kommen ums Leben. Lange gilt der Dampfer als verschollen, doch 73 Jahre später, im September 1985, wird das Wrack gefunden.

Das Wrack der "Titanic" wird gefunden | 8.9.1985

Der Gotthard-Straßentunnel wird eröffnet – die damals längste Röhre der Welt | 5.9.1980

Italien war schon immer ein begehrtes Reiseziel für die Deutschen. Mit der Eröffnung des Gotthard-Straßentunnels rückte Italien noch näher – jedenfalls dann, wenn es keinen Stau vor dem Tunnel gab. Aber auch innerhalb der Schweiz erleichterte der Tunnel den Transport und Verkehr zwischen der Zentralschweiz und dem italienischsprachigen Tessin. Heute ist der Tunnel selbstverständlich. Am 5. September 1980 war es im wahrsten Sinne ein Durchbruch.

Der Gotthard-Straßentunnel wird eröffnet – die damals längste Röhre der Welt | 5.9.1980

Sonderzug mit Flüchtlingen kommt in München an – Beginn der "Flüchtlingskrise" 2015/2016 | 5. und 6.9.2015

Sommer 2015: Der Krieg in Syrien treibt Menschen in die Flucht. Über die sogenannte Balkanroute ziehen sie in die EU – zusätzlich zu vielen anderen, die schon all die Jahre regelmäßig aus Südosteuropa kommen. Die deutschen Kommunen organisieren Hilfe und Unterkünfte. Gleichzeitig stoßen die Asyl- und Ausländerbehörden bald an Grenzen bei der Bearbeitung der vielen Fälle. Am 31. August 2015 gibt Bundeskanzlerin Merkel eine Pressekonferenz, auf der ihr berühmter Satz fällt: "Wir schaffen das!" – Wie sie das genau gemeint hat, wird klar, wenn man sich das gesamte Statement anhört – ebenfalls hier im Archivradio. Dann folgen dramatische Tage. In Budapest kommen immer mehr Geflüchtete an, die Regierungschef Viktor Orbán aber nicht aufnehmen will. Österreich und Deutschland entscheiden daraufhin, ihre Grenzen offen zu lassen. Das bedeutet im Ergebnis, dass in den Folgetagen tausende Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die ersten von ihnen kommen am 5. September 2015 in einem Sonderzug in München an und werden teils mit Applaus willkommen geheißen. Angela Merkel: "Wir schaffen das!" | 31.8.2015 https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:22c6a802f0b67859/

Sonderzug mit Flüchtlingen kommt in München an – Beginn der "Flüchtlingskrise" 2015/2016 | 5. und 6.9.2015

Der Einigungsvertrag | 31.8.1990

Der Wille war da, aber der Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR war kein Selbstläufer. Es wurde gerungen und brauchte einige Anläufe, bis am 31. August 1990 die Wiedervereinigung schriftlich besiegelt wurde. Die schwierigsten Verhandlungsthemen waren: Der Umgang mit den Stasi-Unterlagen und die Frage der Abtreibung.

Der Einigungsvertrag | 31.8.1990

Angela Merkels "Wir schaffen das!" im Kontext | 31.8.2015

"Wir schaffen das!" – Auf diesen Satz wird Angela Merkels Pressekonferenz am 31. August 2015 oft reduziert. Wir schaffen das – eigentlich war es Wolfgang Schäuble, der den Satz am Tag zuvor in der "Bild am Sonntag" fallen ließ. Aber Merkel hat ihn nun mal gesagt, als Kanzlerin, innerhalb einer 15-minütigen Stellungnahme zur damaligen Situation, als insbesondere infolge des syrischen Bürgerkriegs immer mehr Flüchtlinge in die EU und nach Deutschland kamen. Hier die gesamte Rede.

