SWR Kultur lesenswert - Literatur

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SWR Bestenliste März 2026

Ein vielleicht gar nicht mal so überraschendes Ergebnis lieferte die Bestenliste-Runde im Freiburger Literaturhaus. Werke, die auf die Vergangenheit zurückblicken, führten nicht selten zu hitzigen Diskussionen über die Gegenwart. Meike Feßmann, Eberhard Falcke und Jörg Magenau diskutierten über vier auf der SWR Bestenliste im März verzeichneten Werke. Auf Platz 4 steht ein Buch aus der Friedenauer Presse, nämlich Banines „Liebe ist Dir verboten. Ernst Jünger und ich. Aufzeichnungen 1942-1991“. Die von Alexander Pschera übersetzten, eingeleiteten und herausgegebenen Reflexionen der in Baku geborenen Schriftstellerin führten zur kontrovers beantworteten Frage, wie neben der geistigen Anziehung das erotische Verhältnis, insbesondere ein sexueller Übergriff Jüngers zu bewerten sei. Safae el Khannoussis Roman „Oroppa“ in der deutschen Fassung von Stefanie Ochel wird durchweg gelobt. Das Buch der marokkanisch-niederländischen Autorin, das im Hanser Verlag erschienen ist, steht auf Platz 3 der März-Bestenliste und zeichnet sich vor allem durch eine vielschichtige und zunächst nicht leicht zu lesende Mehrstimmigkeit aus. Trotzdem oder auch gerade deshalb wird es als „Meisterwerk“ gefeiert. Kurios, komisch und surreal ist Dorota Masłowskas Episodenroman „Im Paradies“, den Olaf Kühl für den Rowohlt Berlin Verlag aus dem Polnischen ins Deutsche übertragen hat. Die ästhetischen Mittel der Autorin und das Roman-Etikett werden innerhalb der Jury unterschiedlich bewertet, genau wie die Frage, ob „Im Paradies“ (Platz 2) auch als Gesellschaftsportrait Polens zu lesen sei. Äußerst kritische Anmerkungen gab es zu Judith Hermanns Erinnerungsbuch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit (S. Fischer Verlag). Hermann begibt sich auf Spurensuche in Polen. Dort möchte sie mehr über ihren Großvater erfahren, der Mitglied der SS und mutmaßlich an Verbrechen der Besatzer beteiligt war. Doch die Recherche verläuft im Dunklen. Worum geht es in dem Text? Handelt es sich um eine literarische Familienaufstellung? Wie fügt sich der Besuch der Erzählerin bei der Schwester in Neapel in die Gesamtkonstruktion ein? Welche Rolle spielt der Stil der Autorin bei Einordnung des Buchs? Es wurden viele Fragen gestellt, die zu heftiger Kritik der Jury führten. Ein Buch, das auf Platz 1 der SWR Bestenliste steht, das Publikum nachdenklich stimmt und Debatten über die Gegenwart der Vergangenheit auslöst. Aus den vier Büchern lasen Antje Keil und Sebastian Mirow. Durch den Abend führte Carsten Otte.

SWR Bestenliste März 2026

Safae el Khannoussi: Oroppa | Lesung und Diskussion

Abergel ist eine jüdisch-marokkanische Künstlerin, die aus politischen Gründen Marokko verlassen hat. Nun verschwindet sie spurlos. Eine Gruppe von Menschen macht sich auf die Suche nach ihr, und die Suchenden erzählen dabei die eigenen Geschichten.

Safae el Khannoussi: Oroppa | Lesung und Diskussion

Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit | Diskussion und Lesung

Judith Hermanns Großvater, geboren 1904, starb vor ihrer Geburt. Er war Mitglied der Waffen-SS. Und er war ein Täter. Judith Hermann folgt in ihrem neuen Buch auf tastende Weise den Spuren dieses Mannes.

Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit | Diskussion und Lesung

Dorota Masłowska: Im Paradies | Lesung und Diskussion

Die polnische Autorin verbindet und trennt Figuren unterschiedlichster Milieus auf überraschende und oft schroffe Weise. Die Sprache ist hart, doch manchmal blitzen in der zersplitterten Welt noch Relikte alter Gefühle auf.

Dorota Masłowska: Im Paradies | Lesung und Diskussion

Banine: Liebe ist dir verboten. Ernst Jünger und ich | Lesung und Diskussion

Ernst Jünger ist der vielleicht umstrittenste deutsche Autor des 20. Jahrhunderts. Das nun publizierte Tagebuch der französischen Schriftstellerin Banine eröffnet spannende Einblicke in Jüngers Pariser Zeit während der deutschen Besatzung.

Banine: Liebe ist dir verboten. Ernst Jünger und ich | Lesung und Diskussion

Fleur Jaeggy – Mutmaßliche Leben

In extrem dichten und prägnanten biographischen Erzählungen nähert sich Fleur Jaeggy drei hochbegabten und exzentrischen Autoren der englisch- und französischsprachigen Moderne.

Fleur Jaeggy – Mutmaßliche Leben

Ein Täter als Leerstelle: Judith Hermanns neues Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

In „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ begibt sich Judith Hermann auf die Spuren ihres Großvaters, der als Angehöriger der SS an Verbrechen in Polen beteiligt war. Rezension von Christoph Schröder

Ein Täter als Leerstelle: Judith Hermanns neues Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Ein Land wird erwachsen: Die Gründerjahre der Bundesrepublik

Eine mitreißende Erzählung über die unmittelbare Nachkriegszeit in Deutschland, die bunt und vielfältig war und das Land bis heute prägt.

Ein Land wird erwachsen: Die Gründerjahre der Bundesrepublik

Der alte Schriftsteller und das junge Mädchen

Die 14-jährige Tanja trifft auf einer Ausstellung ihres Vaters einen über 30-jährigen Schriftsteller und hält ihn für ihre große Liebe. Ein Roman nach wahren Ereignissen.

