MENSCHENSKINDER
Der Teufel hat’s nicht leicht: Angeblich hat er beim Bau des Aachener Doms geholfen – und wurde um seinen Lohn betrogen. Vor Wut hat er die Kirchentür so heftig zugeknallt, dass sein Daumen abgeklemmt wurde. „Den könnt ihr immer noch fühlen!“, sagt Ena grinsend und zeigt auf einen bronzenen Löwenkopf, der an der Tür befestigt ist. Die Elfjährige macht spezielle Kinderführungen im Dom ihrer Heimatstadt Aachen – und die „Dombausage“ zum Einstieg ist immer ein Hit. Nacheinander greifen alle Besucherinnen und Besucher ins Löwenmaul und ertasten dort tatsächlich etwas Rundliches. Den Teufelsdaumen? Wie aufregend! Ena ist ein echter Rundführungs-Profi. Regelmäßig übt sie an der Dom-AG ihrer Schule, wie man verständlich vor Gruppen spricht und Fakten spannend präsentiert. An einem Sonntagnachmittag pro Monat bindet sie sich dann ihr gelbes Domführer-Halstuch um und leitet Kindergruppen durch die Kirche. Darin riecht es nach Kerzen und Weihrauch. Manchmal fällt Sonnenlicht durch die riesigen bunten Glasfenster. Und fast überall glitzert es. Im Aachener Dom sind nämlich rund 25 Millionen Mosaiksteinchen angebracht, und viele von ihnen enthalten Blattgold.