Angela Merkels "Wir schaffen das!" im Kontext | 31.8.2015

NATO startet ersten Kriegseinsatz in Europa gegen bosnische Serben | 30.8.1995

Mitte der 1990er-Jahre ist das ehemalige Jugoslawien schon weitgehend zerfallen. Die serbische Führung in Belgrad versucht jedoch, so viel Territorium wie möglich unter der eigenen Kontrolle zu behalten. Im Sommer 1995 liegt der Fokus auf Bosnien-Herzegowina. Die Republik hatte 1992 ihre Unabhängigkeit erklärt, woraufhin bosnische Serben die Hauptstadt Sarajevo jahrelang belagern. Der Krieg wird immer brutaler. Im Juli 1995 kommt es zum Massaker von Srebrenica, dessen Ausmaß allerdings nur langsam bekannt wird. Parallel laufen unter internationaler Vermittlung Friedensverhandlung, die aber zu nichts führen. Am 28. August 1995 beschießen die bosnischen Serben auch Sarajevo mit Granaten. Das ist der Punkt, an dem sich die NATO dazu entschließt, in den Krieg einzugreifen. Am 30. August 1995 beschießt sie mehrere serbische Stellungen in Bosnien-Herzegowina. Es ist der erste Kriegseinsatz der NATO in Europa.

NATO startet ersten Kriegseinsatz in Europa gegen bosnische Serben | 30.8.1995

Spionagefall Tiedge – Hochrangiger Verfassungsschützer läuft in DDR über | 23. bis 25.8.1985

Im Archivradio gibt es schon eine Reihe von Aufnahmen, die mit Spionagefällen im Kalten Krieg zwischen der DDR und der Bundesrepublik zu tun haben. Der Fall Tiedge ist einer der letzten großen Fälle. Er spielt 1985, vier Jahre vor dem Mauerfall. Hansjoachim Tiedge war Regierungsdirektor im Bundesamt für Verfassungsschutz. Fast 20 Jahre lang hat er für das Amt gearbeitet. Er war für die Spionageabwehr gegen die DDR zuständig, also dafür, DDR-Spione zu enttarnen. Am 22. August 1985 verschwindet er spurlos. Gerüchte über einen Suizid machen die Runde. Einen Tag später, am 23. August 1985, erfährt die Bundesregierung quasi aus der DDR-Presse, dass Tiedge in die DDR übergelaufen ist und dort um Asyl gebeten hat. Ein Schock, denn Tiedge kennt das Innenleben des Verfassungsschutzes bestens, ebenso die bundesdeutschen Agenten in der DDR, die er jetzt verraten könnte. Und möglicherweise, das wird jetzt klar, gibt es einen Zusammenhang zwischen seinem Überlaufen und dem Verschwinden einiger Sekretärinnen in bundesdeutschen Ämtern und Ministerien. Das alles kommt an diesem 23. August 1985 in der Berichterstattung zur Sprache. Zwei Tage später gibt es weitere Informationen über den übergelaufenen Regierungsdirektor: Die "Bild"-Zeitung will erfahren haben, dass Tiedge bereits seit zwei Jahren für die DDR arbeitet. Die Verantwortung für die Affäre übernimmt schließlich Heribert Hellenbroich. Er war als ehemaliger Präsident des Verfassungsschutzes viele Jahre lang Tiedges Chef und hatte erst vor Kurzem seinen neuen Posten als Chef des Bundesnachrichtendienstes angetreten. Von diesem Amt tritt er nun zurück. Er hatte von Tiedges Problemen gewusst, aber nichts unternommen. Hansjoachim Tiedge wird in der DDR gut behandelt. Er nimmt den Namen Helmut Fischer an, lebt in einem großen Haus und promoviert an der Humboldt-Universität. Thema seiner Dissertation: "Die Arbeit des Bundesamts für Verfassungsschutz". Kurz nach der Wende wird Tiedge von einem ARD-Journalisten aufgespürt. Bevor er gefasst werden kann, wird er vom KGB nach Moskau ausgeflogen. Dort lebt er bis zu seinem Tod 2011.

Spionagefall Tiedge – Hochrangiger Verfassungsschützer läuft in DDR über | 23. bis 25.8.1985

UMTS-Versteigerung – Schnell mal 100 Milliarden für den Finanzminister | 10. bis 17.8.2000

