SWR Kultur lesenswert - Literatur

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Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen: „Revolution der Frauen“ von Sophia Boddenberg

In ihrem Band "Revolution der Frauen. Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen" beschreibt Sophie Boddenberg das Entstehen der feministischen Massenbewegung auf dem Subkontinent und ihre vielfältigen Formen des Widerstands gegen die Frauen bedrohende Gewalt.

Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen: „Revolution der Frauen“ von Sophia Boddenberg

Reise ins Ungewisse: Safae El Khannoussis Debütroman „Oroppa“

„Oroppa“ ist ein arabisches Wort für Europa; der Kontinent von außen betrachtet. Das Europa der Unzugehörigen, ein ungastliches Land. Davon erzählt Safae el Khannoussis Debütroman.

Reise ins Ungewisse: Safae El Khannoussis Debütroman „Oroppa“

„Einsamkeit“: Das einfühlsame Buch der Psychologin Maike Luhmann

Einsamkeit ist schmerzlich. Arme Menschen und Alleinerziehende sind am ehesten davon betroffen. Soziale Medien stehen zumindest unter Verdacht, einsam zu machen. Das einfühlsame Buch der Psychologin Maike Luhmann geht Ursachen und Folgen von Einsamkeit nach und zeigt individuelle und gesellschaftliche Auswege.

„Einsamkeit“: Das einfühlsame Buch der Psychologin Maike Luhmann

Unglückliche Liebe: Sara Barquineros „Ich werde allein sein und ohne Party“

Eine junge Frau findet zufällig ein Tagebuch, das von einer unglücklichen Liebe erzählt. Besessen macht sie sich auf die Suche nach den Protagonisten. Am Ende ist es eine Suche nach sich selbst und eine Bestandsaufnahme ihrer Beziehungen.

Unglückliche Liebe: Sara Barquineros „Ich werde allein sein und ohne Party“

Warum polnische Krimis anders erzählen

Krimis aus Polen sind direkter, rauer und näher an der Wirklichkeit. Verleger Markus Schnabel erklärt, warum sich ein Blick ins Nachbarland lohnt und was diese Bücher erzählen.

Warum polnische Krimis anders erzählen

Neue Bücher von von Birgit Birnbacher, Elizabeth Strout und Jacqueline Harpman

Wir sprechen mit Verleger Markus Schnabel über polnische Krimis, Birgit Birnbacher schreibt über ADHS und die SWR Literaturredaktion empfiehlt vielfältige Osterlektüren.

Neue Bücher von von Birgit Birnbacher, Elizabeth Strout und Jacqueline Harpman

Jacqueline Harpmans Bestseller „Ich, die ich Männer nicht kannte“

1995 hat die 2012 verstorbene Autorin Jacqueline Harpman den Roman “Ich, die ich Männer nicht kannte” veröffentlicht, der mittlerweile von Booktokern wiederentdeckt und zu einem Bestseller avanciert ist.

Jacqueline Harpmans Bestseller „Ich, die ich Männer nicht kannte“

„Eigentlich passiert ungeheuer viel“ – Christoph Schröder über Elizabeth Strouts „Erzähl mir alles“

Ein Küstenort in Maine, ein paar alte Bekannte und viele leise Geschichten. Elizabeth Strout bleibt ihrem ruhigen Ton treu und erzählt doch von großen Dramen.

„Eigentlich passiert ungeheuer viel“ – Christoph Schröder über Elizabeth Strouts „Erzähl mir alles“

Vier neue Romane: Dana Grigorcea, Norbert Gstrein, Birgit Birnbacher und Ulrike Almut Sandig im Gespräch

Was die Bücher der Saison über Klasse, Geschichte, Neurodiversität und Krieg erzählen.

Vier neue Romane: Dana Grigorcea, Norbert Gstrein, Birgit Birnbacher und Ulrike Almut Sandig im Gespräch

Eine Spurensuche nach Schmetterlingen: Lea Korsgaards neuer Roman

Die dänische Journalistin Lea Korsgaard stellte sich selbst eine verrückte Aufgabe: als völlige Laiin wollte sie alle Schmetterlinge Dänemarks in einem Jahr persönlich sichten und beschreiben. Eine wilde Jagd, die nur mit Hilfe vieler Schmetterlingsexperten letztlich gelang und die Korsgard auch zu philosophischen Betrachtungen anregte. Aus dem Dänischen von Kerstin Schöps Ullstein extra (336 Seiten, 22,99 Euro) ISBN 978-3-86493-380-6 26. März 2026

Eine Spurensuche nach Schmetterlingen: Lea Korsgaards neuer Roman

Neuer Roman von Bestseller-Autor John Grisham: „Das Vermächtnis“

Hat Kleinstadt-Anwalt Simon Latch die 85-jährigen Witwe Eleanor Barnett aus Habgier mit vergifteten Ingwer-Keksen ermordet? Für die Öffentlichkeit steht das Urteil fest: schuldig. Latch aber weiß, dass er es nicht war – und versucht in John Grishams langatmigen neuen Roman den wahren Täter zu finden. Aus dem Amerikanischen von Imke Walsh-Araya und Bea Reiter Heyne (480 Seiten, 24 Euro) ISBN 978-3-453-27428-0 25. März 2026

Neuer Roman von Bestseller-Autor John Grisham: „Das Vermächtnis“

Männer, ran an die Gefühle! – Ole Liebl ruft mit „Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle“ zu einer Trendwende der Maskulinität auf

Angesichts der steigenden Gewalt gegen Frauen, braucht es vor allem ein Umdenken der Männer und einen Ausstieg aus dem Teufelskreis von Maskulinität, schreibt Ole Liebl in seinem neuen Buch.