Der alte Schriftsteller und das junge Mädchen

Reise durch ein Land im Wandel mit der USA-Expertin Rieke Havertz

In „Goodbye, Amerika?“ vermisst Journalistin Rieke Havertz das deutsch-amerikanische Verhältnis neu und fragt, was von ihrem eigenen, und unserem, Amerika-Bild geblieben ist.

Reise durch ein Land im Wandel mit der USA-Expertin Rieke Havertz

Neue Bücher von Tomer Gardi, Cihan Acar und Oisín McKenna

Kapitalismus auf zwei Rädern bei Tomer Gardi, eine Prognose zu Favoriten für die Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse und ein Gespräch über Fan Fiction

Neue Bücher von Tomer Gardi, Cihan Acar und Oisín McKenna

Tiefgründig und schelmisch-witzig zugleich – „Liefern“ von Tomer Gardi

Tomer Gardi macht Essenslieferanten zu Chronisten unserer globalisierten Gegenwart – ein Roman über Ausbeutung, Würde und Menschlichkeit im System der Plattformökonomie.

Tiefgründig und schelmisch-witzig zugleich – „Liefern“ von Tomer Gardi

Quälende Ungewissheit: „Casino“ von Cihan Acar

Der Heilbronner Autor Cihan Acar liebt das Spiel mit Widersprüchen. In seinem neuen Roman „Casino“ beschreibt er die fragwürdige Karriere eines Mannes, der seine Familie vor eine unmögliche Entscheidung stellt. Rezension von Silke Arning

Quälende Ungewissheit: „Casino“ von Cihan Acar

„Hitzetage“ von Oisín McKenna: Ein gelungenes, ambitioniertes Debüt

„Hitzetage“ von Oisín McKenna konfrontiert die Zukunftswünsche einer Gruppe junger Londoner mit der harschen Realität einer Großstadt, die ihnen das Überleben zunehmend unmöglich macht. Rezension von Claudia Fuchs

„Hitzetage“ von Oisín McKenna: Ein gelungenes, ambitioniertes Debüt

„Fans holen sich, was in den Geschichten fehlte“ – Lucien Haug über die Macht von Fan Fiction

Fanfiction schreibt große Stoffe um – queerer, feministischer, politischer. Lucien Haug erzählt, warum ihn das berührt und was er mit seinem Fan Fiction Magazin „Danke“ vorhat.

„Fans holen sich, was in den Geschichten fehlte“ – Lucien Haug über die Macht von Fan Fiction

„Ich liege meistens falsch“ – Wunsch-Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse

Am 25. Februar wird die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben. Literaturredakteur Carsten Otte nennt seine Favoriten.

„Ich liege meistens falsch“ – Wunsch-Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse

Gegen den Judenhass. Der Rapper Ben Salomo kämpft gegen Antisemitismus an deutschen Schulen

Der deutsch-israelische Rapper Ben Salomo kämpft gegen den wachsenden Antisemitismus: mit Initiativen, die Schüler aufklären sollen. Seine Erfahrungen an deutschen Schulen schildert er jetzt in einem Buch.

Gegen den Judenhass. Der Rapper Ben Salomo kämpft gegen Antisemitismus an deutschen Schulen

Der Tod des Beamten

Das Leben lässt sich nicht regulieren – diese bittere Einsicht wird dem EU-Beamten Franz Fiala schmerzhaft zuteil. Politische Hoffnungen und private Pläne zerschellen in dieser dunklen Novelle.

Der Tod des Beamten

Vertraglich verbriefte 60-Stunden-Woche

Zwei Jahrzehnte lang war Hu Anyan einer von 300 Millionen chinesischen Wanderarbeitern. In „Ich fahr Pakete aus in Peking“ erzählt er von seinen 19 Jobs im Billiglohnsektor.

Vertraglich verbriefte 60-Stunden-Woche

Versteinerung und Todeshauch: Philipp Theisohn über Conrad Ferdinand Meyer

In einer fesselnden Biografie schildert der Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn Leben und Werk des Schweizer Schriftstellers Conrad Ferdinand Meyer.

Versteinerung und Todeshauch: Philipp Theisohn über Conrad Ferdinand Meyer

Mit neuen Büchern von Norbert Gstrein, Joanna Bator, Ricarda Junge und Pierre Michon

Norbert Gstrein erfindet sich neu und bleibt doch er selbst. Ricarda Junge erlebt das tägliche Schulchaos und findet doch auch Zärtlichkeit. Und Joanna Bator führt durch unheimliche postmoderne Welten.

Mit neuen Büchern von Norbert Gstrein, Joanna Bator, Ricarda Junge und Pierre Michon

Von Frauen mit Fledermausflügeln und anderen Seltsamkeiten

Joanna Bator erzählt 16 Geschichten, die für sich stehen können, aber ineinander verflochten sind. Sie erzählen von Alltäglichem, hinter dem das Unheimliche lauert.

Von Frauen mit Fledermausflügeln und anderen Seltsamkeiten

Ricarda Junge: „Die Schule zeigt nur, was überall gilt: Dauerkrisen ohne Pausen“

Eltern, die die Erziehung an die Schule delegieren. Behörden, die sich hinter Abkürzungen verschanzen: Ricarda Junges Roman „Die schönste Zeit“ erzählt schonungslos von Überforderung auf allen Seiten. Christoph Schröder im Gespräch mit Ricarda Junge

Ricarda Junge: „Die Schule zeigt nur, was überall gilt: Dauerkrisen ohne Pausen“

Die ursprüngliche Kraft des Lesens: Pierre Michons „Wintermythologien“

Jedes Leben gewinnt Bedeutung, wenn man nur von ihm erzählt. In den „Wintermythologien“ erweist sich Pierre Michon einmal mehr als ein Meister der historischen Miniatur. Rezension von Leander Berger

Die ursprüngliche Kraft des Lesens: Pierre Michons „Wintermythologien“

„Polarisierung hilft niemandem"

Der Kultur droht der Rotstift. In Freiburg ist die Lage noch stabil. Katharina Knüppel vom Literaturhaus Freiburg über neue Zielgruppen, Programmplanung und ein Jubiläum im Herbst.