Im Jahr 2000 bietet sich dem Bund die seltene Gelegenheit, durch eine Versteigerung mit einem Schlag fast 100 Milliarden Mark zusätzlich einzunehmen. Versteigert werden: Die UMTS-Mobilfunkfrequenzen. UMTS – das war der Mobilfunkstandard 3G, damals noch das Schnellste, was es gibt. Mit diesem Standard werden einfache internetfähige Handys massentauglich. In ganz Europa werden die Frequenzen versteigert. In Deutschland reibt sich Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) die Hände. Er fährt damals einen rigiden Sparkurs – Schuldenabbau ist oberstes Ziel. Und die Bundesrepublik ist wegen der Ausgaben für die Wiedervereinigung hoch verschuldet. Die Versteigerung beginnt am 31. Juli 2000. Die Gebote laufen in Mainz zusammen, bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, dem Vorgänger der Bundesnetzagentur. Nach 10 Tagen liegen die Gebote schon bei 47 Milliarden D-Mark. Eine Woche später ist die Auktion vorbei und die Summe hat sich mehr als verdoppelt. Finanzminister Eichel kann sich am Ende auf 98,8 Milliarden Mark freuen. Er deutet daraufhin die Abkürzung UMTS spaßeshalber um in „Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden“ – denn genau darauf beharrt er. Das Geld soll direkt in den Schuldenabbau gehen. Die Mobilfunkbetreiber haben die hohen Summen nicht flüssig – deshalb macht sich die Versteigerung auch am Kapitalmarkt bemerkbar.

UMTS-Versteigerung – Schnell mal 100 Milliarden für den Finanzminister | 10. bis 17.8.2000

Rückzug aus dem Gazastreifen – Israel räumt Siedlungen | 15. und 16.8.2005

Bis 2005 lebten im Gazastreifen mehr als 8.000 jüdische Siedler in mehr als 20 Siedlungen. 2004 kündigt Ministerpräsident Ariel Scharon an, diese Siedlungen räumen zu lassen. Ausgerechnet er, der einst einer der Väter der Siedlerbewegung war. Offiziell begründet Scharon die Entscheidung damit, dass es im Gazastreifen keine Chance auf eine jüdische Mehrheit geben kann. Außenpolitisch verkauft er es auch als Zugeständnis im israelisch-palästinensischen Friedensprozess. Viele deuten es aber so, dass Scharon glaubt, dass Israel nicht alle Siedlungen wird behalten können. Und dass er Gaza aufgibt, um umso mehr an den Siedlungen im Westjordanland festzuhalten. Seine Entscheidung ist jedenfalls in seinem Kabinett umstritten. Scharons Finanzminister – der spätere Regierungschef Benjamin Netanjahu – tritt aus Protest gegen die Entscheidung zurück, und zwar kurz bevor die Räumung am 15. August 2005 beginnt. An jenem Tag sendet SWR1 diese Hintergrundsendung. Sie zeigt den Widerstand der Siedler, aber auch, wie Experten damals den Abzug aus Gaza eingeschätzt haben. Es folgt eine Reportage vom 16. August 2005. Korrespondent Ralf Borchard schildert auch hier die heftigen Proteste einiger Siedler.

Rückzug aus dem Gazastreifen – Israel räumt Siedlungen | 15. und 16.8.2005

"We don't mind about 100.000 Japs": Otto Hahn irritiert über Reaktion eines Engländers auf Hiroshima | August 1945

Der Chemiker Otto Hahn erfährt vom Atombombenabwurf in Hiroshima als Gefangener in einem britischen Internierungslager. Dort saß er zusammen mit anderen hochrangigen deutschen Naturwissenschaftlern wie Carl Friedrich von Weizsäcker. Später erinnert er sich an diesen Moment im August 1945.

"We don't mind about 100.000 Japs": Otto Hahn irritiert über Reaktion eines Engländers auf Hiroshima | August 1945

Werner Heisenberg: Präsentation der "Weltformel" | Juli 1959

1927 formulierte Werner Heisenberg die Unschärferelation und schuf damit eine Grundlage der Quantenmechanik. Sie besagt, dass Physiker beim Messen von Teilchen an grundsätzliche Grenzen stoßen. Auf der Lindauer Nobelpreisträgertagung stellt Heisenberg seine "Weltformel" vor.