Männer, ran an die Gefühle! – Ole Liebl ruft mit „Brutal fragile Typen. Männer und Gefühle“ zu einer Trendwende der Maskulinität auf

Neuer Roman von Lukas Rietzschel – „Sanditz“

Von der DDR über die Wende bis zur Corona-Zeit: In Sanditz zeichnet Lukas Rietzschel das Panorama einer ostdeutschen Familie – und einer Gesellschaft im Wandel.

Neuer Roman von Lukas Rietzschel – „Sanditz“

Zwischen Film und Science Fiction. Dietmar Dath erhält den Alfred-Kerr-Preis 2026

Der Autor und Kritiker Dietmar Dath erhielt auf der Leipziger Buchmesse 2026 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Die Jury lobte die Science-Fiction-Texte und den Sprachwitz.

Zwischen Film und Science Fiction. Dietmar Dath erhält den Alfred-Kerr-Preis 2026

Vom Schreiben in Diktaturen – Najem Wali und Kathrin Aehnlich treffen sich auf der Leipziger Buchmesse

Auf der Leipziger Buchmesse trafen sich die Autoren Najem Wali aus dem Irak und Kathrin Aehnlich, die in der DDR aufwuchs, und sprachen übers Schreiben unter riskanten Bedingungen.

Vom Schreiben in Diktaturen – Najem Wali und Kathrin Aehnlich treffen sich auf der Leipziger Buchmesse

Preise, Debatten und Skandale. Was war los auf der Leipziger Buchmesse 2026?

Die Leipziger Buchmesse lebt! SWR-Literaturredakteur Carsten Otte gibt einen Überblick über das Messegeschehen, mit rund 300.000 Besucherinnen und Besuchern in diesem Jahr.

Preise, Debatten und Skandale. Was war los auf der Leipziger Buchmesse 2026?

Preise und anderes von der Leipziger Buchmesse 2026

Zu Gast sind: Carsten Otte, Dietmar Dath und Carsten Gansel. Außerdem gibt es Beiträge zu Buchbranche & KI und über das Schreiben in Diktaturen.

Preise und anderes von der Leipziger Buchmesse 2026

Nahbar, vielfältig und widerständig: Das war die Leipziger Buchmesse 2026

Die Leipziger Buchmesse endet nach vier Tagen. Nach dem Skandal um Wolfram Weimer zeigte sie sich von ihrer besten Seite: Mal Lesefest, mal großes literarisches Klassentreffen.

Nahbar, vielfältig und widerständig: Das war die Leipziger Buchmesse 2026

Germanist Carsten Gansel spürt vergessenen Büchern nach

Wurde die Literatur aus der DDR nach der Wende ausradiert? Carsten Gansel geht dem in seinem neuen Buch „Ausradiert?“ nach. Eine Untersuchung zur Vernichtung großer Buchbestände.

Germanist Carsten Gansel spürt vergessenen Büchern nach

Die Verlagswelt und KI. Beobachtungen von der Leipziger Buchmesse 2026

Künstliche Intelligenz schreibt mit – immer häufiger. In der Verlagsbranche wird KI inzwischen häufig im Marketing verwendet, aber auch zunehmend für Übersetzungen und Lektorat. Reportage von Beatrice Faßbender und Ulrich Rüdenauer

Die Verlagswelt und KI. Beobachtungen von der Leipziger Buchmesse 2026

Gefangen in der Turboglobalisierung: Oliver Rathkolbs „Ökonomie der Angst“

Der Zeithistoriker Oliver Rathkolb zeigt in seinem hellsichtigen Epochenvergleich Wege aus der aktuellen Polykrise.

Gefangen in der Turboglobalisierung: Oliver Rathkolbs „Ökonomie der Angst“

Mit fremden Augen: Thomas Hettches neuer Roman „Liebe“

Zwei nicht mehr junge Menschen, die sich tief und unwiderruflich ineinander verlieben. Thomas Hettches neues Buch „Liebe“ nähert sich auf so ernsthafte wie kluge Weise einem großen Thema.

Mit fremden Augen: Thomas Hettches neuer Roman „Liebe“

Keine Liebe ohne Abgrund – Birgit Birnbachers herausragender Familienroman „Sie wollen uns erzählen“

Ein totes Kaninchen ist keine Katastrophe – Warum Birgit Birnbacher mit „Sie wollen uns erzählen“ einen herausragenden Roman geschrieben hat.

Keine Liebe ohne Abgrund – Birgit Birnbachers herausragender Familienroman „Sie wollen uns erzählen“

Woher der Hass auf die liberale Demokratie kommt

Der öffentliche Diskurs wird zunehmend von destruktiven Kräften heimgesucht. In ihrem neuen Buch zeigen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, warum eine politische Affektanalyse wichtig ist.

Woher der Hass auf die liberale Demokratie kommt

Asta Olivia Nordenhofs Roman „Geld in der Tasche“

Asta Olivia Nordenhofs Roman „Geld in der Tasche“ erzählt in einer ungewöhnlichen Form von einer Familientragödie, die mit dem Untergang einer Fähre im Skagerrak verbunden ist.

Asta Olivia Nordenhofs Roman „Geld in der Tasche“

Siri Hustvedt über ihren verstorbenen Mann Paul Auster: „Ghost Stories“

43 Jahre lang waren Siri Hustvedt und Paul Auster verheiratet. Die beiden gelten als das wichtigste Autoren- und Intellektuellenpaar der heutigen USA. 2024 verstarb Paul Auster an einer Krebserkrankung. Sein letzter Wunsch war es, als Geist zurückzukehren. Diesen Geist versucht Siri Hustvedt in „Ghost Stories. Buch der Erinnerung“ zu fassen. Es sind intime, essayistische und politische Texte über Trauer und Liebe. Und der Versuch, den Dialog, den Siri Hustvedt mit ihrem Mann geführt hat, fortzuführen. Aus dem Englischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald Rowohlt (400 Seiten, 25 Euro) ISBN 978-3-498-00788-1 13. März 2026

Siri Hustvedt über ihren verstorbenen Mann Paul Auster: „Ghost Stories“

Rasanter „Roadtrip in Versen“ von Yevgeniy Breyger

Eine wilde Odyssee kreuz und quer durch das Land. Ein Roadtrip, der keine Grenzen kennt. „hallo niemand“, das neue Buch von Yevgeniy Breyger ist Lyrik ohne Sicherheitsgurt. Rezension von Frank Hertweck

Rasanter „Roadtrip in Versen“ von Yevgeniy Breyger

Neue Bücher von Dana Grigorcea, Elli Unruh, Christoph Peters und Siri Hustvedt

Siri Hustvedt trauert um ihren Gefährten Paul Auster. Marc-Uwe Kling schickt sein Känguru auf die Barrikaden. Und Christoph Peters erzählt von seiner Alkoholsucht und dem Entzug.