„Polarisierung hilft niemandem"

Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen | Buchkritik

Verdeckte Operationen gegen Deutschland nehmen zu, mutmaßlich gesteuert von Russland, China, Iran oder Nordkorea. Dieses Buch zeigt das ganze Ausmaß des „stillen Kriegs“.

Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen | Buchkritik

Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel | Buchkritik

Die österreichische Autorin Magdalena Schrefel verwebt in „Das Blaue vom Himmel“ Klimapolitik mit persönlicher Leere – zwischen Vater, Tochter und verlorener Mutter.

Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel | Buchkritik

Mit einer Salami-Pizza zurück ins Leben: Notfallseelsorger erzählen von ihren Einsätzen

Was hilft uns, wenn wir in eine Extremsituation geraten? Die beiden Notfallseelsorger Albi Roebke und Lisa Harmann erklären es mit Beispielen aus ihren bewegendsten Einsätzen.

Mit einer Salami-Pizza zurück ins Leben: Notfallseelsorger erzählen von ihren Einsätzen

Lust und Leid – Was Pompeji mit unserer Gegenwart zu tun hat

In „Pompejis letzter Sommer“ erzählt Archäologe Gabriel Zuchtriegel mitreißend vom Leben kurz vor der Katastrophe und davon, wie nah uns diese untergegangene Welt noch ist.

Lust und Leid – Was Pompeji mit unserer Gegenwart zu tun hat

Von Technokratie und Widerstand

In „Das Dream Hotel“ entwirft die marokkanische Autorin Laila Lalami eine düstere Zukunft: Tech-Firmen haben die Macht übernommen und Data-Mining ist die neue Sicherheits-Norm.

Von Technokratie und Widerstand

Poems of Minneapolis

Seit den tödlichen Schüssen in Minneapolis nimmt der Widerstand gegen die Regierung Trump an Fahrt auf. Auch Dichter und Sänger schreiben zunehmend gegen die Razzien der ICE an. Reportage von Ulrich Rüdenauer

Poems of Minneapolis

Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans

Heute sprechen wir über das Stottern. Und hören neue Songs und Lyrik über Minneapolis. Wir begegnen „Alten Meistern“ bei Heinrich Steinfest und im neuen Roman von Stefan Hertmans.

Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans

„Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein?“ - Stefan Hertmans schrieb mit „Dius“ einen Künstlerroman

Anton und Dius sind Freunde. In seinem neuen Roman „Dius“ erzählt Stefan Hertmans die Geschichte einer aufgeladenen Künstlerfreundschaft zwischen Gent und Bergamo.

„Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein?“ - Stefan Hertmans schrieb mit „Dius“ einen Künstlerroman

„Ein wunderbares Geschimpfe über Österreich und die Kunst“

Der österreichische Autor Thomas Bernhard hat Heinrich Steinfest inspiriert. Hier erzählt Steinfest, was er insbesondere an Bernhards Museumsroman „Alte Meister“ schätzt.

„Ein wunderbares Geschimpfe über Österreich und die Kunst“

David van Reybrouck – Die Welt und die Erde

Der Historiker David van Reybrouck plädiert in seinem scharfsichtigen und streitbaren Essay „Die Welt und die Erde“ für einen Paradigmenwechsel in der internationalen Klimapolitik.

David van Reybrouck – Die Welt und die Erde

Hilfsbereitschaft unter Hilfsbedürftigen - Neuer Roman von Stewart O’Nan: „Abendlied“

Vier alte Frauen gründen in den USA einen Club, um anderen Senioren zu helfen. Mit Solidarität setzen sie ein Zeichen gegen gesellschaftliche Spaltung und finden einen neuen Lebenssinn.

Hilfsbereitschaft unter Hilfsbedürftigen - Neuer Roman von Stewart O’Nan: „Abendlied“

Wie Gelassenheit lernen angesichts multipler Krisen?

Wie lässt sich angesichts von Kriegen, Krisen und Katastrophen Gelassenheit bewahren? Kulturwissenschaftler Helmut Lethen geht dem Ganzen in seinem Essay „Stoische Gangarten“ nach.

Wie Gelassenheit lernen angesichts multipler Krisen?