Werner Heisenberg: Präsentation der "Weltformel" | Juli 1959

Meilenstein für "Damenfußball" – Deutsche Frauen gewinnen Fußball-EM | 2.7.1989

Reich werden die DFB-Spielerinnen nicht. Ihre Sieg-Prämie: Ein Kaffeeservice! Die Welt musste sich in den 1980er Jahren noch an den Frauen-Fußball gewöhnen. Die erste EM gab es erst 1984, die erste WM sollte erst 1991 stattfinden. Das Bundesdeutsche Team nimmt 1989 zum ersten Mal an der Endrunde teil – und gewinnt gleich das Turnier. Mit dabei sind auch die späteren Bundestrainerinnen Silvia Neid und Martina Voss-Tecklenburg. Trotz dieses Erfolges gibt es dazu nur sehr wenige Berichte in den ARD-Hörfunkarchiven. Das zeigt den niedrigen Stellenwert, den der "Damenfußball", wie er hieß, damals hatte. Die EM findet in der Bundesrepublik statt, das Finale am 2. Juli - einem Sonntag vormittag in Osnabrück. Immerhin wird es im Fernsehen übertragen. Wir hören zunächst eine kurze Zusammenfassung nach dem gewonnenen Finale. Anschließend einen Hintergrundbericht von WDR-Sportreporter Alexander Bleick über die Situation des "Damenfußballs".

Meilenstein für "Damenfußball" – Deutsche Frauen gewinnen Fußball-EM | 2.7.1989

Länder einigen sich: Schulbeginn nach den Sommerferien | 7.11.1964

Wann beginnt das neue Schuljahr? Die NS-Regierung hatte den Schuljahresbeginn 1941 einheitlich auf den September festgelegt. Das änderten die Besatzungsmächte nach dem Krieg. 1948 wurde in den westlichen Besatzungszonen beschlossen, das Schuljahr im Frühjahr beginnen zu lassen, im April, faktisch nach den Osterferien. Eine Ausnahme war Bayern, da blieb es beim Herbst. 1964 gibt es den Wunsch nach einer bundeseinheitlichen Regelung. Es gewinnt die Bayerische Lösung: Schulbeginn im Herbst. Darauf einigen sich die Kultusminister im sogenannten Hamburger Abkommen am 28. Oktober 1964. Eine Woche später erläutert der baden-württembergische Kultusminister Wilhelm Hahn die Gründe. Die Kultusminister hätten sowohl lernpsychologische als auch praktische Erwägungen berücksichtigt. Die wichtigsten Gründe für die Entscheidung: Die Sommerferien sind so lang, dass sie sich als die bessere Zäsur zwischen den Schuljahren eignen. Und: Die Länder passten sich mit der Einigung an das Ausland an, wo ebenfalls die Herbstlösung dominierte. In den meisten Ländern, die sich umstellten, gab es im Anschluss an die Entscheidung zwei Kurzschuljahre, sodass 1967 die Umstellung vollzogen war.

Länder einigen sich: Schulbeginn nach den Sommerferien | 7.11.1964

Srebrenica vor dem Massaker – Serben nehmen die Stadt ein | 11.7.1995

Das Massaker von Srebrenica 1995 gehört zu den dunkelsten Momenten der Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren. 8.000 Bosniaken wurden ermordet. Für die ARD berichtet damals Anke Mai. Die Sorge vor einem bevorstehenden Massaker spricht sie im Gespräch mit dem SDR schon offen aus.

Srebrenica vor dem Massaker – Serben nehmen die Stadt ein | 11.7.1995

Radio im Zweiten Weltkrieg | Archivradio-Gespräch

Das Radio in der NS-Zeit war Propaganda – aber vor allem war es Unterhaltung. Goebbels wollte, dass die Menschen den Reichsrundfunk hören und nicht die Feindsender. Gelegentlich waren auch beide gleichzeitig zu hören: Wenn etwa die Russen mit eigenen Sendern die Deutschen Radiosendungen störten. Christoph König spricht mit dem Rundfunkhistoriker Prof. Konrad Dussel (SWR 2020) | Alle O-Töne zur Sendung: http://swr.li/radio-wk2 | archivradio.de | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen

Radio im Zweiten Weltkrieg | Archivradio-Gespräch

Bundesanwaltschaft zur Verhaftung von Ulrike Meinhof | 19.6.1972 | RAF

Ulrike Meinhof wurde heute verhaftet. Die Staatsanwaltschaft grübelt über einem verschlüsselten Brief von Gudrun Ensslin an Ulrike Meinhof.

Bundesanwaltschaft zur Verhaftung von Ulrike Meinhof | 19.6.1972 | RAF