Neue Bücher von Dana Grigorcea, Elli Unruh, Christoph Peters und Siri Hustvedt

Im Grenzgebiet: Elli Unruhs Debütroman „Fische im Trüben“

Elli Unruhs Debütroman „Fische im Trüben“ erzählt von einer deutschen Minderheit in Kasachstan, deren Sprache ihnen zur Heimat geworden ist. Das Buch ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Transit (200 Seiten, 24 Euro) ISBN 978-3-88747-420-1 1. September 2025

Im Grenzgebiet: Elli Unruhs Debütroman „Fische im Trüben“

Liebesporträt der Generation Trennungsunfähig - Dana von Suffrin über „Toxibaby“

Herzchen liebt Toxi. Doch Toxi hadert mit der Welt und den Erwartungen an ihn. Eine klassisch zermürbende On-Off-Beziehung pflegen die beiden, in der die Frau zur Retterin mutiert.

Liebesporträt der Generation Trennungsunfähig - Dana von Suffrin über „Toxibaby“

Beobachtung ohne Befund: Warum Sophie Passmanns „Wie kann sie nur?“ scheitert

Sophie Passmann beobachtet Taylor Swift und Girlhood, aber denkt nicht weiter. Warum „Wie kann sie nur?“ als Gesellschaftskritik scheitert.

Beobachtung ohne Befund: Warum Sophie Passmanns „Wie kann sie nur?“ scheitert

Wo Männer noch mit der Sense herumlaufen – Dana Grigorceas Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“

Wer spricht hier eigentlich? – Dana Grigorcea spielt in „Tanzende Frau, blauer Hahn“ virtuos mit der Erzählperspektive Rezension von Carsten Otte

Wo Männer noch mit der Sense herumlaufen – Dana Grigorceas Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“

Glück suchen und sich vom Glück finden lassen

Alle wollen glücklich sein. Aber kaum jemand setzt sich mit den dazu nötigen Fähigkeiten auseinander. In seinem Buch zeigt Peter Finger, wie das geht. Rezension von Leander Scholz

Glück suchen und sich vom Glück finden lassen

Neue Bücher von Helene Bukowski, Son Lewandowski, Anja Gmeinwieser, Marina Vujčić und Clara Leinemann

Zum Internationalen Frauentag am 8. März widmen wir das SWR Kultur lesenswert Magazin Romanen und Autorinnen, die gegen strukturelle Gewalt und Machtmissbrauch anschreiben.

Neue Bücher von Helene Bukowski, Son Lewandowski, Anja Gmeinwieser, Marina Vujčić und Clara Leinemann

Klug komponiert und sprachlich gewandt: Clara Leinemann „Gelbe Monster“

Eine leidenschaftliche Liebe, die mit Blutergüssen, Verzweiflung und Scham endet; Charly hat den Boden unter den Füßen verloren, ihre beste Freundin schickt sie zu einem Anti-Aggressions-Training. In dem Roman Gelbe Monster geht es um Selbsthass, emotionale Abhängigkeit und weibliche Gewalt. Rezension von Victoria Eglau

Klug komponiert und sprachlich gewandt: Clara Leinemann „Gelbe Monster“

Das Menschliche der Maschine

KI ist auf dem Vormarsch, in allen Bereichen. Für Einhegung ist es zu spät. Markus Gabriel plädiert deshalb in „Ethische Intelligenz“ dafür, eine wertegesteuerte KI offensiv mitzugestalten. Rezension von Ulrich Rüdenauer

Das Menschliche der Maschine

„Die Geschichte eines verhinderten Femizids“: Marina Vujčićs „Sicheres Haus“

Ein Mord. Wer die Täterin ist, ist klar, trotzdem bleiben Fragen: „Sicheres Haus“ erzählt vom System häuslicher Gewalt. Mascha Dabić hat den Roman aus dem Kroatischen übersetzt. Nina Wolf im Gespräch mit Mascha Dabić

„Die Geschichte eines verhinderten Femizids“: Marina Vujčićs „Sicheres Haus“

Son Lewandowskis Debütroman „Die Routinen“‘

Butterweich landen die Turnerinnen auf der Matte. Doch unter dem Applaus lauert ein System, das Kinder mit Gewalt und Erniedrigung zu Maschinen formt. Son Lewandowskis Debütroman „Die Routinen“‘ seziert den Leistungssport ohne Gnade. Rezension von Theresa Hübner

Son Lewandowskis Debütroman „Die Routinen“‘

In diesem Roman hat Bud Spencer nichts verloren: Anja Gmeinwiesers „Wir Königinnen“

Zwei Frauen, ein Lkw und zwei Dutzend trächtiger Kühe auf dem langen Weg nach Osten – Anja Gmeinwiesers Debütroman ist ein Western-inspirierter Road-Trip voller Grenzerfahrungen. Rezension von Julia Schröder

In diesem Roman hat Bud Spencer nichts verloren: Anja Gmeinwiesers „Wir Königinnen“

