Wie man Kunden zu mehr Nachhaltigkeit motiviert

Die Procredit erbringt Finanzdienstleistungen vorwiegend für Unternehmen in Ost- und Südosteuropa. Dabei geht es der Bank auch um einen transformatorischen Ansatz. „Wirtschaftliche Entwicklung und ökologische Förderung müssen sich vereinen“, sagt Christian Dagrosa, CFO der Procredit Holding, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Bestimmte Industriesektoren sind ausgeschlossen, etwa weil sie schädlich für die Umwelt sind. In erster Linie setzt Procredit aber auf Zusammenarbeit. „Es geht nicht darum, Leute von Finanzdienstleistungen auszuschließen. Es geht darum, die Transformation der lokalen Wirtschaften – ob das jetzt aus ökologischer, aus sozialer Sicht oder aus ökonomischer Sicht ist – voranzutreiben.“ Im Portfolio finden sich Mikrokunden mit einem Finanzierungsbedarf um 100.000 Euro jährlich, die größten Kunden benötigen einen zweistelligen Millionenbetrag an Finanzierung. Zwar seien die Margen im KMU-Bereich niedriger als im Consumer Lending, räumt Dagrosa ein. „Aber auch die Risikokosten sind deutlich geringer.“ Durch die oft langjährigen Kundenbeziehungen ließen sich Risiken gut einschätzen und bepreisen. Geschäftlich setzt Procredit auf Cross-Selling-Potenzial etwa im Zahlungsverkehr und der Handelsfinanzierung. Die Kundenberater bildet Procredit an einer eigenen Akademie aus. Dort stehen nicht nur Finanzthemen auf dem Lehrplan. Neben Aspekten der Banksteuerung gehe es etwa um Geschichte, Philosophie oder auch Literatur, „um nicht nur Banker hochzubringen, sondern Leute, die mit Kunden auf Augenhöhe sprechen können und die eben Weltmenschen sind“, sagt Dagrosa. Der Dialog mit den Beratern sei oft zentral, um Kunden zu nachhaltigem Handeln zu motivieren. „Themen wie erneuerbare Energien, das kann man den Kunden nicht aufbinden“, sagt Dagrosa. „Wenn der Kunde nicht will, dann will er es nicht. Aber man kann ihm eben die Vorteile aufzeigen. Man kann ihm einen Pfad geben und sagen: wir haben auch Expertise im Haus, die dann da beraten kann.“