SWR Bestenliste Februar

Traumlogik und Erinnerungsarbeit: Martina Läubli, Judith von Sternburg und Christoph Schröder diskutierten in der Bühler Mediathek vier Werke, die auf der SWR Bestenliste im Februar verzeichnet sind. Auf dem Programm standen mit „Vaim“ der neue Roman von Literaturnobelpreisträger Jon Fosse (Platz 5), mit „Ein Jahr in der Natur“ von Josephine Johnson eine Erstübersetzung aus dem Jahre 1969 (Platz 3), mit „Trag das Feuer weiter“ der Abschluss einer Familientrilogie von Leïla Slimani (Platz 2) und mit „Abschied(e)“ von Julian Barnes ein Buch über Erinnerungsarbeit angesichts des nahenden Todes. Begeistert zeigte sich die Jury von Jon Fosses „Vaim“ in der deutschen Fassung von Hinrich Schmidt Henkel aus dem Rowohlt Verlag. Drei Männer erzählen, eine Frau entscheidet. Fosses Prosa in kapitellangen Sätzen, die von Einsamkeit in der norwegischen Provinz erzählen, von Freundschaften und fatalen Beziehungen, überzeugte selbst einen ehemaligen Kritiker des Autors. Ein Text, getragen von einer melancholischen „Traumlogik“, erklärte Jury-Mitglied Christoph Schröder. Fosse-Kennerin Martina Läubli ordnete die Geschichte, in der am Ende fast alle Figuren gestorben sind, in das Gesamtwerk des Nobelpreisträgers ein. Die bislang jüngste Pulitzer-Preisträgerin wird in Deutschland wiederentdeckt, dank einer hochwertigen Edition in der Anderen Bibliothek. Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur“ in der Übersetzung von Bettina Abarbanell und mit Illustrationen von Andrea Wan wird von der Bestenliste-Jury aber durchaus kontrovers diskutiert. Die Genauigkeit der Naturbeschreibungen, die niemals zu sprachlichen Überhöhungen der Flora und Fauna führen, wird gelobt. Doch die jahreszeitlichen Naturbetrachtungen seien zuweilen etwas erwartbar, sagt Judith von Sternburg. Auch die Schärfe und Aktualität der politischen Analyse ist Gegenstand des Gesprächs, webt die Autorin in ihre Chronik doch immer wieder Kommentare zum damaligen Vietnam-Krieg ein. Je länger der Abend, desto schärfer die Diskussion der Jury. Leïla Slimanis „Trag das Feuer weiter“ in der Übersetzung von Amelie Thoma aus dem Luchterhand Verlag wurde von Judith von Sternburg vorgestellt. Nach der Lesung aus dem Roman, in der es um die Zerrissenheit der Hauptfigur zwischen Marokko und Frankreich ging, kam Christoph Schröder auf die sprachlichen Schwächen zu sprechen. Während Läubli und von Sternburg ein Buch mit ambivalent gezeichneten Figuren gelesen haben wollen, kritisierte Schröder die seiner Meinung nach offensichtliche Schwarz-Weiß-Malerei, den willkürlichen Perspektivwechsel und die auf „Thrill“ angelegte Ästhetik selbst in einer Missbrauchsszene: „An diesem Buch stört mich so gut wie alles.“ Der Spitzenreiter der SWR Bestenliste im Februar ist Julian Barnes vermutlich letztes Buch „Abschied(e)“, das Gertraude Krueger für Kiepenheuer und Witsch ins Deutsche übertragen hat.

SWR Bestenliste Februar

Leïla Slimani - Trag das Feuer weiter

Leïla Slimani ist ein internationaler Literaturstar. Mit ihrem neuen Roman schließt sie ihre autobiografische Trilogie ab. Mia, das Alter Ego, der Autorin, leidet an Brain Fog und reist zurück nach Marokko, in das Land ihrer Herkunft, um sich zu erinnern.

Leïla Slimani - Trag das Feuer weiter

Julian Barnes: Abschied(e)

Am 19. Januar ist Julian Barnes 80 Jahre alt geworden, und „Abschied(e)“ soll sein letztes Buch sein. Behauptet der Autor und verabschiedet sich auf das Eleganteste von seiner Leserschaft: mit einem klugen, fein ironisch gewürzten Text.

Julian Barnes: Abschied(e)

Josephine Johnson - Ein Jahr in der Natur

Josephine Johnson ist bis heute die jüngste Pulitzer-Preisträgerin aller Zeiten. In diesem Buch erzählt sie von ihrem zurückgezogenen Leben in Ohio. Johnson unterzieht die sie umgebende Welt einer anschaulichen und bildstarken Betrachtung.

Josephine Johnson - Ein Jahr in der Natur

Jon Fosse - Vaim

Der Auftakt zu einer Trilogie. Mit 150 Seiten ist der Roman ein schmales und zugleich beeindruckendes Werk. Wenn der Begriff „Traumlogik“ irgendwo seine Berechtigung hat, dann hier. Drei Kapitel, drei Erzählstimmen. Eine Aneinanderreihung unerhörter Ereignisse.

Jon Fosse - Vaim

Liz Moore – Der andere Arthur

Eine Jugendliebe, eine jahrzehntelange Brieffreundschaft. Als Arthur vom Sohn seiner großen Liebe Charlene erfährt, dem „anderen Arthur“, gerät alles ins Wanken.

Liz Moore – Der andere Arthur

Die geheime Kraft der Schwalbenherzen

Besen und lange Nasen sucht man hier vergeblich: Olga Ravn hat mit „Wachskind“ einen beeindruckenden Roman über Hexerei und die Poesie der Zaubersprüche geschrieben.

Die geheime Kraft der Schwalbenherzen

Erinnerungen des großen Historikers Heinrich August Winkler

Mit Studien zur Weimarer Republik und zur „Geschichte des Westens“ schuf Heinrich August Winkler Standardwerke. Nun blickt der Nestor der Geschichtswissenschaft auf sein Leben zurück.

Erinnerungen des großen Historikers Heinrich August Winkler

Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur"

Weit ihrer Zeit voraus war die US-amerikanische Schriftstellerin und Pulitzer-Preisträgerin Josephine Johnson, als sie sich 1969 in der Einsamkeit des Mittleren Westens in die Natur vertiefte. Rezension von Michael Kuhlmann

Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur"

Über guten Journalismus in schwierigen Zeiten

Katrin Eigendorf berichtet meist von dort, wo geschossen wird. In ihrem Buch „Erzählen was ist“ beschreibt sie sehr fesselnd, wie ihre Arbeit in Kampfgebieten aussieht oder wie sie an ihre Informationen kommt. Und sie ordnet ein. Sie glaubt, so mancher Krieg hätte vermieden werden können, wenn die Politik, die deutsche eingeschlossen, besser informiert gewesen wäre. Rezension von Eva Karnofsky

Über guten Journalismus in schwierigen Zeiten

Mit neuen Büchern von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe

Neue Bücher von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe. Außerdem feiern wir E.T.A. Hoffmanns 250. Geburtstag, diskutieren über die neue Verfilmung von „Wuthering Heights“ und sprechen mit Deniz Yücel über Heimat.