Verena Stauffer – Strahlen

Verena Stauffer ist Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin. Ihr eigenwilliger Roman „Strahlen“ erzählt von einer Malerin, die ihre Schaffenskrise auf frauenuntypische Art überwindet. Rezension von Beate Tröger

Verena Stauffer – Strahlen

Kalenderspruchprosa von Nelio Biedermann: „Anton will bleiben“

Nelio Biedermann wurde mit seinem Roman „Lázár“ als die literarische Sensation 2025 gefeiert. Der 2003 geborene Schweizer hatte zuvor bereits ein Debüt vorgelegt, das jetzt bei Rowohlt neu aufgelegt wird: „Anton will bleiben“. Rezension von Eeva Aichner

Kalenderspruchprosa von Nelio Biedermann: „Anton will bleiben“

Von „Tastemakern“ und Epizentren des Geschmacks: „Wie es euch gefällt“ von Ulrich Raulff

Der Kulturwissenschaftler Ulrich Raulff begibt sich auf eine historische Reise zu den Ursprüngen des westlichen Geschmacks. Rezension von Roman Kaiser-Mühlecker

Von „Tastemakern“ und Epizentren des Geschmacks: „Wie es euch gefällt“ von Ulrich Raulff

„Die Enthusiasten“ von Markus Orths: Fallhöhe für Sterne-Fans | Buchkritik

Tristram-Shandy-Verehrer, Sprachfanatiker, Büchersüchtige und eine verschwundene „Koboldmutter“ versammelt Markus Orths in seinem neuen Roman. Der Endgegner aller „Enthusiasten“: Künstliche Intelligenz. Galiani Berlin (368 Seiten, 24 Euro) ISBN 978-3-86971-330-4 12. Februar 2026

„Die Enthusiasten“ von Markus Orths: Fallhöhe für Sterne-Fans | Buchkritik

SWR Bestenliste März 2026

Ein vielleicht gar nicht mal so überraschendes Ergebnis lieferte die Bestenliste-Runde im Freiburger Literaturhaus. Werke, die auf die Vergangenheit zurückblicken, führten nicht selten zu hitzigen Diskussionen über die Gegenwart. Meike Feßmann, Eberhard Falcke und Jörg Magenau diskutierten über vier auf der SWR Bestenliste im März verzeichneten Werke. Auf Platz 4 steht ein Buch aus der Friedenauer Presse, nämlich Banines „Liebe ist Dir verboten. Ernst Jünger und ich. Aufzeichnungen 1942-1991“. Die von Alexander Pschera übersetzten, eingeleiteten und herausgegebenen Reflexionen der in Baku geborenen Schriftstellerin führten zur kontrovers beantworteten Frage, wie neben der geistigen Anziehung das erotische Verhältnis, insbesondere ein sexueller Übergriff Jüngers zu bewerten sei. (ab 1:10) Safae el Khannoussis Roman „Oroppa“ in der deutschen Fassung von Stefanie Ochel wird durchweg gelobt. Das Buch der marokkanisch-niederländischen Autorin, das im Hanser Verlag erschienen ist, steht auf Platz 3 der März-Bestenliste und zeichnet sich vor allem durch eine vielschichtige und zunächst nicht leicht zu lesende Mehrstimmigkeit aus. Trotzdem oder auch gerade deshalb wird es als „Meisterwerk“ gefeiert. (ab 20:55) Kurios, komisch und surreal ist Dorota Masłowskas Episodenroman „Im Paradies“, den Olaf Kühl für den Rowohlt Berlin Verlag aus dem Polnischen ins Deutsche übertragen hat. Die ästhetischen Mittel der Autorin und das Roman-Etikett werden innerhalb der Jury unterschiedlich bewertet, genau wie die Frage, ob „Im Paradies“ (Platz 2) auch als Gesellschaftsportrait Polens zu lesen sei. (ab 37:01) Äußerst kritische Anmerkungen gab es zu Judith Hermanns Erinnerungsbuch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit (S. Fischer Verlag). Hermann begibt sich auf Spurensuche in Polen. Dort möchte sie mehr über ihren Großvater erfahren, der Mitglied der SS und mutmaßlich an Verbrechen der Besatzer beteiligt war. Doch die Recherche verläuft im Dunklen. Worum geht es in dem Text? Handelt es sich um eine literarische Familienaufstellung? Wie fügt sich der Besuch der Erzählerin bei der Schwester in Neapel in die Gesamtkonstruktion ein? Welche Rolle spielt der Stil der Autorin bei Einordnung des Buchs? Es wurden viele Fragen gestellt, die zu heftiger Kritik der Jury führten. Ein Buch, das auf Platz 1 der SWR Bestenliste steht, das Publikum nachdenklich stimmt und Debatten über die Gegenwart der Vergangenheit auslöst. (ab 53:15) Aus den vier Büchern lasen Antje Keil und Sebastian Mirow. Durch den Abend führte Carsten Otte.

SWR Bestenliste März 2026

Safae el Khannoussi: Oroppa | Lesung und Diskussion

Abergel ist eine jüdisch-marokkanische Künstlerin, die aus politischen Gründen Marokko verlassen hat. Nun verschwindet sie spurlos. Eine Gruppe von Menschen macht sich auf die Suche nach ihr, und die Suchenden erzählen dabei die eigenen Geschichten.

Safae el Khannoussi: Oroppa | Lesung und Diskussion

Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit | Diskussion und Lesung

Judith Hermanns Großvater, geboren 1904, starb vor ihrer Geburt. Er war Mitglied der Waffen-SS. Und er war ein Täter. Judith Hermann folgt in ihrem neuen Buch auf tastende Weise den Spuren dieses Mannes.

Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit | Diskussion und Lesung

Dorota Masłowska: Im Paradies | Lesung und Diskussion

Die polnische Autorin verbindet und trennt Figuren unterschiedlichster Milieus auf überraschende und oft schroffe Weise. Die Sprache ist hart, doch manchmal blitzen in der zersplitterten Welt noch Relikte alter Gefühle auf.

