Die Nachfolgeexpertin Daniela Jäkel-Wurzer spricht über weibliche Nachfolge in Familienunternehmen: zirkuläre Nachfolge, patriarchale Muster, Führungsteams und strategischen Freiraum. In dieser Folge von Sinnplauderei spricht Nina Hartmann mit Daniela, systemische Coachin und Beraterin mit Schwerpunkt weibliche Nachfolge in Familienunternehmen, über ihr Buch „Frauen in der Nachfolge“ und die Realität von Übergaben an Töchter. Im Zentrum steht die Frage, warum Töchter trotz vergleichbarer Bildungschancen weiterhin seltener als Söhne als Nachfolgerinnen eingesetzt werden – und welche strukturellen und kulturellen Bedingungen das begünstigen: fehlende bzw. unzureichende Kinderbetreuung, tradierte patriarchale Erwartungsmuster und die oft unterschätzte Dynamik innerhalb des Familiensystems. Daniela beschreibt das Konzept der „zirkulären Nachfolge“: Manche Töchter gehen nach einem frühen Misserfolg oder Widerständen zunächst auf Distanz, sammeln externe Erfahrung und kehren später stabiler und erfolgreicher zurück. Diese „zweite Runde“ kann für das Unternehmen und das Familiensystem eine Lernkurve auslösen – vorausgesetzt, die Rolle der Nachfolgerin wird nicht mehr als Ausnahme, sondern als ernsthafte Führungsoption verstanden. Ein weiterer Schwerpunkt: Selbstentwicklung vor der Übernahme. Daniela betont, dass innere Klarheit, Standing und professionelle Reife nicht nur die Nachfolgerinnen stärken, sondern auch Eltern dabei unterstützen, Verantwortung sinnvoll zu übergeben. Anhand von Interviews mit erfolgreichen Nachfolgerinnen wird sichtbar, wie Frauen mit Geschlechterdiskriminierung, Notfallnachfolgen und Rollenerwartungen umgehen – und wie sich die Situation in den letzten Jahrzehnten verändert hat: mehr Vereinbarkeit, mehr Sichtbarkeit, mehr Vernetzung (u. a. über LinkedIn) und dadurch neue Vorbilder. Zum Schluss geht es um Führung: Unternehmerinnen setzen häufig stärker auf kollaborative Führung, bauen bewusst Kompetenzen neben der eigenen auf und schaffen abkömmliche Strukturen mit tragfähigen Führungsteams. Das Ergebnis ist strategischer Freiraum – für Vision, Entwicklung und nachhaltige Unternehmensführung. Im Gespräch wird außerdem ein kostenfreier Online-Kongress für Frauen vom 8.–14. Februar 2026 angekündigt, zu dem Daniela eingeladen ist. Kernpunkte: Warum Töchter seltener übernehmen: weniger „Wollen“, mehr Struktur und Kultur (Betreuung, Rollenbilder, Legitimation). Zirkuläre Nachfolge: erst raus, wachsen, später erfolgreicher zurück – als Lernprozess fürs Familiensystem. Selbstentwicklung als Voraussetzung: innere Stabilität vor Titel und Rolle. Wandel der letzten Jahre: bessere Integration von Karriere und Privatleben, mehr Sichtbarkeit & Vernetzung (LinkedIn). Führung anders gedacht: Team-orientiert, abkömmliche Strukturen, strategischer Freiraum statt Dauer-Operative. Hashtags: weibliche Nachfolge, Nachfolgerin, Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge, Töchter im Familienunternehmen, patriarchale Strukturen, Kinderbetreuung, zirkuläre Nachfolge, systemisches Coaching, Familienunternehmerinnen, Führungsteam, abkömmliche Organisation, kollaborative Führung, LinkedIn Vernetzung, Vorbilder, Notfallnachfolge, Selbstentwicklung, Übergabeprozess Mini-FAQ: Was bedeutet „zirkuläre Nachfolge“? Ein Verlauf, bei dem Töchter nach frühen Widerständen erst aussteigen, extern Erfahrung sammeln und später gestärkt zurückkehren. Welche Faktoren bremsen weibliche Nachfolge besonders? Strukturelle Rahmenbedingungen (Betreuung, Arbeitsmodelle) und kulturelle Muster (patriarchale Zuschreibungen, Legitimation von Führung). Warum ist Selbstentwicklung vor der Übernahme zentral? Weil Standing, Klarheit und Konfliktfähigkeit die Übergabe stabilisieren – auch im Verhältnis zu den Eltern und im Familiensystem. Was verändert Social Media in der Nachfolge? Mehr Vernetzung, Sichtbarkeit und Vorbilder – Nachfolgerinnen bleiben verbunden und können Identität als Führungspersönlichkeit aufbauen.