Mit neuen Büchern von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe

Denis Pfabe – Die Möglichkeit einer Ordnung

Zehn Jahre lang hat der Autor Denis Pfabe als Gabelstapelfahrer im Baumarkt gearbeitet. In seinem Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung“ schreibt er über das Leben zwischen Regalen voller Schrauben und Glühbirnen. Rezension von Daniel Stender

Denis Pfabe – Die Möglichkeit einer Ordnung

Reden wir über Heimat. PEN Berlin startet Gesprächsreihe in Baden-Württemberg

Unter dem Titel „Ist das noch|schon mein Land?“ lädt der PEN Berlin zu einer umfangreichen Gesprächsreihe in ganz Baden-Württemberg ein. Kristine Harthauer im Gespräch mit Deniz Yücel

Reden wir über Heimat. PEN Berlin startet Gesprächsreihe in Baden-Württemberg

Mirna Funk – Balagan

„Eine jüdische Geschichte im Jahr 2024 hat automatisch eine politische Ebene“ – Mirna Funk über ihren Roman „Balagan. Kristine Harthauer im Gespräch mit Mirna Funk

Mirna Funk – Balagan

Liebe, Moor und ein bisschen BDSM: Warum „Sturmhöhe“ im Kino sexy sein muss

Die neue „Wuthering Heights“-Verfilmung spaltet noch vor dem Erscheinen das Netz. Weshalb Erotik und Streit der Romanvorlage damit treu bleiben.

Liebe, Moor und ein bisschen BDSM: Warum „Sturmhöhe“ im Kino sexy sein muss

E.T.A. Hoffmann - Schauerlich romantisch und unheimlich modern

Er ist einer der meistverfilmten Autoren: E.T.A. Hoffmann hat unendlich viele Spuren hinterlassen – von Fritz Lang bis Harry Potter. Vor 250 Jahren wurde er geboren. Der Literaturprofessor Wolfgang Bunzel nennt E.T.A Hoffmann einen Seismografen, der seiner Zeit voraus war.

E.T.A. Hoffmann - Schauerlich romantisch und unheimlich modern

Barbara Honigmann – Mischka. Drei Porträts

Zwischen Küchendampf und Geheimnissen erinnert sich Barbara Honigmann in „Mischka“ an eine Frau im Moskau der 1960/70er, die ihr die dunklen Seiten des Kommunismus zeigte.

Barbara Honigmann – Mischka. Drei Porträts

Mörderische Teenagerinnen in einer englischen Küstenstadt

Drei Teenagerinnen ermorden in einer englischen Küstenstadt ihre Mitschülerin – das ist bester True-Crime-Stoff. Findet auch der Journalist Alec Z. Carelli. Aber seine Methoden sind nicht lauter – und „Penance“ ist kein True-Crime-Roman. Rezension von Sonja Hartl

Mörderische Teenagerinnen in einer englischen Küstenstadt

Mit Mascha Kaléko durch das Jahr 1956 „Wenn ich eine Wolke wäre. Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens“ von Volker Weidermann

Januar 1956: nach 18 Jahren in New York kehrt Mascha Kaléko nach Deutschland zurück und endet schließlich in Berlin, wo sie in den 20er und 30er Jahren am glücklichsten war.

Mit Mascha Kaléko durch das Jahr 1956 „Wenn ich eine Wolke wäre. Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens“ von Volker Weidermann

Prinzessin liest Proust

Laure Murats Essay erkundet die eigene Familie mithilfe von Proust, und Proust mithilfe der eigenen Familie. Die persönliche Selbstvergewisserung einer Frau, die mit ihrer Herkunft bricht.

Prinzessin liest Proust

Das Unrecht des Stärkeren

Spannend wie ein Thriller: Journalist Can Dündar wird nach einem Artikel über illegale Waffenlieferungen in der Türkei zum Staatsfeind Nummer eins. Jahre später trifft er seinen potenziellen Attentäter.

Das Unrecht des Stärkeren

Raffinierter Roman, grobschlächtiger Sex

Für den Generationenroman „Zeit der Mutigen“ hat Dimitré Dinev den Österreichischen Buchpreis 2025 erhalten. Darin erzählt der 1990 aus Bulgarien nach Österreich geflüchtete Autor die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Rezension von Eeva Aichner

Raffinierter Roman, grobschlächtiger Sex

Passionsgeschichte eines Schriftstellers

Paul hat Pech im Leben und dann scheitert er auch noch mit seinem Roman über Herman Melville. Wie sich all das trotzdem in einen vielschichtigen Erzähltext verwandeln lässt, das zeigt Thomas Lang in „Melville verschwindet“. Rezension von Eberhardt Falcke

Passionsgeschichte eines Schriftstellers

Neue Bücher von Bodo Kirchhoff, Leïla Slimani, Thomas Lang und Dimitré Dinev

Bodo Kirchhoff kreist unermüdlich um die Liebe, Sebastian Guggolz spricht über die Krise des Lesens, und Leïla Slimani schließt die Romantrilogie über die Geschichte ihrer Familie ab.

Neue Bücher von Bodo Kirchhoff, Leïla Slimani, Thomas Lang und Dimitré Dinev

„Trag das Feuer weiter" ist ein Abschluss mit Unbehagen: Letzter Band der Marokko-Trilogie von Starautorin Leïla Slimani

Eine Schriftstellerin verliert ihr Gedächtnis und reist zurück in ihre Heimat Marokko. Leïla Slimanis Trilogie-Finale erzählt von Erinnerung, Familie und dem Leben zwischen zwei Kulturen.

„Trag das Feuer weiter" ist ein Abschluss mit Unbehagen: Letzter Band der Marokko-Trilogie von Starautorin Leïla Slimani

„Man kann die Zahlen nicht schönreden“

Sebastian Guggolz ist der jüngste Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Im Gespräch gibt er Auskunft über seine Pläne.

„Man kann die Zahlen nicht schönreden“

Die alte Dame und ihr Pfleger

Der irische Comedian Graham Norton hat erneut einen Roman geschrieben: „Eine wie Frankie” überzeugt in den Beschreibungen einer Kindheit, rutscht aber allzu oft ins Triviale ab.