Dorota Masłowska: Im Paradies | Lesung und Diskussion

Banine: Liebe ist dir verboten. Ernst Jünger und ich | Lesung und Diskussion

Ernst Jünger ist der vielleicht umstrittenste deutsche Autor des 20. Jahrhunderts. Das nun publizierte Tagebuch der französischen Schriftstellerin Banine eröffnet spannende Einblicke in Jüngers Pariser Zeit während der deutschen Besatzung.

Banine: Liebe ist dir verboten. Ernst Jünger und ich | Lesung und Diskussion

Vom aufrechten Gang bis zum Kapitalismus – Josef H. Reichholf über die Evolution des Menschen

Der Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf erzählt von verwachsenen Wegen der Menschwerdung; von der Entwicklung des aufrechten Gangs bis zur Innovation der kapitalistischen Moderne.

Vom aufrechten Gang bis zum Kapitalismus – Josef H. Reichholf über die Evolution des Menschen

Fleur Jaeggy – Mutmaßliche Leben

In extrem dichten und prägnanten biographischen Erzählungen nähert sich Fleur Jaeggy drei hochbegabten und exzentrischen Autoren der englisch- und französischsprachigen Moderne.

Fleur Jaeggy – Mutmaßliche Leben

Ein Täter als Leerstelle: Judith Hermanns neues Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

In „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ begibt sich Judith Hermann auf die Spuren ihres Großvaters, der als Angehöriger der SS an Verbrechen in Polen beteiligt war. Rezension von Christoph Schröder

Ein Täter als Leerstelle: Judith Hermanns neues Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Ein Land wird erwachsen: Die Gründerjahre der Bundesrepublik

Eine mitreißende Erzählung über die unmittelbare Nachkriegszeit in Deutschland, die bunt und vielfältig war und das Land bis heute prägt.

Ein Land wird erwachsen: Die Gründerjahre der Bundesrepublik

Der alte Schriftsteller und das junge Mädchen

Die 14-jährige Tanja trifft auf einer Ausstellung ihres Vaters einen über 30-jährigen Schriftsteller und hält ihn für ihre große Liebe. Ein Roman nach wahren Ereignissen.

Der alte Schriftsteller und das junge Mädchen

Reise durch ein Land im Wandel mit der USA-Expertin Rieke Havertz

In „Goodbye, Amerika?“ vermisst Journalistin Rieke Havertz das deutsch-amerikanische Verhältnis neu und fragt, was von ihrem eigenen, und unserem, Amerika-Bild geblieben ist.

Reise durch ein Land im Wandel mit der USA-Expertin Rieke Havertz

Neue Bücher von Tomer Gardi, Cihan Acar und Oisín McKenna

Kapitalismus auf zwei Rädern bei Tomer Gardi, eine Prognose zu Favoriten für die Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse und ein Gespräch über Fan Fiction

Neue Bücher von Tomer Gardi, Cihan Acar und Oisín McKenna

Tiefgründig und schelmisch-witzig zugleich – „Liefern“ von Tomer Gardi

Tomer Gardi macht Essenslieferanten zu Chronisten unserer globalisierten Gegenwart – ein Roman über Ausbeutung, Würde und Menschlichkeit im System der Plattformökonomie.

Tiefgründig und schelmisch-witzig zugleich – „Liefern“ von Tomer Gardi

Quälende Ungewissheit: „Casino“ von Cihan Acar

Der Heilbronner Autor Cihan Acar liebt das Spiel mit Widersprüchen. In seinem neuen Roman „Casino“ beschreibt er die fragwürdige Karriere eines Mannes, der seine Familie vor eine unmögliche Entscheidung stellt. Rezension von Silke Arning

Quälende Ungewissheit: „Casino“ von Cihan Acar

„Hitzetage“ von Oisín McKenna: Ein gelungenes, ambitioniertes Debüt

„Hitzetage“ von Oisín McKenna konfrontiert die Zukunftswünsche einer Gruppe junger Londoner mit der harschen Realität einer Großstadt, die ihnen das Überleben zunehmend unmöglich macht. Rezension von Claudia Fuchs

„Hitzetage“ von Oisín McKenna: Ein gelungenes, ambitioniertes Debüt

„Fans holen sich, was in den Geschichten fehlte“ – Lucien Haug über die Macht von Fan Fiction

Fanfiction schreibt große Stoffe um – queerer, feministischer, politischer. Lucien Haug erzählt, warum ihn das berührt und was er mit seinem Fan Fiction Magazin „Danke“ vorhat.

„Fans holen sich, was in den Geschichten fehlte“ – Lucien Haug über die Macht von Fan Fiction

„Ich liege meistens falsch“ – Wunsch-Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse

Am 25. Februar wird die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben. Literaturredakteur Carsten Otte nennt seine Favoriten.

„Ich liege meistens falsch“ – Wunsch-Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse

Gegen den Judenhass. Der Rapper Ben Salomo kämpft gegen Antisemitismus an deutschen Schulen

Der deutsch-israelische Rapper Ben Salomo kämpft gegen den wachsenden Antisemitismus: mit Initiativen, die Schüler aufklären sollen. Seine Erfahrungen an deutschen Schulen schildert er jetzt in einem Buch.

Gegen den Judenhass. Der Rapper Ben Salomo kämpft gegen Antisemitismus an deutschen Schulen

Der Tod des Beamten

Das Leben lässt sich nicht regulieren – diese bittere Einsicht wird dem EU-Beamten Franz Fiala schmerzhaft zuteil. Politische Hoffnungen und private Pläne zerschellen in dieser dunklen Novelle.

Der Tod des Beamten

Vertraglich verbriefte 60-Stunden-Woche

Zwei Jahrzehnte lang war Hu Anyan einer von 300 Millionen chinesischen Wanderarbeitern. In „Ich fahr Pakete aus in Peking“ erzählt er von seinen 19 Jobs im Billiglohnsektor.

