Prof. van den Berg: Die Kunst der Stunde Null. Pathologien einer Kriegsgeneration | Die Zeit danach - Ringvorlesung

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte die Rede von der „Stunde Null“ die Runde. Künstler:innen verbündeten sich international. Die Gruppe COBRA etwa vertrat einen radikalen Bruch mit den Inhalten sowie ästhetischen Traditionen und Ordnungsprinzipien der Kriegsjahre und rief dazu auf, die jungfräuliche Leinwand Mondrians zu beschmutzen. In Düsseldorf fand in den 1950er Jahren eine internationale Künstlergruppe unter dem Namen ZERO zusammen. In diesem Umfeld plante der Architekt Werner Ruhnau Häuser aus Luft, und der Künstler Otto Piene nannte ZERO jene „unmessbare Zone, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht.“ Der Vortrag spürt dem Selbstverständnis dieser Generation nach und beleuchtet das Geschichts- und Zukunftsverständnis einer Generation, die die Vergangenheit vor allem als etwas ansah, von dem man sich möglichst weit distanzieren sollte.