Die alte Dame und ihr Pfleger

Must-Read für Anhänger und Kritiker von Verschwörungstheorien

Verschwörungen und Verschwörungstheorien gibt es, seitdem es Politik gibt. In seinem Buch zeigt Michael Butter, warum es wichtig ist, einen differenzierten Blick auf ihre Geschichte und Gegenwart zu werfen.

Must-Read für Anhänger und Kritiker von Verschwörungstheorien

Peter Handke in Dichterparadiesen

Peter Handke auf Bergeshöhen, in italienischen Parks, im Tegernsee, beim Kicken, im Austausch mit Kollegen - so entspannt wie Isolde Ohlbaum hat den Schriftsteller wohl niemand sonst vor die Linse bekommen.

Peter Handke in Dichterparadiesen

Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts

Alexander Clapps Buch „Der Krieg um unseren Müll“ beschreibt in fesselnden Reportagen, dass Abfallentsorgung fast nur Schattenseiten hat und selbst Recycling oft nicht unbedenklich ist.

Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts

„Das Selber-Schreiben wird in den Hintergrund treten“

Der Heidelberger Autor belmonte ist technikaffin und experimentierfreudig. In „Was bleibt von uns, wenn das Wasser kommt“ testet er aktuelle KI und präsentiert maschinelle Texte.

„Das Selber-Schreiben wird in den Hintergrund treten“

Mit neuen Büchern von Tatsuzō Ishikawa, belmonte, Gaspard Kœnig, Ulrike Draesner und Michael Stauffer

Heute schauen wir in die Zukunft. Wir prüfen einen Utopie-Entwurf fürs Jahr 2026 und erfahren mehr über KI-Literatur. Wir suchen Regenwürmer und reisen mit Penelope die Adria hoch.

Mit neuen Büchern von Tatsuzō Ishikawa, belmonte, Gaspard Kœnig, Ulrike Draesner und Michael Stauffer

Leinen los! Ulrike Draesner bereist das Nordmeer

Die Autorin Ulrike Draesner setzt die Segel: Sie reist von Tromsø ins nachtdunkle Nordmeer. Auch ihr neuer Lyrikband erzählt von einer Reise. Er spielt auf „penelopes sch()iff“. Katharina Borchardt im Gespräch mit Ulrike Draesner

Leinen los! Ulrike Draesner bereist das Nordmeer

Hier ist der Wurm drin

Ausgelaugte Böden und verschwindende Regenwürmer sind eine kaum beachtete ökologische Bedrohung. Gaspard Kœnig hat darüber einen klugen, komischen und fesselnden Gesellschaftsroman geschrieben.

Hier ist der Wurm drin

Ein Reich der Frauen

Der Messias wird eine Schwarze Frau sein! Diese Ankündigung löst im Ruanda der 1930er Jahre Euphorie und Unruhen aus. Ein betörender Roman über Glaube, Hoffnung und Widerstandsfähigkeit. Rezension von Sonja Hartl

Ein Reich der Frauen

Krieg – und keiner geht hin? Eine Geschichte der Fahnenflucht

Deserteure – für die einen sind sie mutige Helden der Gewissensfreiheit, für andere Verräter an der Nation. Rolf Cantzen beleuchtet die historische, ethische, juristische und politische Dimension eines Themas, das angesichts der Forderung nach „Kriegstüchtigkeit“ nicht aktueller sein könnte. Rezension von Gerhard Klas

Krieg – und keiner geht hin? Eine Geschichte der Fahnenflucht

Oskar Fiala – ein unbekannter Autor und das Leid der Psyche

Der letztjährige Georg-Büchner-Preisträger Oswald Egger erzählt von seiner Entdeckung des unbekannten Autors Oskar Fiala. Literarisch begabt und zugleich ein Fall für die Psychiatrie geht er seinen Weg der Kreativität als psychisch Erkrankter. Rezension von Andreas Puff-Trojan

Oskar Fiala – ein unbekannter Autor und das Leid der Psyche

SWR Bestenliste Januar

Stilblüten, Schiffskarten und ein Hund namens Semmel – Daniela Strigl, Beate Tröger und Hubert Winkels diskutierten im Karlsruher Prinz-Max-Palais vier auf der SWR Bestenliste im Januar verzeichnete Werke. Auf dem Programm standen Nava Ebrahimis Roman „Und Federn überall“ (Luchterhand Literaturverlag), der Gedichtband „Portolan“ von Daniela Danz (Wallstein Verlag), Eva Schmidts Roman „Neben Fremden“ (Jung & Jung Verlag) und László Krasznahorkais Roman „Zsömle ist weg“ in der deutschen Fassung von Heike Flemming (S. Fischer Verlage). Die Jurydiskussion beginnt mit einer Kontroverse: Während Hubert Winkels die Konstruktion des Romans „Und Federn überall“ (Platz 4) lobte, war Beate Tröger über die Fülle der Stilblüten im Text verärgert. Daniela Strigl lobte zwar manche Figurenentwicklung und die Dialoge, sprach aber auch von einer inhaltlichen Überfrachtung in Ebrahimis Buch, das von Massentierhaltung, stupiden Arbeitsabläufen, prekären Lohnverhältnissen, zerbrochenen Familien, deutsch-polnischer Vergangenheit, gegenwärtiger Migration und der Erinnerungskultur handelt. Die Jury begab sich mit dem Gedichtband „Portolan“ auf vergangene und neue Seewege (Platz 3). Die anspielungsreiche Lyrik von Daniela Danz beschäftigt sich der globalisierten Frachtschifffahrt genauso wie mit den Möglichkeiten der Zerstreuung und Kontemplation, die das Meer und ihr sprachlicher Echoraum bietet. Auch der neue Roman von Eva Schmidt überzeugte das Podium. Die Geschichte der ehemaligen und inzwischen sehr einsamen Krankpflegerin wird einhellig gelobt – wegen der sprachlichen Präzision und der überraschenden Wendungen, die einen Ausweg aus der geschilderten Trostlosigkeit bieten (Platz 2). Den Spitzenplatz der SWR Bestenliste im Januar nimmt der neue Roman des frisch gekürten Literaturnobelpreisträgers ein. In László Krasznahorkais Roman „Zsömle ist weg“ möchte eine Truppe skurriler Monarchisten einen alten Mann, offenbar der Spross einer jahrhundertealten Adelslinie, zum König von Ungarn ausrufen. Die Jury ist von der sprachmächtigen Parodie auf gegenwärtigen (nicht nur ungarischen) Politpopulismus begeistert. Mit Zsömle ist nicht nur eine Semmel gemeint, sondern auch eine Reihe von dahinsiechenden Hunden. So unterhaltsam und komisch sei Krasznahorkai bislang noch nie gewesen, sagte Daniela Strigl, die ein wenig mit der Übersetzung hadert, weil sie an manchen Stellen etwas „bundesdeutsch“ klinge. Beate Tröger lobt hingegen die einfallsreiche und genaue Übertragung aus dem Ungarischen, für die Heike Flemming verantwortlich ist. Aus den vier Büchern lasen Isabelle Demey und Sebastian Mirow. Durch den Abend führte Carsten Otte.