Vertraglich verbriefte 60-Stunden-Woche

Versteinerung und Todeshauch: Philipp Theisohn über Conrad Ferdinand Meyer

In einer fesselnden Biografie schildert der Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn Leben und Werk des Schweizer Schriftstellers Conrad Ferdinand Meyer.

Versteinerung und Todeshauch: Philipp Theisohn über Conrad Ferdinand Meyer

Mit neuen Büchern von Norbert Gstrein, Joanna Bator, Ricarda Junge und Pierre Michon

Norbert Gstrein erfindet sich neu und bleibt doch er selbst. Ricarda Junge erlebt das tägliche Schulchaos und findet doch auch Zärtlichkeit. Und Joanna Bator führt durch unheimliche postmoderne Welten.

Mit neuen Büchern von Norbert Gstrein, Joanna Bator, Ricarda Junge und Pierre Michon

Von Frauen mit Fledermausflügeln und anderen Seltsamkeiten

Joanna Bator erzählt 16 Geschichten, die für sich stehen können, aber ineinander verflochten sind. Sie erzählen von Alltäglichem, hinter dem das Unheimliche lauert.

Von Frauen mit Fledermausflügeln und anderen Seltsamkeiten

Ricarda Junge: „Die Schule zeigt nur, was überall gilt: Dauerkrisen ohne Pausen“

Eltern, die die Erziehung an die Schule delegieren. Behörden, die sich hinter Abkürzungen verschanzen: Ricarda Junges Roman „Die schönste Zeit“ erzählt schonungslos von Überforderung auf allen Seiten. Christoph Schröder im Gespräch mit Ricarda Junge

Ricarda Junge: „Die Schule zeigt nur, was überall gilt: Dauerkrisen ohne Pausen“

Die ursprüngliche Kraft des Lesens: Pierre Michons „Wintermythologien“

Jedes Leben gewinnt Bedeutung, wenn man nur von ihm erzählt. In den „Wintermythologien“ erweist sich Pierre Michon einmal mehr als ein Meister der historischen Miniatur. Rezension von Leander Berger

Die ursprüngliche Kraft des Lesens: Pierre Michons „Wintermythologien“

„Polarisierung hilft niemandem"

Der Kultur droht der Rotstift. In Freiburg ist die Lage noch stabil. Katharina Knüppel vom Literaturhaus Freiburg über neue Zielgruppen, Programmplanung und ein Jubiläum im Herbst.

„Polarisierung hilft niemandem"

Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen | Buchkritik

Verdeckte Operationen gegen Deutschland nehmen zu, mutmaßlich gesteuert von Russland, China, Iran oder Nordkorea. Dieses Buch zeigt das ganze Ausmaß des „stillen Kriegs“.

Reinhard Bingener, Markus Wehner – Der stille Krieg. Wie Autokraten Deutschland angreifen | Buchkritik

Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel | Buchkritik

Die österreichische Autorin Magdalena Schrefel verwebt in „Das Blaue vom Himmel“ Klimapolitik mit persönlicher Leere – zwischen Vater, Tochter und verlorener Mutter.

Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel | Buchkritik

Mit einer Salami-Pizza zurück ins Leben: Notfallseelsorger erzählen von ihren Einsätzen

Was hilft uns, wenn wir in eine Extremsituation geraten? Die beiden Notfallseelsorger Albi Roebke und Lisa Harmann erklären es mit Beispielen aus ihren bewegendsten Einsätzen.

Mit einer Salami-Pizza zurück ins Leben: Notfallseelsorger erzählen von ihren Einsätzen

Lust und Leid – Was Pompeji mit unserer Gegenwart zu tun hat

In „Pompejis letzter Sommer“ erzählt Archäologe Gabriel Zuchtriegel mitreißend vom Leben kurz vor der Katastrophe und davon, wie nah uns diese untergegangene Welt noch ist.

Lust und Leid – Was Pompeji mit unserer Gegenwart zu tun hat

Von Technokratie und Widerstand

In „Das Dream Hotel“ entwirft die marokkanische Autorin Laila Lalami eine düstere Zukunft: Tech-Firmen haben die Macht übernommen und Data-Mining ist die neue Sicherheits-Norm.

Von Technokratie und Widerstand

Poems of Minneapolis

Seit den tödlichen Schüssen in Minneapolis nimmt der Widerstand gegen die Regierung Trump an Fahrt auf. Auch Dichter und Sänger schreiben zunehmend gegen die Razzien der ICE an. Reportage von Ulrich Rüdenauer

Poems of Minneapolis

Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans

Heute sprechen wir über das Stottern. Und hören neue Songs und Lyrik über Minneapolis. Wir begegnen „Alten Meistern“ bei Heinrich Steinfest und im neuen Roman von Stefan Hertmans.

Neue Bücher von David Hugendick, Laila Lalami und Stefan Hertmans

„Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein?“ - Stefan Hertmans schrieb mit „Dius“ einen Künstlerroman

Anton und Dius sind Freunde. In seinem neuen Roman „Dius“ erzählt Stefan Hertmans die Geschichte einer aufgeladenen Künstlerfreundschaft zwischen Gent und Bergamo.

„Ist es nicht feige, immer ironisch zu sein?“ - Stefan Hertmans schrieb mit „Dius“ einen Künstlerroman

„Ein wunderbares Geschimpfe über Österreich und die Kunst“

Der österreichische Autor Thomas Bernhard hat Heinrich Steinfest inspiriert. Hier erzählt Steinfest, was er insbesondere an Bernhards Museumsroman „Alte Meister“ schätzt.

„Ein wunderbares Geschimpfe über Österreich und die Kunst“

David van Reybrouck – Die Welt und die Erde

Der Historiker David van Reybrouck plädiert in seinem scharfsichtigen und streitbaren Essay „Die Welt und die Erde“ für einen Paradigmenwechsel in der internationalen Klimapolitik.

