Auf der Video-Plattform TikTok ist die "Zeit" inzwischen eine große Nummer: Im Januar zählt der Kanal der Wochenzeitung 96 Mio Views – für Friederike Schiller, Leiterin des Hochkant-Ressorts, eine unglaubliche Zahl: "Da sind wir mit der 'New York Times' auf einem Platz", erklärt sie im Podcast-Gespräch mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow. In dem 45-minütigen Interview, aufgezeichnet im Podcast-Studio der "Zeit" in Berlin, gibt Schiller offene Einblicke in die TikTok-Strategie der Zeitung. Sie sagt etwa, dass es eine sehr bewusste Entscheidung der "Zeit" ist, auf der umstrittenen Plattform unterwegs zu sein – zum einen, um nicht der AfD und populistischen Parolen das Feld zu überlassen, zum anderen, um den 18- bis 24-Jährigen die Marke "Zeit" vorzustellen. "Wenn wir TikTok einfach weglassen würden, würden wir uns in zehn Jahren wahrscheinlich tierisch ärgern", sagt Schiller und glaubt, dass etwa dem Springer-Konzern, der eine sehr harte No-China-, No-TikTok-Policy fahre, etwas entgehe. Anders als etwa bei Instagram gebe es auf TikTok kein "Grundrauschen", bei dem die Videos allein über die Zahl der Follower ihr Publikum erreichen. Auf der Plattform entscheide vor allem der Algorithmus. "Wir haben jedes Mal die Möglichkeit, dass ein Video total durch die Decke geht oder dass es total bombt", sagt Schiller und erklärt, dass bei der "Zeit" vor allem politische Inhalte gut funktionieren – Tiervideos würden dagegen kaum Klicks bekommen. Foto: Marzena Skubatz für "Die Zeit"
