SWR Bestenliste Januar

Nava Ebrahimi: Und Federn überall

Eine Kleinstadt im Emsland. Ein trüber Montagmorgen. Sechs Menschen, deren Wege sich kreuzen, deren Biografien sich für einen Tag überlagern. Sie alle kommen aus ihren sozialen Zwängen und den Prägungen ihrer Herkunft nicht heraus.

Nava Ebrahimi: Und Federn überall

László Krasznahorkai: Zsömle ist weg

Der neue Roman des ungarischen Literaturnobelpreisträgers von 2025: Onkel Jószi könnte der König von Ungarn sein, will aber nur seine Ruhe haben. Dann entdeckt ihn eine Gruppe von Monarchisten, die Ungarn wieder groß machen will.

László Krasznahorkai: Zsömle ist weg

Eva Schmidt: Neben Fremden

Die brillanteste Unterschätzte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Eva Schmidts Romane zeichnen sich durch Beobachtungsgabe und Lebensklugheit aus. Die pensionierte Krankenschwester Rosa bricht in einem Campingbus auf, aber das Ziel steht noch nicht fest.

Eva Schmidt: Neben Fremden

Daniela Danz: Portolan

Daniela Danz lässt in ihren Gedichten die Strömungen der Vergangenheit in die nervöse Gegenwart einfließen. In „Portolan“ fährt Danz die Schifffahrtsrouten der Welt lyrisch nach. Formbewusstsein trifft auf dichterische Freiheit.

Daniela Danz: Portolan

Freuden und Leiden zum Fliegen bringen - Virginia Woolf über Krankheit

Die große britische Autorin Virginia Woolf reflektiert, was Kranksein für sie und uns bedeutet: Der Geist wird schwach und der schmerzende Körper schwingt sich zum Herrscher auf; aber Krankheit ist oft auch Katharsis, mithin Inspiration, Ideen kommen, eine neue Sicht auf die Welt beginnt. Rezension von Brigitte Neumann

Freuden und Leiden zum Fliegen bringen - Virginia Woolf über Krankheit

Sabrina Orah Mark: Happily | Lesung und Diskussion

Wie lebt es sich als Mutter zweier jüdischer schwarzer Kinder in den amerikanischen Südstaaten? Sabrina Orah Mark antwortet mit dem Ernst einer Betroffenen und der Leichtigkeit einer verspielten Satirikerin.

Sabrina Orah Mark: Happily | Lesung und Diskussion

Der unsagbare Krieg: Kamel Daouds neuer Roman „Huris“ | Buchkritik

Mit seinem Roman „Huris“ verleiht der algerische Schriftsteller all denen Stimme, die im algerischen Bürgerkrieg des Schwarzen Jahrzehnts gestorben oder verschwunden sind. Und bricht damit ein Tabu. Rezension von Claudia Kramatschek

Der unsagbare Krieg: Kamel Daouds neuer Roman „Huris“ | Buchkritik

Wenn Geschichte durch Literatur erfahrbar wird

Mit einer Sammlung unterschiedlicher Geschichten erweist sich Autor Artur Becker erneut als großartiger Erzähler. Gespräch mit Christoph Schröder

Wenn Geschichte durch Literatur erfahrbar wird

Und weiter geht´s – Eine Vorschau auf Jubiläen und neue Bücher 2026

Das Literaturjahr 2026 setzt die hochkarätigen Jubiläen fort - SWR Literaturchef Frank Hertweck gibt einen ersten Überblick.

Und weiter geht´s – Eine Vorschau auf Jubiläen und neue Bücher 2026

Tausendseitige Emily-Brontë-Phantasie: Besuch bei der Autorin Anjet Daanje in Groningen

In ihrem preisgekrönten Roman „Das Lied von Storch und Dromedar“ wendet Anjet Daanje Quantenphysik auf Emily Brontë an. Ein Meisterwerk. Besuch bei der Autorin in Groningen. Reportage von Katharina Borchardt

Tausendseitige Emily-Brontë-Phantasie: Besuch bei der Autorin Anjet Daanje in Groningen

Neue Bücher von Anjet Daanje, Artur Becker und eine literarische Vorschau auf das Jahr 2026

Der Grenzgänger Artur Becker mit neuen Erzählungen, Anjet Daanjes gigantisches Lied auf Emily Brontë, die Liste verbotener Bücher und die literarischen Highlights im kommenden Jahr

Neue Bücher von Anjet Daanje, Artur Becker und eine literarische Vorschau auf das Jahr 2026

Ein Jahr der Möglichkeiten: Das war das Literaturjahr 2025

Krise, Kriege, Thomas Mann und Deutscher Buchpreis, warum ein Roman im Konjunktiv gewann und Literatur neue Möglichkeiten eröffnet.