David van Reybrouck – Die Welt und die Erde

Hilfsbereitschaft unter Hilfsbedürftigen - Neuer Roman von Stewart O’Nan: „Abendlied“

Vier alte Frauen gründen in den USA einen Club, um anderen Senioren zu helfen. Mit Solidarität setzen sie ein Zeichen gegen gesellschaftliche Spaltung und finden einen neuen Lebenssinn.

Hilfsbereitschaft unter Hilfsbedürftigen - Neuer Roman von Stewart O’Nan: „Abendlied“

Wie Gelassenheit lernen angesichts multipler Krisen?

Wie lässt sich angesichts von Kriegen, Krisen und Katastrophen Gelassenheit bewahren? Kulturwissenschaftler Helmut Lethen geht dem Ganzen in seinem Essay „Stoische Gangarten“ nach.

Wie Gelassenheit lernen angesichts multipler Krisen?

SWR Bestenliste Februar

Traumlogik und Erinnerungsarbeit: Martina Läubli, Judith von Sternburg und Christoph Schröder diskutierten in der Bühler Mediathek vier Werke, die auf der SWR Bestenliste im Februar verzeichnet sind. Auf dem Programm standen mit „Vaim“ der neue Roman von Literaturnobelpreisträger Jon Fosse (Platz 5), mit „Ein Jahr in der Natur“ von Josephine Johnson eine Erstübersetzung aus dem Jahre 1969 (Platz 3), mit „Trag das Feuer weiter“ der Abschluss einer Familientrilogie von Leïla Slimani (Platz 2) und mit „Abschied(e)“ von Julian Barnes ein Buch über Erinnerungsarbeit angesichts des nahenden Todes. Begeistert zeigte sich die Jury von Jon Fosses „Vaim“ in der deutschen Fassung von Hinrich Schmidt Henkel aus dem Rowohlt Verlag. Drei Männer erzählen, eine Frau entscheidet. Fosses Prosa in kapitellangen Sätzen, die von Einsamkeit in der norwegischen Provinz erzählen, von Freundschaften und fatalen Beziehungen, überzeugte selbst einen ehemaligen Kritiker des Autors. Ein Text, getragen von einer melancholischen „Traumlogik“, erklärte Jury-Mitglied Christoph Schröder. Fosse-Kennerin Martina Läubli ordnete die Geschichte, in der am Ende fast alle Figuren gestorben sind, in das Gesamtwerk des Nobelpreisträgers ein. Die bislang jüngste Pulitzer-Preisträgerin wird in Deutschland wiederentdeckt, dank einer hochwertigen Edition in der Anderen Bibliothek. Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur“ in der Übersetzung von Bettina Abarbanell und mit Illustrationen von Andrea Wan wird von der Bestenliste-Jury aber durchaus kontrovers diskutiert. Die Genauigkeit der Naturbeschreibungen, die niemals zu sprachlichen Überhöhungen der Flora und Fauna führen, wird gelobt. Doch die jahreszeitlichen Naturbetrachtungen seien zuweilen etwas erwartbar, sagt Judith von Sternburg. Auch die Schärfe und Aktualität der politischen Analyse ist Gegenstand des Gesprächs, webt die Autorin in ihre Chronik doch immer wieder Kommentare zum damaligen Vietnam-Krieg ein. Je länger der Abend, desto schärfer die Diskussion der Jury. Leïla Slimanis „Trag das Feuer weiter“ in der Übersetzung von Amelie Thoma aus dem Luchterhand Verlag wurde von Judith von Sternburg vorgestellt. Nach der Lesung aus dem Roman, in der es um die Zerrissenheit der Hauptfigur zwischen Marokko und Frankreich ging, kam Christoph Schröder auf die sprachlichen Schwächen zu sprechen. Während Läubli und von Sternburg ein Buch mit ambivalent gezeichneten Figuren gelesen haben wollen, kritisierte Schröder die seiner Meinung nach offensichtliche Schwarz-Weiß-Malerei, den willkürlichen Perspektivwechsel und die auf „Thrill“ angelegte Ästhetik selbst in einer Missbrauchsszene: „An diesem Buch stört mich so gut wie alles.“ Der Spitzenreiter der SWR Bestenliste im Februar ist Julian Barnes vermutlich letztes Buch „Abschied(e)“, das Gertraude Krueger für Kiepenheuer und Witsch ins Deutsche übertragen hat.

SWR Bestenliste Februar

Leïla Slimani - Trag das Feuer weiter

Leïla Slimani ist ein internationaler Literaturstar. Mit ihrem neuen Roman schließt sie ihre autobiografische Trilogie ab. Mia, das Alter Ego, der Autorin, leidet an Brain Fog und reist zurück nach Marokko, in das Land ihrer Herkunft, um sich zu erinnern.

Leïla Slimani - Trag das Feuer weiter

Julian Barnes: Abschied(e)

Am 19. Januar ist Julian Barnes 80 Jahre alt geworden, und „Abschied(e)“ soll sein letztes Buch sein. Behauptet der Autor und verabschiedet sich auf das Eleganteste von seiner Leserschaft: mit einem klugen, fein ironisch gewürzten Text.

Julian Barnes: Abschied(e)

Josephine Johnson - Ein Jahr in der Natur

Josephine Johnson ist bis heute die jüngste Pulitzer-Preisträgerin aller Zeiten. In diesem Buch erzählt sie von ihrem zurückgezogenen Leben in Ohio. Johnson unterzieht die sie umgebende Welt einer anschaulichen und bildstarken Betrachtung.

Josephine Johnson - Ein Jahr in der Natur

Jon Fosse - Vaim

Der Auftakt zu einer Trilogie. Mit 150 Seiten ist der Roman ein schmales und zugleich beeindruckendes Werk. Wenn der Begriff „Traumlogik“ irgendwo seine Berechtigung hat, dann hier. Drei Kapitel, drei Erzählstimmen. Eine Aneinanderreihung unerhörter Ereignisse.