Ein Jahr der Möglichkeiten: Das war das Literaturjahr 2025

Aussortiert und gebannt – immer mehr Bücher stehen auf der „schwarzen Liste“

Die Verbannung von Büchern aus Schulen und öffentlichen Bibliotheken hat in den USA ein extremes Ausmaß angenommen. Vor allem Titel, die sich mit LQBTQ+-Themen, mit Feminismus oder Rassismus beschäftigen, landen auf dem Index. Aber auch Bücher namhafter Autorinnen wie Margaret Atwood oder Toni Morrison sind betroffen. Der Kulturkampf rechter und ultrakonservativer Gruppierungen hat längst auch Deutschland erreicht. Bibliotheken berichten über zerstörte Bücher, Übergriffe und Shitstorms. Doch der Widerstand gegen die Book Bans wächst. Eine Reportage von Nadine Kreuzahler

Aussortiert und gebannt – immer mehr Bücher stehen auf der „schwarzen Liste“

Liebe, Ehr‘ und „water closet“ – Der Anglist Manfred Pfister erforscht die Englische Renaissance

Anglist Manfred Pfister liefert mit dem Roman „Englische Renaissance“ eine umfangreiche und reich bebilderte Darstellung dieser Epoche, die an die Antike erinnert.

Liebe, Ehr‘ und „water closet“ – Der Anglist Manfred Pfister erforscht die Englische Renaissance

Eva Baltasar – Mammut | Buchkritik

Eine lesbische Frau will schwanger werden und aufs Land ziehen. Eva Baltasar erzählt von inneren Widersprüchen: drastisch, mit schwarzem Humor und bewegend.

Eva Baltasar – Mammut | Buchkritik

David Szalay – Was nicht gesagt werden kann

David Szalay wurde in Montreal geboren, wuchs in London auf und lebt in Wien. Seine Bücher erzählen von globalisierten Schicksalen. Für „Was nicht gesagt werden kann“ erhielt Szalay nun den Booker Prize. Weihnachtstipp von Christoph Schröder

David Szalay – Was nicht gesagt werden kann

Zwischen Liederrausch und Maschinenliebe: Tatsuzō Ishikawas „Die letzte Utopie“

Wie dachte man sich einst das Jahr 2026? Mit „Die letzte Utopie“ schrieb Tatsuzō Ishikawa 1953 einen überraschend aktuellen Roman über das Zerbrechen einer robotergesteuerten Welt. Rezension von Oliver Pfohlmann

Zwischen Liederrausch und Maschinenliebe: Tatsuzō Ishikawas „Die letzte Utopie“

Mona Awad – Bunny

Ein düsterer BookTok-Hit voller Groteske und Wahnsinn: „Bunny“ zieht in den Bann – und die Fortsetzung kommt im Januar auf Deutsch. Weihnachtstipp von Elisabeth Bold

Mona Awad – Bunny

Mit neuen Büchern von Anthony Burgess, László Krasznahorkai, Tarjei Vesaas und Jon Fosse, mit Weihnachtstipps und einem neuen Lexikon

Heute geht es um große Männer: um den Sohn Gottes, einen Möchtegern-König und die Autoritäten des 20. Jahrhunderts. Und zwei Literaturnobelpreisträger sind auch in der Sendung.

Mit neuen Büchern von Anthony Burgess, László Krasznahorkai, Tarjei Vesaas und Jon Fosse, mit Weihnachtstipps und einem neuen Lexikon

Giovanni Boccaccio — Decameron

Ein literarisches Meisterwerk, ein Klassiker der Weltliteratur – Boccaccios Decameron: die Geburt der modernen Literatur aus den Erfahrungen der Pest im 14. Jahrhundert. Weihnachtstipp von Frank Hertweck

Giovanni Boccaccio — Decameron

Francesca Melandri – Eva schläft

Mit „Eva schläft” feierte die italienische Autorin Francesca Melandri 2010 ihr Debüt. Eeva Aichner ist von der Lektüre im Jahr 2025 begeistert. Weihnachtstipp von Eeva Aichner

Francesca Melandri – Eva schläft

Diego Rodriguez-Robredo — Legendäre Tiere

Weltgeschichte mal anders: auf vier Beinen, mit Flossen oder Federn. Ein reich illustriertes Kindersachbuch zum Staunen und gemeinsamen Blättern an den Feiertagen. Weihnachtstipp von Theresa Hübner

Diego Rodriguez-Robredo — Legendäre Tiere

Das Evangelium nach Burgess

Anthony Burgess‘ „Mann aus Nazareth“ ist ein Jesus, der mit mächtiger Stimme, starken Muskeln und der Kraft der Nächstenliebe wirkt. Ein Jesus-Roman mit vielen neuen und ungewohnten Details. Rezension von Wolfgang Schneider

Das Evangelium nach Burgess

Berit Glanz – Unter weitem Himmel

Ein Roman, der ins Island heute und Anfang des 20. Jahrhunderts führt: Berit Glanz‘ „Unter weitem Himmel“. Weihnachtstipp von Nina Wolf

Berit Glanz – Unter weitem Himmel

Onkel Józsi soll König von Ungarn werden. Der neue Roman des Literaturnobelpreisträgers László Krasznahorkai

In diesem Jahr erhielt László Krasznahorkai den Literaturnobelpreis. „Zsömle ist weg“ heißt sein neuer Roman. Darin möchte ein gewisser Onkel Józsi König von Ungarn werden. Katharina Borchardt im Gespräch mit Jörg Magenau

Onkel Józsi soll König von Ungarn werden. Der neue Roman des Literaturnobelpreisträgers László Krasznahorkai

Hörspiel nach Mariana Leky: „Was man von hier aus sehen kann“

Jahrelang auf der Bestsellerliste und jetzt als Hörspiel: Mariana Lekys Roman „Was man von hier aus sehen kann“ Von Okapis, und von Liebe und Tod.

Hörspiel nach Mariana Leky: „Was man von hier aus sehen kann“