Jon Fosse - Vaim

Liz Moore – Der andere Arthur

Eine Jugendliebe, eine jahrzehntelange Brieffreundschaft. Als Arthur vom Sohn seiner großen Liebe Charlene erfährt, dem „anderen Arthur“, gerät alles ins Wanken.

Liz Moore – Der andere Arthur

Die geheime Kraft der Schwalbenherzen

Besen und lange Nasen sucht man hier vergeblich: Olga Ravn hat mit „Wachskind“ einen beeindruckenden Roman über Hexerei und die Poesie der Zaubersprüche geschrieben.

Die geheime Kraft der Schwalbenherzen

Erinnerungen des großen Historikers Heinrich August Winkler

Mit Studien zur Weimarer Republik und zur „Geschichte des Westens“ schuf Heinrich August Winkler Standardwerke. Nun blickt der Nestor der Geschichtswissenschaft auf sein Leben zurück.

Erinnerungen des großen Historikers Heinrich August Winkler

Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur"

Weit ihrer Zeit voraus war die US-amerikanische Schriftstellerin und Pulitzer-Preisträgerin Josephine Johnson, als sie sich 1969 in der Einsamkeit des Mittleren Westens in die Natur vertiefte. Rezension von Michael Kuhlmann

Josephine Johnsons „Ein Jahr in der Natur"

Über guten Journalismus in schwierigen Zeiten

Katrin Eigendorf berichtet meist von dort, wo geschossen wird. In ihrem Buch „Erzählen was ist“ beschreibt sie sehr fesselnd, wie ihre Arbeit in Kampfgebieten aussieht oder wie sie an ihre Informationen kommt. Und sie ordnet ein. Sie glaubt, so mancher Krieg hätte vermieden werden können, wenn die Politik, die deutsche eingeschlossen, besser informiert gewesen wäre. Rezension von Eva Karnofsky

Über guten Journalismus in schwierigen Zeiten

Mit neuen Büchern von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe

Neue Bücher von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe. Außerdem feiern wir E.T.A. Hoffmanns 250. Geburtstag, diskutieren über die neue Verfilmung von „Wuthering Heights“ und sprechen mit Deniz Yücel über Heimat.

Mit neuen Büchern von Mirna Funk, Barbara Honigmann und Denis Pfabe

Denis Pfabe – Die Möglichkeit einer Ordnung

Zehn Jahre lang hat der Autor Denis Pfabe als Gabelstapelfahrer im Baumarkt gearbeitet. In seinem Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung“ schreibt er über das Leben zwischen Regalen voller Schrauben und Glühbirnen. Rezension von Daniel Stender

Denis Pfabe – Die Möglichkeit einer Ordnung

Reden wir über Heimat. PEN Berlin startet Gesprächsreihe in Baden-Württemberg

Unter dem Titel „Ist das noch|schon mein Land?“ lädt der PEN Berlin zu einer umfangreichen Gesprächsreihe in ganz Baden-Württemberg ein. Kristine Harthauer im Gespräch mit Deniz Yücel

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Mirna Funk – Balagan

„Eine jüdische Geschichte im Jahr 2024 hat automatisch eine politische Ebene“ – Mirna Funk über ihren Roman „Balagan. Kristine Harthauer im Gespräch mit Mirna Funk

Mirna Funk – Balagan

Liebe, Moor und ein bisschen BDSM: Warum „Sturmhöhe“ im Kino sexy sein muss

Die neue „Wuthering Heights“-Verfilmung spaltet noch vor dem Erscheinen das Netz. Weshalb Erotik und Streit der Romanvorlage damit treu bleiben.

Liebe, Moor und ein bisschen BDSM: Warum „Sturmhöhe“ im Kino sexy sein muss

E.T.A. Hoffmann - Schauerlich romantisch und unheimlich modern

Er ist einer der meistverfilmten Autoren: E.T.A. Hoffmann hat unendlich viele Spuren hinterlassen – von Fritz Lang bis Harry Potter. Vor 250 Jahren wurde er geboren. Der Literaturprofessor Wolfgang Bunzel nennt E.T.A Hoffmann einen Seismografen, der seiner Zeit voraus war.

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Barbara Honigmann – Mischka. Drei Porträts

Zwischen Küchendampf und Geheimnissen erinnert sich Barbara Honigmann in „Mischka“ an eine Frau im Moskau der 1960/70er, die ihr die dunklen Seiten des Kommunismus zeigte.

Barbara Honigmann – Mischka. Drei Porträts

Mörderische Teenagerinnen in einer englischen Küstenstadt

Drei Teenagerinnen ermorden in einer englischen Küstenstadt ihre Mitschülerin – das ist bester True-Crime-Stoff. Findet auch der Journalist Alec Z. Carelli. Aber seine Methoden sind nicht lauter – und „Penance“ ist kein True-Crime-Roman. Rezension von Sonja Hartl

Mörderische Teenagerinnen in einer englischen Küstenstadt

Mit Mascha Kaléko durch das Jahr 1956 „Wenn ich eine Wolke wäre. Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens“ von Volker Weidermann

Januar 1956: nach 18 Jahren in New York kehrt Mascha Kaléko nach Deutschland zurück und endet schließlich in Berlin, wo sie in den 20er und 30er Jahren am glücklichsten war.

Mit Mascha Kaléko durch das Jahr 1956 „Wenn ich eine Wolke wäre. Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens“ von Volker Weidermann

Helene Bukowski - Milchzähne

In surrealen Bildern entwirft die 26 Jahre alte Autorin Helene Bukowski in ihrem Debüt „Milchzähne“ eine düstere dystopische Parabel auf die Abschottungs-Phantasien unserer Gegenwart.

Helene Bukowski - Milchzähne